• 17.01.2012, 17:00:34
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"KURIER"-Kommentar von Gerald Reischl: "Finstere Mächte"

Wenn es in Teilen des Web finster wird, ist das veraltete Urheberrecht der Auslöser.

Wien (OTS) - Gleich vorweg: Ein neues Urheberrecht muss her. Es
stammt nämlich aus einer Zeit, in der es noch kein Internet gab und
wurde für Verlage, Musik- und Filmindustrie gemacht, um die Rechte
der Autoren, Musiker und Filmemacher zu schützen.
Wie unsinnig das Urheberrecht ist, zeigen zwei Beispiele: Es ist
legal, eine CD zu kaufen und sie auf eBay zu verkaufen. Wer ein
Musikstück, das man um 99 Cent heruntergeladen hat, weiterverkaufen
will, wird Probleme mit Anwälten bekommen. Das Gleiche gilt, wenn
jemand ein privates Urlaubsvideo auf YouTube stellt, auf dem im
Hintergrund ein Popsong zu hören ist.
Das gegenwärtige Urheberrecht führt zu einer "Kultur der
Abschottung", weil praktisch nichts mehr erlaubt ist, aber es sollte
den Nutzern zeitgemäße Möglichkeiten zur Teilhabe an der
Wissensgesellschaft einräumen.
Verlage, Musik- und Filmindustrie geben Zigmillionen für Lobbying
wie etwa für das unsinnige Antipirateriegesetz SOPA aus, das
Verwertungsgesellschaften das Recht einräumt, Webseiten, auf denen
User Urheberrechtsverstöße begehen, einfach sperren zu lassen. Doch
in der Web-2.0-Ära sollten sie die "Macht der Masse" nicht
unterschätzen. Die hat schon Regierungen zu Fall gebracht.

Rückfragehinweis:
KURIER, Digital Redaktion
Tel.: (01) 52 100/2612

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