• 17.01.2012, 12:11:01
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Wiener Arbeitsmarkt - Schwerpunkte 2012

Schwerpunkte Bildung und Qualifikation; Weiterbildungstausender Neu - Bildungskonto "plus"; Wiener Ausbildungsgarantie; neue Beschäftigungschancen für Fachkräfte

Wien (OTS) - "Die Anstrengungen, die die einzigartige, ergänzende
städtische Arbeitsmarktpolitik leistet, werden auch 2012 fortgesetzt,
um gegen die Krise, die sich auch am Wiener Arbeitsmarkt zeigt,
weiter anzukämpfen", skizzierte heute Vizebürgermeisterin Finanz- und
Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner im Rahmen des Mediengesprächs
des Bürgermeisters die Schwerpunkte im Bereich der kommunalen
Arbeitsmarktpolitik im Jahr 2012.

Arbeitsmarktpolitik findet auf drei Ebenen statt. "Erstens ist es
von zentraler Bedeutung, ein wirtschaftsfreundliches Klima zu
schaffen, damit gesunde Betriebe Arbeitsplätze schaffen können. Das
tut die Stadt Wien durch verschiedene Initiativen, Förderschienen und
eine Standortpolitik, die Ansiedelungen begünstigt. Wir sorgen dafür,
dass die Wiener Betriebe wachsen und Arbeitskräfte aufnehmen können",
so Brauner.

Eine zweite Ebene ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die
Vermittlung arbeitsloser Personen zurück auf den Arbeitsmarkt ist
Kompetenz des Bundes. Deshalb gibt es eine klare Aufgabenteilung
zwischen waff und AMS: Aufgabe des Arbeitsmarktservice ist die
Vermittlung arbeitsloser Personen in den Arbeitsmarkt, Aufgabe des
waff ist die Unterstützung der Wiener ArbeitnehmerInnen bei ihrer
beruflichen Weiterentwicklung und damit zur Sicherung ihres
Arbeitsplatzes. "Es freut mich, dass das AMS Wien heuer deutlich mehr
Budget für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur Verfügung hat",
so Brauner. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um jene
Wiener und Wienerinnen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, in
Betriebe zu vermitteln.

Kommunale Arbeitsmarktpolitik - Bildung und Qualifikation als
Schwerpunkte des waff im Jahr 2012

Auf einer dritten Ebene ist es im Bereich der Arbeitsmarktpolitik
entscheidend, dass Menschen fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.
Dies gelingt in einem hohen Ausmaß durch Qualifikation, die
entscheidend ist, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu bekommen
und abzusichern. "Aus diesem Grund sind Bildung und Qualifizierung
Schwerpunkte der kommunalen Arbeitsmarktpolitik, auf die wir uns
besonders konzentrieren", so Brauner.

Auf Grundlage des Arbeitsprogramms stehen dem waff im Jahr 2012
rund 58 Mio. Euro zur Verfügung. Insgesamt können damit rund 27.500
Wiener und Wienerinnen, davon 58% Frauen, unterstützt werden. Bei
fast allen Initiativen und Maßnahmen des waff steht die
berufsbezogene Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt.

NEU: Höhere Förderungen für geringqualifizierte und
einkommensschwache Berufstätige

Im waff Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung werden
zukünftig ArbeitnehmerInnen, die keine über den Pflichtschulabschluss
hinausgehende Ausbildung haben, und ArbeitnehmerInnen mit niedrigen
Einkommen ganz besonders unterstützt. Vor allem das Nachholen von
formalen Bildungsabschlüssen - sei es ein Lehrabschluss oder auch die
Berufsreifeprüfung - soll dadurch vorangetrieben werden. Denn bei
Bewerbungen ist der formale Abschluss oft das entscheidende Kriterium
für die Anstellung.

ArbeitnehmerInnen, die nur über einen Pflichtschulabschluss
verfügen und einen Lehrabschluss nachholen wollen, können mit bis zu
3.000 Euro Förderung rechnen. Wer die Berufsreifeprüfung ablegen
will, kann für die notwendigen Vorbereitungskurse bis zu 1.000 Euro
Förderung erhalten. Unabhängig von den bisher erworbenen
Formalqualifikationen können Wiener Beschäftigte zukünftig mit bis zu
1.000 Euro gefördert werden, wenn sie weniger als 1.300 Euro netto im
Monat verdienen - häufig sind das Teilzeitbeschäftigte und Frauen.

WAS IST NEU AB 1. Februar 2012:
Bildungskonto plus: Der Weiterbildungs-Tausender des waff für
beschäftigte WienerInnen

- Bis zu 1.000 Euro (max. 90%) für berufsbezogene Weiterbildung für
   Beschäftigte mit maximal Pflichtschulabschluss. 
 - Bis zu 3.000 Euro (max. 90%), wenn zusätzlich der außerordentliche
   Lehrabschluss nachgeholt werden soll.
 - Bis zu 1.000 Euro (max. 50%) für Personen, die nicht mehr als
   1.300 Euro netto im Monat verdienen (wichtig: der Antrag auf
   Förderung muss in diesem Fall unbedingt vor Kursbeginn gestellt
   werden). 
 - Bis zu 1.000 Euro für die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung,
   Matura oder für Bildungsmaßnahmen im Rahmen eines
   Nostrifizierungsverfahrens.

Für alle anderen Wienerinnen und Wiener wird es auch weiterhin das
bekannte Bildungskonto des waff geben, das für alle Beschäftigten und
Arbeitslosen -unabhängig von ihrer formalen Ausbildung - eine
Förderung für Weiterbildungen bei vom waff anerkannten
Bildungsträgern in der Höhe von 200,- Euro für Beschäftigte bzw.
300,- Euro für Arbeitslose vorsieht.

Weiterentwicklung der Wiener Ausbildungsgarantie

Ein zentraler Schwerpunkt der Wiener Arbeitsmarktpolitik bleibt
auch in Zukunft die Wiener Ausbildungsgarantie für Jugendliche.
Wiener Ausbildungsgarantie heißt: Wenn Jugendliche eine Ausbildung
machen wollen, bekommen sie entweder einen Lehrplatz, eine
Qualifizierung oder ein unterstützendes Beratungs- und
Begleitungsangebot, wenn sie nicht wissen, wie es weitergehen soll.
"Etwa 4.000 junge Menschen erhalten in überbetrieblichen
Lehrwerkstätten eine gute Ausbildung für ihre persönliche Zukunft und
auch eine Absicherung: denn wer einen Bildungsabschluss vorweisen
kann, ist weniger oft von Arbeitslosigkeit betroffen, und damit vor
allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser abgesichert",
erläutert Brauner. Die überbetriebliche Lehrausbildung wird im Umfang
und in der konzeptionellen Ausrichtung laufend an den
Ausbildungsbedarf in Wien angepasst. Besonderes Augenmerk liegt
darauf, dass die Lehrlinge noch während der Ausbildung in einen
Wirtschaftsbetrieb wechseln.

Eine wichtige Neuerung ist das von Bundesminister Rudolf
Hundstorfer angekündigte "Jugendcoaching", das ab dem Jahr 2012
flächendeckend in ganz Wien vom Bundessozialamt Wien in Kooperation
mit allen Wiener Schulen umgesetzt wird. Die Wiener Pilotprojekte
C'mon 14 und m.o.v.e. on waren dafür Vorbild.

Ein weiterer Baustein der Ausbildungsgarantie sind
niedrigschwellige Angebote für Jugendliche, die ohne jede Anbindung
an Schule, Lehre oder arbeitsmarktpolitische Unterstützung sind. In
enger Kooperation mit der Wiener außerschulischen Jugendarbeit werden
Jugendliche im öffentlichen Raum auf die Angebote von space!lab
aufmerksam gemacht. Dort erproben sie praktische Arbeiten, erhalten
sozialarbeiterische Betreuung und haben einen Perspektivencoach zur
Seite, der bei der Entwicklung realistischer und dennoch attraktiver
beruflicher Ziele hilft. Bei space!lab werden die Jugendlichen so
weit vorbereitet, dass sie eine Ausbildung beginnen oder eine
Beschäftigung aufnehmen können.

Neue Beschäftigungschancen im Gesundheits- und Pflegebereich

Demografische Veränderung, veränderte Familienstrukturen und
zunehmende Professionalisierung tragen dazu bei, dass im Sektor
Gesundheit und Sozialwesen nach wie vor neue Arbeitsplätze in Wien
entstehen, für die es nicht genügend qualifizierte BewerberInnen
gibt. Dadurch entstehen Chancen für Wienerinnen und Wiener, die im
Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten und eine Ausbildung für
konkrete Jobs machen möchten.

Der waff hilft, die Lücke zwischen der Nachfrage der Betriebe und
dem Angebot auf dem Wiener Arbeitsmarkt zu schließen. Er unterstützt
die Betriebe bei der Personalsuche und Personalvorauswahl und fördert
die Qualifizierung im Gesundheits- und Pflegebereich. Das Besondere
an diesem Angebot ist: Wer das Auswahlverfahren durchläuft und in die
Ausbildung aufgenommen wird, hat bereits einen Job in der Tasche.

Es werden Ausbildungen als HeimhelferInnen, PflegehelferInnen und
diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen angeboten. Insgesamt
werden im Jahr 2012 vom waff gemeinsam mit den künftigen
ArbeitgeberInnen 1.000 arbeitslose WienerInnen ausgebildet.

Aktuell werden vom waff BewerberInnen für 45 Heimhilfe-Stellen
gesucht. Die Angebote sind online zu finden unter:
www.personalfinder.at

Kooperation mit der Wirtschaft

Der waff unterstützt in enger Kooperation mit der
Wirtschaftsagentur Wien wachsende Wiener Unternehmen bei der
Besetzung der entstehenden zusätzlichen Arbeitsplätze. Im Fokus
stehen beispielsweise Handelsunternehmen und Unternehmen, die
teilweise sehr hochspezialisierte Produkte und Dienstleistungen
anbieten, etwa im IT-Bereich oder der Umwelttechnologie.

INFO: Der Wiener Arbeitsmarkt im Jahr 2012

Nach den Krisenjahren 2009 und 2010 war das Jahr 2011 durch eine
deutlich bessere Konjunktur und einem damit verbundenen Wachstum des
Arbeitskräftepotentials um 2,1 % (rd. 18.000 Personen)
gekennzeichnet. Zuwächse gab es vor allem bei Frauen und
BerufseinsteigerInnen. Außerdem führte der Wegfall der
Beschäftigungsbeschränkungen für die "neuen" EU-Mitgliedsstaaten ab
Mai zu einem Anstieg der Beschäftigung von Personen aus diesen
Ländern, der aber mittlerweile wieder abflacht. Wien ist weiterhin
ein attraktiver Arbeitsort für ArbeitnehmerInnen aus den umliegenden
Bundesländern. Rund 250.000 Personen pendeln nach Wien.

Aktuell (Dezember 2011) stieg die Beschäftigung in Wien um fast
14.000 Personen auf insgesamt 773.000 Beschäftigte (rund 50% davon
Frauen). Das ist ein Zuwachs von 1,8 % gegenüber dem Vergleichsmonat
des Vorjahres. Gleichzeitig stieg aber auch die Arbeitslosigkeit,
weil der Zuwachs des Arbeitskräftepotentials jenes der Beschäftigung
übersteigt. In Wien gab es im Dezember 2011 um 4.300 mehr arbeitslose
Personen als im Vorjahr, das ist ein Zuwachs von 4,8 %.

Dennoch zeigt sich einmal mehr, dass die Entwicklung des Wiener
Arbeitsmarktes den konjunkturellen Schwankungen besser Stand hält,
als der Arbeitsmarkt in Regionen, die von exportorientierter
Sachgüterproduktion geprägt sind. Wien konnte vom Aufschwung nach der
Krise geringer profitieren, wird aber von der neuerlichen
Konjunktureintrübung weniger betroffen sein.

Es wird zu einem weiteren, allerdings nachlassenden
Beschäftigungswachstum kommen. Das Wirtschaftswachstum wird 2012 noch
nicht reichen, um die Arbeitslosigkeit zu senken, sondern es muss mit
einem geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden.

Rückfragehinweis:

Mag.a Heike Hromatka-Reithofer 
   Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner 
   Tel.: 01/4000-81219 
   E-Mail: [email protected]
   
   Mag.a Renate Geyrhofer
   Stv. Mediensprecherin waff 
   Tel.: 01/21748-461 
   E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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