• 17.01.2012, 10:05:54
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Wind-Masterplan muss Blockade des Windkraftsausbaus in Oberösterreich beseitigen

Nur ein ambitionierter Masterplan kann die oberösterreichischen Atomstromimporte ersetzen

Linz (OTS) - Demnächst ist die Präsentation des Windmasterplans
für Oberösterreich zu erwarten. IG Windkraft und atomstopp sind sich
in ihrer Forderung einig: Dieser Masterplan muss endlich dem
Stillstand in Sachen Windenergie in Oberösterreich ein Ende bereiten
und zu einem ambitionierten, zügig voranschreitenden Ausbau führen.

Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, präzisiert: "Es
ist zu befürchten, dass der Masterplan nicht die notwendigen
Änderungen bringt, um den sechsjährigen Stillstand des
Windkraftausbau in Oberösterreich zu beenden. Wir brauchen auch in
Oberösterreich ein klares politisches Commitment zur Windkraft, wie
wir dies in anderen Bundesländern seit Jahren haben." Sowohl Umfragen
als auch Gespräche mit der Bevölkerung vor Ort belegen, dass auch die
OberösterreicherInnen den Ausbau der Windkraft wollen.
Anton Haunold, Obmann der IG Windkraft Oberösterreich, ergänzt: "Wie
kann es sein, dass in Niederösterreich und im Burgenland innerhalb
von 2 Jahren 1000 Megawatt Windkraftleistung genehmigt werden,
während in Oberösterreich seit 6 Jahren kein einziges Windrad
genehmigt werden kann? Der Wind-Masterplan ist eine Chance, den
Karren herum zu reißen. Leider wurde die IG Windkraft in die
Ausarbeitung des Masterplanes noch nicht substantiell eingebunden."

Auch aus Sicht der Antiatombewegung gibt es fundamentales Interesse
an einer flotten Forcierung der Windenergie. "Atombefürworter
konfrontieren uns immer wieder damit, dass Österreich auf die Importe
von Strom aus Atomkraftwerken angewiesen wäre. Diese Aufrechnung
kratzt völlig zu Recht an der Glaubwürdigkeit heimischer
Antiatompolitik!", so Roland Egger und Gabriele Schweiger von
atomstopp. Und weiter: "Besonders beschämend ist, dass gerade in
Oberösterreich - mit seiner etablierten Antiatom-Offensive DAS
Antiatom-Vorzeigebundesland schlechthin! - seit 2005 die Erweiterung
der Windenergie-Kapazitäten künstlich unterbunden wird. Wir verlangen
ein Atomstromimport-Verbot. Das ist wirtschaftlich und rechtlich
möglich, wie GLOBAL 2000 und Greenpeace kürzlich belegt haben, und
die Ausreden aus dem Wirtschaftsministerium, warum ein
Atomstromimport-Verbot nicht von Österreich alleine gemacht werden
solle, ist nicht nachvollziehbar. Dass sich Bundesminister
Mitterlehner, wie gestern beim österreichischen Energie-Gipfel
offenbar wurde, in seiner Argumentation ausgerechnet von der
bekanntermaßen Atomkraft-favorisierenden EU-Kommission beraten lässt,
geht eindeutig zu weit. Welches Land soll denn dann den ersten
Schritt mit einem Atomstromimport-Verbot setzen, wenn nicht
Österreich? Wir werden jedenfalls nicht akzeptieren, dass
regenerative Energie-Ressourcen ungenutzt bleiben, obwohl Investoren
und auch geeignete Standorte ausreichend zur Verfügung stünden. Ein
Zustand, der sich mit dem neuen Konzept grundlegend ändern muss!"

"Die aktuelle Ökostrom-Tarifverordnung liest sich wie eine
ausdrückliche Einladung an Windkraftbetreiber und sollte auch als
Auftrag gewertet werden", fordert Alfons Gstöttner, Geschäftsführer
der Windkraft Innviertel GmbH, und erklärt dazu: "Bis 2020 könnten 10
% des Stromverbrauches in Oberösterreich durch Windkraftwerke im
eigenen Bundesland gedeckt werden. Mit 2 Windparks pro Bezirk könnte
diese Strommenge produziert werden. Die rechtliche Basis wurde mit
dem vergangenen Juli beschlossenen Ökostromgesetz 2012 gelegt. Nun
liegt es an der Landespolitik, die Windenergie zu nutzen. Blickt man
auf Bayern, so wird schnell klar, dass gerade der politische Wille
eine entscheidende Rolle spielt." Laut aktuellem Energiekonzept will
Bayern bis 2021 1000 bis 1500 neue Windräder errichten, um den
Atomstrom durch Windstrom zu ersetzen. "In Bayern weht sogar weniger
Wind als hier in Oberösterreich. Es ist zu hoffen, dass der
Wind-Masterplan den nötigen Schwung in die oberösterreichische
Windenergie bringt", ergänzt Haunold.

"Wir erwarten uns von den zuständigen Gremien des Landes
Oberösterreich ein entschlossenes und ambitioniertes Endresultat des
Windmasterplans, ein Endresultat, das für uns und für Oberösterreich
einen Neustart in Sachen erneuerbare Energien darstellt und auch
zeigt, dass man entschlossen ist, den Atomstromimporten mit dem
Ausbau der Windkraft das Wasser abzugraben", so die SprecherInnen von
IG Windkraft und atomstopp abschließend.

Rückfragehinweis:
Martin Fliegenschnee-Jaksch IG Windkraft: +43 699 188 77 855, [email protected]
Anton Haunold IG Windkraft Oberösterreich: 07764/6340
Alfons Gstöttner Windkraft Innviertel GmbH: +43 676 600 54 83
Roland Egger atomstopp: +43 680 23 93 019, [email protected]
Gabriele Schweiger atomstopp: + 43 680 33 33 625, [email protected]

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