• 16.01.2012, 15:38:36
  • /
  • OTS0179 OTW0179

15.391 Unterschriften gegen Kahlschlag in der ÖAW

Petition gegen die "Bedrohung des Forschungsstandortes Österreich" und für den Erhalt der ÖAW wird Bundespräsident Heinz Fischer überreicht

Wien (OTS) - Am Dienstag, dem 17. Jänner 2012, um 15 Uhr werden
Initiatoren der Petition gegen die "Bedrohung des
Forschungsstandortes Österreich" und für den Erhalt der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und
Wissenschafter/innen der ÖAW Bundespräsident Heinz Fischer die im
November 2011 aufgelegte Petition samt der Liste der
Unterzeichner/innen überreichen.

Die Petition bringt die Sorge zum Ausdruck, dass die drohenden
Einschnitte bei der ÖAW, der größten und bedeutendsten
Forschungsträgerorganisation des Landes, den ideellen und materiellen
Wohlstand Österreichs unmittelbar und nachhaltig gefährden. Infolge
der am 4. November 2011 unterzeichneten Leistungsvereinbarung ist die
ÖAW mit einer Finanzierungslücke von 10 bis 16 Mio. Euro pro Jahr
konfrontiert. Es drohen die Abgabe international anerkannter und
nachweislich exzellenter Forschungseinrichtungen sowie der Verlust
von 300 der derzeit 1.047 eigenfinanzierten Mitarbeiter/innen in den
Forschungseinrichtungen der ÖAW. Da die von Kündigung bedrohten
Mitarbeiter/innen selbst Drittmittelprojekte in der Höhe von ca. 22
Mio. Euro akquiriert haben, sind negative Multiplikatoreffekte zu
erwarten.

Der Historiker Prof. Gerald Stourzh, ein Unterstützer der
Petition, verweist auf einen Ausspruch von Wissenschaftsminister
Töchterle, Wissenschaft sei das "für die Zukunft Österreichs
anerkanntermaßen vielleicht wichtigste Feld". Der Minister weiter:
"Wenn zum Beispiel die Unis beginnen müssen, Leute zu entlassen,
Studienrichtungen einzusparen oder Forschungsprojekte einzustellen,
dann wäre das insgesamt ein fatales Signal." Dies, so Stourzh, gelte
auch für die ÖAW. Die ÖAW forscht auf vielen Gebieten wie etwa
Biotechnologie, Weltraumforschung und Sicherung des geistigen Erbes.
Im Unterschied zu den Universitäten konzentriert sie sich auf
Forschung.

Die Petition appelliert an die politisch Verantwortlichen, "die
zahlreichen Deklarationen umzusetzen, in denen Forschung als der
wichtigste Zukunftsfaktor unseres Landes bezeichnet wird, sowie für
die langfristige Absicherung und den Ausbau der Forschung zu sorgen".
"Österreich hat nicht viele andere Rohstoffe", sagt Wolfgang Mueller,
einer der Initiatoren der Petition. "Da Wissenschaft und Kultur
unsere wichtigsten nationalen Ressourcen sind, bedroht ein Kahlschlag
bei der ÖAW auch den Wirtschaftsstandort Österreich, tausende
Arbeitsplätze und die Zukunft unseres Landes." Durch die faktische
Kürzung des ÖAW-Budgets werde man viel zerstören, aber das
Staatsbudget nicht sanieren. Mit 10 Mio. Euro könne man gerade einen
Kilometer Autobahn finanzieren.

Die Unterstützer/innen der Petition kommen nicht nur aus Städten
mit Forschungsstandorten, sondern auch kleinen und kleinsten
Gemeinden des Landes, was, so die Initiatoren der Petition, auch die
oft hinterfragte Verankerung von Wissenschaft in der Bevölkerung
zeige: "Die Menschen verstehen die Wichtigkeit von Forschung für
unser aller Zukunft. Auch die Medien haben hier viel
Informationsarbeit geleistet." Der hohe Anteil von Unterzeichnern
außerhalb Österreichs belege zudem das hohe internationale Ansehen
der ÖAW und verdeutliche, dass auch das Prestige und die globale
Vernetzung Österreichs auf dem Spiel stehen. "Von Absdorf bis (zur
amerikanischen Spitzenuniversität) Yale reicht die Liste der
Unterzeichner/innen der Petition", freuen sich deren Initiatoren.
Auch aus Harvard, Princeton und Stanford kommen Unterstützer/innen.
"In wenigen Wochen ohne Werbebudget über 15.000 Unterschriften und
hunderte Unterstützungserklärungen zu erhalten, ist ein
Qualitätsausweis für die ÖAW und ein starker Rückenwind für die
Petition." Sie hoffen, dass das Ministerium die für die Weiterführung
der ÖAW-Arbeiten nötigen Mittel voll zur Verfügung stellt und damit
auch die Zukunft des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes
Österreich sichert.

Überreicht wird die Petition von Dr. Bedanna Bapuly,
Betriebsratsvorsitzende der ÖAW, Prof. Wolfgang Baumjohann, Direktor
des Instituts für Weltraumforschung der ÖAW, Dr. Ingeborg Geyer,
Direktorin des Instituts für Dialekt- und Namenslexika der ÖAW, Doz.
Karl Lohner, stv. Direktor des Instituts für Biophysik und
Nanosystemforschung der ÖAW, Doz. Monika Mokre, Co-Sprecherin der
Plattform "Rettet die Österreichische Akademie der Wissenschaften",
Doz. Wolfgang Mueller, Co-Initiator der Petition "Bedrohung des
Forschungsstandortes Österreich" und Prof. Gerald Stourzh.

Rückfragehinweis:

Doz. Dr. Wolfgang Mueller
   Österreichische Akademie der Wissenschaften
   Historische Kommission
   Tel. +43-1-51581-7311 
   [email protected]
   www.oeaw.ac.at/histkomm

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OAW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel