• 16.01.2012, 12:37:42
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Ungerechte Vermögensverteilung in Österreich ist Auftrag für gerechte Vermögensbesteuerung

Jahn: "Ein Prozent der Bevölkerung besitzt mehr als 90 Prozent."

Linz (OTS) - Selbst die Ratingagentur Standard&Poors weist in
ihrer Begründung zur Abstufung der Bonität Österreichs darauf hin,
dass eine einseitige Sparpolitik zu einem Abwürgen der
Inlandsnachfrage und weiteren Steuerausfällen führen kann.
SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn tritt daher für sozial
gerechte Vermögenssteuern zum nachhaltigen Schuldenabbau ein: "Wie
ein konservativer Einsparkurs aussieht, haben wir in Oberösterreich
gerade erst mit der eiskalten Kürzung der Wohnbeihilfe und der um ein
Prozent gekürzte Lohnerhöhung für ArbeitnehmerInnen im öffentlichen
Dienst gesehen. Die SPÖ lehnt diese falsche Belastungspolitik ab und
tritt stattdessen für sachlich gerechtfertigt Steuern auf
Spitzenvermögen ein!"

Für die Einführungen einer Vermögenssteuer für Millionäre spricht vor
allem:

Die ungerechte Vermögensverteilung in Österreich - ein Prozent der
Reichsten besitzt soviel wie 90 Prozent der übrigen Bevölkerung.
Die aktuell extrem niedrigen vermögensbezogenen Steuern in Österreich
- mit 1,4 Prozent einer der niedrigsten Werte weltweit.
Durch die Einnahmen kann auf weitere konservative Einspar- und
Kürzungsmaßnahmen für den Mittelstand verzichtet werden.
Arbeit ist in Österreich vergleichsweise hoch besteuert (insbesondere
im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen), während die
effektive Steuerlast der Betriebe 2012 auf 17 Prozent gefallen ist.
Gleichzeitig ist der Dividendenanteil schon wieder auf
Vorkrisenniveau.
1975 war der Anteil der Lohnsteuer und der Gewinnsteuern am gesamten
Steuerkuchen mit je rund 18 Prozent gleich hoch. Heute kommen 31
Prozent der Steuereinnahmen aus der Lohnsteuer! Unternehmen tragen
nur mehr 12 Prozent bei.
Seit Mitte der 1990er Jahren bleiben die Lohnsteigerungen (+55
Prozent) gegenüber den Gewinn- und Besitzeinkommen (+93 Prozent)
deutlich zurück.

"Für eine Vermögensbesteuerung von Millionären einzutreten, ist heute
in Österreich eine Frage der Gerechtigkeit. Gleichzeitig ist es vor
dem Hintergrund der viel diskutierten Schuldenbremse auch eine Frage
der Alternativen. Denn ohne die notwendige Vermögensbesteuerung droht
ein massives Kürzungs- und Einsparprogramm, das erfahrungsgemäß
KleinverdienerInnen und den Mittelstand trifft", argumentiert die
SPÖ-Klubvorsitzende.

Rückfragehinweis:
SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel.: 0732/7720-11313

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