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OTS0075   16. Jan. 2012, 11:26

Korosec ad Eurobarometer: Klarstellung zu veröffentlichten Pflege-Zahlen!

Durchschnittsalter pflegender Angehöriger bei 58 Jahren - Jüngere daher bei solchen Umfragen keine aussagekräftigen Auskunftspersonen.


LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin
des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener
Seniorenbundes stellt zu den am Wochenende medial kommentierten
Ergebnissen des aktuellen Eurobarometers klar:

"Man will uns also erklären, Österreich sei bei der familiären
Pflege mit nur 5% Pflege durch Angehörige Schlusslicht. So sei
zumindest das Ergebnis einer Umfrage unter 1.032 Personen aller
Altersgruppen in Österreich. Andererseits beschreibt der Endbericht
"Zur Situation pflegender Angehöriger in Österreich"
(Sozialministerium 2005, 1.151 ausgefüllte Fragebögen): 'Mehr als 80%
der Pflegebedürftigen in Österreich werden von Angehörigen gepflegt.'
Wobei laut diesem Bericht 40% der Betroffenen von ihren Ehepartnern
und 25% der Betroffenen von ihren Kindern gepflegt wurden. Was ist
also geschehen? Haben sich in den vergangenen sechs Jahren
Heerscharen von Angehörigen von ihren pflegebedürftigen
Familienmitgliedern abgewandt? Mitnichten!"

"Des Rätsels Lösung liegt im Durchschnittsalter der familiären
Pflegekräfte, welches in Österreich - ebenfalls laut Umfrage des
Sozialministeriums 2005 - bei 58 (!) Jahren liegt (mehr als 73% der
damals befragten Frauen und mehr als 76% der damals befragten Männer
waren 50+!). In der Umfrage des Eurobarometers wurden jedoch Menschen
ab 16 gefragt, ob sie denn Angehörige pflegen würden. Während
Menschen mit 16, 26, 36, 46 und 56 fast ausschließlich mit 'nein'
antworten (je älter, desto eher 'ja'), trifft diese Situation eben
fast ausschließlich auf ältere Österreicherinnen und Österreicher zu.
Österreichs Seniorinnen und Senioren sind eben der größte
Pflegedienst des Landes, Junge in diesem Zusammenhang keine besonders
aussagekräftigen Auskunftspersonen, was das Ergebnis eben verzerrt.
Und ob die heute Jungen in einigen Jahrzehnten auch in einem solchen
Ausmaß die Pflege ihrer Angehörigen übernehmen werden wie die
heutigen Seniorinnen und Senioren, ist freilich offen und wird zur
Schlüsselfrage in unserem künftigen Pflegesystem werden", führt
Korosec zu den statistischen Feinheiten aus.

Abschließend hält Korosec fest: "Österreich ist sowohl beim
Pflegegeld mit seinen einzigartigen sieben Pflegegeldstufen, als auch
bei der Leistung der pflegenden Angehörigen Europameister. Jetzt
brauchen wir noch die angekündigte Pflegestrukturreform, dass dies
auch so bleiben kann. Aber dass wir 'Schlusslicht in Europa' seien
lassen wir uns gewiss nicht einreden!"

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0075 2012-01-16 11:26 161126 Jän 12 SEN0001 0366



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stv. GS Susanne Walptischeker
Tel.: 0650-581-78-82;
swalpitscheker@seniorenbund.at
www.seniorenbund.at

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