- 16.01.2012, 10:38:30
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Energiegipfel: IV warnt vor Alleingang Österreichs
IV-VGS Koren: Alleingang Österreichs standortschädlich - Eklatanter Bruch mit EU-Recht - Keinerlei ökologischer Nutzen erkennbar
Wien (OTS/PdI) - Vor dem heutigen Energiegipfel von
Regierungsvertretern mit Umweltorganisationen warnte Mag. Peter
Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), "vor
einem Schnellschuss und unüberlegten Alleingang Österreichs, der
ausschließlich zu Mehrbelastungen für die Stromkunden in Österreich
führen würde und keinerlei ökologischen Mehrwert, dafür aber ein
Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof mit sich brächte." Durch
die Verpflichtung in Österreich zur Hinterlegung von Strom
unbekannter Herkunft mit Zertifikaten würde "in Europa keine
Kilowattstunde weniger Atomstrom erzeugt werden", so Koren.
Profitieren würden bloß jene Ländern, welche die Zertifikate teuer an
Österreich verkaufen und gegen einen höheren Atomstromanteil
"umtauschen". Gleichzeitig verschlechtere sich durch diesen erzwungen
Zukauf thermischer Zertifikate zudem die Österreichische CO2-Bilanz.
Darüber hinaus stelle ein Importverbot für Strom unbekannter
Herkunft einen Verstoß gegen die Warenverkehrsfreiheit und damit
einen eklatanten Bruch mit einem der Grundprinzipien der Europäischen
Union dar. "Die Bundesregierung sollte ihre Anstrengungen auf die
notwendigen Strukturreformen in Europa lenken, statt unüberlegte
Alleingänge zu beschließen, die den Standort schädigen, die
Stromrechnung für Konsumenten verteuern und ansonsten nichts
bringen", betonte Koren.
Der Markt für Herkunftsnachweise in Europa sei äußerst illiquide
und umfasse nur einen geringen Prozentsatz des in der EU erzeugten
Stroms, stellte Koren fest. Ersten Schätzungen der Energiewirtschaft
zufolge würde ein Graustromverbot zu einer Erhöhung der Preise für
Endkunden von bis zu 160 Mio. Euro pro Jahr führen. "Das würde jeder
Haushalt spüren. Daher müssen die tatsächlichen Auswirkungen auf die
Stromkosten und den Standort geprüft werden, bevor Österreich ein
solches Verbot erwägt", forderte Koren.
Damit der Anteil an Atomstrom tatsächlich gesenkt werde, müsse
Österreich wieder zum Nettoexporteur werden und die heimische
Stromerzeugung erhöhen. "Dies erfordert neben den Ausbau der
heimischen Wasserkraft, konsequente Maßnahmen zur Steigerung der
Energieeffizienz, um den Stromverbrauch und damit die
Importabhängigkeit zu senken", stellte Koren fest. Darüber hinaus
spreche sich die IV für eine lückenlose Stromkennzeichnung auf
Europäischer Ebene aus, damit die Endkunden ihre Wahlfreiheit besser
ausüben können.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
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