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OTS0011   15. Jan. 2012, 10:00

Umweltdachverband an BK Faymann: Anti-Atomgipfel muss Atom-Geschäfte des VERBUNDs stoppen!

- 1. Ministerratsbeschluss zum "AUS für Atomstromhandel des VERBUNDs" gefordert


2. Öffentliche Kennzeichnung von Pumpstrom gefordert

  • Schluss mit "grauen Batterien"!
  • 3. Einführung eines Strompickerls gefordert

Anlässlich des morgigen Anti-Atomgipfels stellt der
Umweltdachverband drei Forderungen an Bundeskanzler Faymann und
Vizekanzler Spindelegger. "Die Bundesregierung muss endlich Schluss
mit der unverantwortlichen Stromhandelspraxis heimischer
Energieversorger im öffentlichen Mehrheitseigentum machen.
Insbesondere die staatliche Verbundgesellschaft verkauft über ihre
Dumping-Tochter Verbund Sales GmbH billigen Graustrom und handelt
selbst an den internationalen Strombörsen mit schmutzigem Strom.
Damit steht das staatliche Unternehmen an der Spitze der
Atomstromhändler unter den heimischen Energieversorgern. Der
Anti-Atomgipfel muss die Entscheidung für einen Ministerratsbeschluss
für den Ausstieg aus dem Atomstromhandel der Verbundgesellschaft
bringen. Solange der Verbund nicht atomstromfrei ist, bleibt jedes
politische Atomstromausstiegsszenario ein Lippenbekenntnis. BM
Mitterlehner als Eigentümervertreter der Republik Österreich könnte
dies, im Gegensatz zu einem absoluten Atomstromimportverbot, als
Mehrheitsaktionär mit einer einzigen Aufsichtsratsitzung erledigen",
wiederholt Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des
Umweltdachverbandes, die längjährige Forderung des
Umweltdachverbandes.

Verstärkung der Stromkennzeichnungspflicht gefordert: "Grüne
Batterien" nur mit grünem Strom
"Besonders in den Speicherseen der alpinen Pumpspeicher steckt
jährlich eine Strommenge, die 55 % der Jahresproduktion eines
Reaktorblocks des AKW Mochovce entspricht. Die Marketing-Slogans des
Verbunds von "sauberer Wasserkraft" und "grünen Batterien" sind damit
schändliche Öko-Schmähs. Denn der für den Pumpvorgang verwendete
Strom wird großteils an den internationalen Strombörsen zu
Dumpingpreisen eingekauft, ein Faktum, das der Verbund inzwischen
selbst mehrfach und auch gegenüber dem Parlament bestätigt hat",
erklärt Proschek-Hauptmann. Der Umweltdachverband fordert daher eine
Kennzeichnungs- und Veröffentlichungspflicht der Stromzusammensetzung
von Pumpstrom für alle Speicherkraftwerke in Österreich.
"Pumpspeicher dürfen nicht mit schmutzigem Atom- oder Kohlestrom
betrieben werden. Durch den Pumpvorgang gehen bis zu 25 % der
eingespeisten Energie verloren, was den schmutzigen Strom noch
schmutziger macht. Der Beiname "grüne Batterien" ist nur für
Pumpstrom aus 100 % zertifizierten erneuerbaren Energien
gerechtfertigt. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger
müssen daher beim Anti-Atomgipfel Nägel mit Köpfen machen und
festlegen, dass Pumpspeicher umgehend atomstromfrei werden und
mittelfristig ausschließlich mit Erneuerbaren zu betreiben sind",
verlangt Proschek-Hauptmann.

UWD fordert Einführung eines Strompickerls
"Der Stromkennzeichnungsbericht 2011 weist 5,6 Tonnen radioaktiven
Abfall aus, der unserem Strom unbekannter Herkunft zuzurechnen ist.
Doch niemand will den schmutzigen Strom gekauft haben. Die
KonsumentInnen müssen in Zukunft wissen, mit welchem Strom Produkte
und Leistungen, die sie in Anspruch nehmen, produziert werden. Mit
der Einführung eines Strompickerls, das klar macht, welchen Strommix
ein Geschäft oder Betrieb bezieht, ist eine wirklich umfassende
Stromkennzeichnung rasch und unbürokratisch umsetzbar. Der
Anti-Atomgipfel muss auch hier die Weichen stellen", schließt
Proschek-Hauptmann.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0011 2012-01-15 10:00 151000 Jän 12 OGN0001 0433



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Tel.: (++43-1)40113/21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
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