- 13.01.2012, 10:59:31
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SP-Wagner zu Kontrollamtsbericht: Der Kinderwunsch darf nicht der Geschäftemacherei dienen
Wien (OTS/SPW-K) - "Der heute veröffentliche Kontrollamtsbericht
über die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen im
Wiener Krankenanstaltenverbund zeigt deutlich ein Problem auf, mit
dem die ganze Gesundheitsversorgung in Österreich zu kämpfen hat. Es
gibt einen klaren Trend zu Mehrlingsschwangerschaften auf Grund von
künstlicher Befruchtung in Österreich. Hier profitieren einige wenige
Wirtschaftsunternehmen vom Kinderwunsch von Paaren. Wenn aber im
Rahmen der Schwangerschaften Probleme auftreten, sind es die
öffentlichen Gesundheitsanbieter, die für die Gesundheit aller
Betroffenen sorgen", erklärte heute, Freitag, der Vorsitzende des
Gesundheits- und Sozialausschusses, SPÖ-Gemeinderat KR Kurt Wagner.
"Der Kinderwunsch darf nicht der Geschäftemacherei dienen." Die Zahl
von Zwillingsgeburten verblieb im AKH Wien seit 2007 auf Werten
zwischen 171 und 179, die Zahl höhergradiger Mehrlingsgeburten stieg
von 6 auf zuletzt 10 an und verzeichnete 2009 einen Höchststand von
14. "Was nominal wenig klingt, ist ein Anstieg auf zuletzt 167
Prozent des Wertes von 2007", so Wagner. *****
Im Kontrollamtsbericht werde deutlich, dass die Zahl der Geburten im
AKH Wien in den Jahren 2007 bis 2010 von 2.768 auf 2.402 gesunken sei
- die Zahl der Kaiserschnitte im Haus auf der Höhe von 1.172 bis
zuletzt 1.191 verblieb. Die Sectiorate stieg damit von 42,3 Prozent
auf 49,6 Prozent im Jahr 2010. In den anderen städtischen Spitälern
bewegte sich der Anteil der Kaiserschnitte an allen Geburten zuletzt
zwischen 18,3 Prozent im Donauspital und 29,8 Prozent in der
Rudolfstiftung. Aktuell arbeite die Wiener
Frauengesundheitsbeauftragte an der Darstellung der Gesamtsituation
der Sectiorate in den Wiener Krankenhäusern.
Wagner verwies auf einen Problembereich, der vom Kontrollamtsbericht
aufgezeigt wurde: Das Wahlhebammenprojekt in der Wiener
Semmelweisklinik habe im Prüfungszeitraum nicht über eine
ausreichende Rechtsgrundlage verfügt. Überdies verwies das
Kontrollamt auf die negative Optik, wenn Wahlhebammen als Bedienstete
der Stadt Wien an ihrem Dienstort einer Nebenbeschäftigung
nachgingen.
Im AKH Wien wurde - bezogen auf so genannte Vollzeitäquivalente - die
höchste Zahl an Geburten pro Hebamme gemessen. Dies konnte aber auf
die hohe Zahl an unbesetzten Dienstposten für Hebammen zurückgeführt
werden - und zeigte sich nicht als Systemfehler. Zur Frage der
Dienstzeiten der Hebammen fand das Kontrollamt heraus, dass es in
einigen Fällen zu Überschreitungen innerhalb des Stichprobenmonats
August in den Jahren 2007 bis 2010 gekommen sei. In den meisten der
insgesamt 21 Fälle von Überschreitungen der Tagesarbeitszeit handelte
es sich um solche im Ausmaß von deutlich weniger als einer Stunde.
Bei den Überschreitungen der Wochenarbeitszeit lagen die meisten der
32 Fälle in einer Bandbreite von 0,50 bis 1,25 Stunden. Wagner
betonte, hier könne man besser werden. Kritisch beurteilte der
Ausschussvorsitzende auch die Geschichte der Ausschreibungen von
Führungspersonal im Hebammenbereich des AKH Wien. Mittlerweile habe
allerdings eine Oberhebamme ihren Dienst angetreten.
"Als Sozialdemokrat freut es mich, dass das Kontrollamt letztlich
aber deutlich ausführt, dass der KAV als Unternehmung der Stadt Wien
schon bisher für Hebammen über eine hohe Attraktivität als
Dienstgeberin verfügte, die durch die zuletzt vorgenommenen
Verbesserungen bei deren Einkommenssituation unzweifelhaft noch
weiter erhöht werden konnte", schloss Wagner. (Schluss)
Rückfragehinweis:
SPÖ-Klub Rathaus, Presse
Mag. Louis Kraft
Tel.: (01) 4000-81 943
mailto:[email protected]
www.rathausklub.spoe.at
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