Mitterlehner/Hundstorfer: Neue Zielgruppen für Lehre erschließen, Drop-Out-Zahlen reduzieren
Reform der Lehrlingsförderung - Neues Coaching-Programm für Jugendliche und Betriebe kommt - Treffsicherheit bei Berufswahl erhöhen
Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat
in Abstimmung mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer neue Richtlinien
für die Lehrlingsförderung erlassen. Auf Basis der Novelle des
Berufsausbildungsgesetzes (BAG) können damit neue Schwerpunkte
gesetzt werden. "Aufgrund des demographischen Wandels und des
Fachkräftebedarfs der Betriebe wollen wir neue Zielgruppen für die
Lehre erschließen und die Zahl der Ausbildungsabbrüche verringern.
Dazu lancieren wir zum Beispiel ein neues Coaching-Programm für
Jugendliche und Betriebe", betont Mitterlehner. "Laut Prognosen geht
die Zahl der 15-Jährigen bis 2015 um rund 15.000 zurück. Daher ist es
wichtiger denn je, die Treffsicherheit bei der Lehrberufswahl und der
weiteren Ausbildung zu erhöhen."
"Die Lehrlingscoaches helfen den Jugendlichen sowie auch den
Ausbildner/innen bei Problemen, die während der Ausbildung auftreten
und vermitteln zwischen Betrieb, Eltern, Berufsschule und Lehrling.
Die Begleitung des Lehrlings erfolgt je nach individuellem Bedarf für
kurze Zeit oder, wenn notwendig, bis zum Ausbildungsabschluss. Ziel
ist die Erhöhung der Zahl an Lehrlingen, die erfolgreich die
Lehrabschlussprüfung absolvieren. Die Verhinderung von
Lehrausbildungsabbrüchen ermöglicht den Jugendlichen verbesserte
Berufs- und Karrierechancen", unterstreicht Hundstorfer.
Eckpunkte der Maßnahmen und Pilotprojekte
Im Rahmen eines Pilotprojekts wird ab Juni/Juli 2012 in den
Bundesländern Wien, Tirol, Oberösterreich und Steiermark das neue
Coaching-Programm etabliert. Die zusätzlichen Ansprechpartner
unterstützen in Kooperation unter anderem mit Wirtschaftskammer und
Arbeitsmarktservice Ausbildungsbetriebe und Lehrlinge bei allen
Fragen zum Ausbildungsverhältnis, geben Rechts- und Förderberatung,
aber auch Mediation und Krisenintervention. Besonders unterstützt
werden Betriebe mit Lehrlingen mit Migrationshintergrund.
Zusätzlich werden für zehn Zukunftsberufe (wie Metalltechnik,
Elektrotechnik, Chemielabortechnik, bautechnischer Zeichner,
Chemielabortechnik, Tourismusberufe) neue Leitlinien erstellt. Damit
sollen insbesondere erstmals in die Lehre einsteigende Betriebe bei
der Ausbildungsplanung besser unterstützt werden. Ein weiteres Ziel
ist die verstärkte Qualitätssicherung bei den Lehrabschlussprüfungen,
was durch die im Wirtschaftsministerium angesiedelte neue
Clearingstelle erreicht werden soll. Diese stellt künftig
Qualitätssiegel für die je nach Branche unterschiedlichen
Prüfungsinhalte aus, die derzeit modernisiert werden. Zusätzlich wird
die Teilnahme von Prüfern an Schulungen unterstützt.
Stärker unterstützt werden sollen auch Ausbildungsunternehmen, die
Auslandspraktika von Lehrlingen forcieren. Während bisher nur der
Lehrling Anreise und Aufenthaltskosten im Ausland ersetzt bekam,
werden ab dem Frühjahr 2012 auch die österreichischen Betriebe, die
auf ihre Lehrlinge verzichten müssen, unterstützt. Konkret erhalten
sie während des Auslandsaufenthalts des Lehrlings die
Lehrlingsentschädigung ersetzt.
Weitere Unterstützung für Fachkräfte mit Migrationshintergrund
Neu ist, dass die Möglichkeiten der Anrechnung von facheinschlägigen
Vorkenntnissen - die z.B. aufgrund langjähriger Tätigkeit im Betrieb
aber ohne formale Lehrausbildung erworben wurden - auf die
Lehrabschlussprüfung erweitert werden. "Damit erleichtern wir das
Nachholen eines formalen Bildungsabschlusses. In der Praxis wird das
vor allem Fachkräften mit Migrationshintergrund helfen, ihre im
In-und Ausland erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten besser zu
verwerten", betont Mitterlehner. Damit werden die bestehenden
gesetzlichen Möglichkeiten der Anerkennung von im Ausland erworbenen
Qualifikationen weiter ausgebaut.
Konkret werden Prüfungswerbern informell oder non-formal erworbene
Qualifikationen auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet. Die
zuständige Lehrlingsstelle beurteilt, welche Qualifikationen für eine
Anrechnung in Frage kommen und legt fest, welche Teile der
Gesamtqualifikation noch fehlen und zu ergänzen sind. Zum Beispiel
könnte sich ein Mitarbeiter im Bereich der Elektrotechnik ohne
offiziellen österreichischen Berufsabschluss durch berufsbegleitende
Kurse die Kenntnisse einer Fachkraft erwerben. Im Hinblick auf diese
non-formale Weiterbildung werden ihm in Zukunft bei der
Lehrabschlussprüfung theoretische und praktische Prüfungsteile
angerechnet.
Familie und Jugend (BMWFJ)
Pressesprecher des Bundesministers:
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Pressesprecherin des Sozialministers
Mag.a Elisabeth Kern
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www.bmask.gv.at














