- 12.01.2012, 09:32:50
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Greenpeace errichtet Anti-Atom-Ministerium
Gesetzliches Aus der Atomstrom-Importe nach Österreich gefordert
Wien (OTS) - Dreißig Greenpeace-AktivistInnen haben heute Früh das
Foyer des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums am Stubenring in ein
Anti-Atom-Ministerium umgewandelt und wollen dieses bis zum
Anti-Atomgipfel am kommenden Montag aufrecht erhalten. Sie wollen
damit ein gesetzliches Aus für Atomstrom-Importe erreichen.
Gleichzeitig hat Greenpeace vor dem Ministerium einen mehr als vier
Meter hohen Kühlturm errichtet, der die jährlichen Atomstrom-Importe
nach Österreich symbolisiert. "Die Bundesregierung muss ein
gesetzliches Aus für Atomstrom-Importe beschließen. Einzelne
Unternehmen, wie Verbund und Kelag, machen auf dem Rücken der
österreichischen Bevölkerung Geschäfte mit Atomstrom.
Wirtschaftsminister Mitterlehner muss dem einen Riegel vorschieben",
fordert Jurrien Westerhof, Energiesprecher von Greenpeace.
Dass ein gesetzlich geregelter Stopp von Atomstrom-Importen
EU-rechtlich möglich ist wurde im Vorjahr mit zwei unabhängigen
Gutachten belegt. Eine solche Regelung würde zwangsläufig zu einer
geringeren Nachfrage nach Atomstrom führen. Dadurch würden bestehende
Atomkraftwerke weniger lukrativ, für geplante oder in Bau befindliche
würde sich der Absatzmarkt verkleinern.
Mit der Errichtung eines Anti-Atom-Ministeriums im repräsentativen
Gebäude des Wirtschafts- und des Umweltministeriums greift Greenpeace
den Willen der überwiegenden Mehrheit der österreichischen
Bevölkerung auf. Im Rahmen einer im Juni 2011 von Greenpeace und
GLOBAL 2000 beauftragten Umfrage sprachen sich drei Viertel der
befragten Österreicher für ein gesetzlich verankertes Aus der
Atomstrom-Importe aus. Immer mehr österreichische Energieunternehmen
importieren keinen Atomstrom mehr.
Trotzdem halten einzelne Energieversorgungsunternehmen wie der
Verbund oder die KELAG an Atomstrom-Importen fest. Das führt dazu,
dass eine Atomstrommenge importiert wird, die der Jahresproduktion
des slowenischen Atomkraftwerks Krsko entspricht. In Slowenien wird
derzeit über einen Ausbau von Krsko II diskutiert, der sich nur dann
wirtschaftlich rentiert, wenn Länder wie Österreich weiterhin
Atomstrom importieren.
"Länder wie Tschechien oder die Slowakei können sich mit dem Hinweis
auf die freie Wahl der Energieträger für Atomkraft entscheiden. Also
hat Österreich auch das Recht sich zu entscheiden, keinen Atomstrom
mehr zuzulassen. Je kleiner der Markt für Atomstrom wird, desto
uninteressanter wird es für Investoren, Atomkraftwerke zu
finanzieren.", erklärt Westerhof abschließend.
Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664 6126701
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718
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