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OTS0074   11. Jan. 2012, 11:13

Superstar Jeff Koons zu Gast im Kunsthistorischen Museum - BILD

Start der neuen Künstler-Gesprächsreihe im KHM


Superstar Jeff Koons zu Gast im Kunsthistorischen Museum vergrößern

BILD zu OTS - Jeff Koons und Generaldirektorin Sabine Haag in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums.

Der weltberühmte amerikanische Künstler Jeff Koons
war gestern, Dienstag, den 10. Januar Gast im Kunsthistorischen
Museum in Wien und führte am Abend in der Kuppelhalle vor etwa 300
geladenen Gästen ein exklusives Gespräch mit Jasper Sharp, dem
KHM-Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst. Bereits am
Vormittag traf Koons mit Generaldirektorin Sabine Haag zusammen und
erhielt von ihr exklusive Einblicke in die Restaurierwerkstatt der
Kunstkammer (wo er u.a. einen Blick auf die derzeit noch nicht
zusammengebaute Saliera werfen konnte) sowie in das "finstere" Depot
der Kunstkammer. Dort faszinierten ihn vor allem die "Eroten" von
Hans Daucher sowie der "Adam" von Tilman Riemenschneider und die
"Furie" aus Elfenbein. All diese Werke werden ab Dezember 2012 in der
wiedereröffneten Kunstkammer in neuem Glanz zu sehen sein.

Jeff Koons ist selbst leidenschaftlicher Sammler und Bewunderer
von Werken alter Meister und antiken Kunstwerken. Zur Zeit plant er
unter dem Titel "Antiquities" eine neue Reihe von eigenen
Kunstwerken. Bei einer Führung durch die KHM-Antikensammlung
interessierten ihn daher vor allem die Bronzen und Marmorskulpturen
sowie die Thematik des idealen versus des realen Porträts. Am
Nachmittag konnte Koons bei einem Rundgang durch die Gemäldegalerie
seine beiden Lieblingsgemälde von Correggio ("Jupiter und Yo" und
"Die Entführung des Ganymed") bewundern sowie Raffaels Gemälde der
Heiligen Margarete, die auf ihn als Schutzheilige der Geburt eine
besondere Faszination ausübt. Eine "Neuentdeckung" für Jeff Koons war
der niederländische Meister Maerten van Heemskerck, dessen
Darstellung des antiken Bacchusfestes ihn sehr beeindruckte.

Im Gespräch am Abend mit Jasper Sharp sprach Jeff Koons von der
Bedeutung der historischen Meisterwerke in seinem eigenen Werk. Dabei
interessiert Koons auf der einen Seite die virtuose Handwerkskunst
der alten Meister, auf der anderen Seite aber auch die verwendeten
Materialien, die sich wiederum in neuer, veränderter Form in seinen
Objekten wiederfinden. Die Arbeit in Künstlerwerkstätten, wie sie bei
den alten Meistern oft zu finden war und wie sie auch heute noch im
kunsthandwerklichen Bereich, etwa in Südtirol oder in Bayern, zu
beobachten ist, faszinierte Koons ebenfalls seit jeher sehr und
inspirierte ihn dazu, selbst eine solche "Renaissance Werkstätte" à
la Rubens oder Cranach zu gründen: in seinem Atelier in New York
arbeiten zeitweise mehr als 100 Künstler und Assistenten im Dienste
des Meisters, der stets einen überaus hohen Anspruch an sich selbst
und an seine Mitarbeiter stellt.

Das gestrige Gespräch mit Jeff Koons stellt den Auftakt zu einer
neuen Reihe von monatlichen Vorträgen und Gesprächen im
Kunsthistorischen Museum dar, welche ab sofort das
Ausstellungsprogramm im KHM begleiten wird. Maßgebende internationale
und österreichische Künstler/innen, Museumskuratoren/innen und
Kritiker/innen sprechen dabei über ihre eigenen Arbeiten und Projekte
sowie über ihre Beziehung zu den historischen Sammlungen des Museums.
Im Februar findet ein Gespräch mit Martin Gayford, Kunstkritiker und
Biograf von Lucian Freud, statt und im März kommt Fotografin Nan
Goldin.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0074 2012-01-11 11:13 111113 Jän 12 KHM0001 0514



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