• 10.01.2012, 13:55:41
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Aus leeren Kirchen Kultur- und Shoppingzentren machen

Zweithöchste Kirchenaustrittszahlen seit Jahrzehnten: Statt soll verwaiste Kirchen nicht subventionieren, sondern für alle nutzbar machen. "Mittellose" Kirche kauft teure Immobilien.

Wien (OTS) - Der Erhalt kirchlicher Bauten wird bereits jetzt
vielfach aus Steuermitteln finanziert. Trotzdem wird der Ruf nach
einer "Kirchensteuer für alle" laut, mit dem Argument des Erhalts
kirchlicher Bauten. "Dieser Vorstoß des Bauernbundes erfolgte wohl
angesichts der nun bekannt gewordenen extrem hohen
Kirchenaustrittszahlen", mutmaßt Niko Alm, Mitinitiator des
Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. Seit 2006 sind der Kirche
312.497 Schäfchen davongelaufen, die aktuellen Zahlen 2011 sind die
zweithöchsten seit Jahrzehnten. "Für die Kirche hat zu gelten, was
für jeden anderen Immobilienbesitzer auch gilt: Wer sein Bauwerk
nicht mehr erhalten kann oder will, muss er verkaufen", fordert Alm.
Privilegien seien für die schwerreiche Kirche fehl am Platz. Und wenn
der Staat schon für den Erhalt aufkomme, dann sei es nur recht und
billig, diese Immobilien günstig zu erwerben und im Interesse des
Gemeinwohls zu nutzen.

Kirche kauft Immobilien in bester Lage

Ein Beispiel für solchen Erhalt auf Kosten aller ohne jeden
Vorteil für die Gesellschaft ist die Kollegienkirche in Salzburg. Wie
die Tageszeitung "Der Standard" berichtete, wurden für deren
Sanierung bisher von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) 3,7
Millionen Euro ausgegeben. Weitere 2,5 Millionen Euro sollen bis 2013
folgen. Während sich die Kirche ihre Sakral-Immobilien also vom Staat
über Zwangsbeiträge und Steuerleistungen finanzieren lässt, kauft sie
andererseits eifrig gewinnbringende Immobilien ein: Vor einem Jahr
wurde publik, dass der Karmeliterorden das 50 Hektar große Stadtareal
Reininghausgründe in Graz erworben hat. Im Jahr 2010 verlautbarte die
BUWOG den Verkauf von 11 Wohnhausanlagen mit insgesamt 276 Wohnungen
an das Benediktinerstift Admont in der Steiermark.

Papstkreuz: vermutlich illegal errichtet und von Gemeinde Wien
subventioniert

Aber nicht nur Bundesmittel werden für kirchliche Subventionen
missbraucht. Auch aus Landesmitteln finanzieren Steuerzahler
unfreiwillig kirchliche Projekte: aktuell das "Papstkreuzes" im
Wiener Donaupark. Laut Informationen, die der "Initiative Religion
ist Privatsache" vorliegen, wurde das Bauwerk ohne Baubewilligung und
daher entgegen der Wiener Bauordnung errichtet. Univ.-Prof. Dr. Heinz
Oberhummer, Vorstandsmitglied der Initiative: "Es ist unerträglich,
wenn gesetzliche Bestimmungen ignoriert werden, nur weil es sich um
ein Bauwerk der katholischen Kirche handelt. Protzige religiöse
Symbole, die nur der Zurschaustellung des weltlichen Machtanspruches
einer Kirche dienen, haben in der Öffentlichkeit nichts verloren."

Umwidmung kirchlicher Bauwerke im Trend

Das Interesse an der Umwidmung kirchlicher Bauwerke nimmt
unterdessen in ganz Westeuropa zu: In Deutschland werden Sakralbauten
immer häufiger zu Wirtshäusern, Discos oder Konsumtempeln
umfunktioniert. 2004 gelangten luxuriöse bischöfliche Immobilien in
Millionenwert auf den englischen Immobilienmarkt. "Da die Zahl der
Kirchenmitglieder sich seit Jahren im freien Fall befindet und auch
die sonntäglichen Kirchgänger längst eine verschwindende Minderheit
bilden, wäre es nur recht und billig, dass ehemals sakrale Bauten
einer sinnvolleren Nutzung im Sinne der Allgemeinheit zugeführt
werden", sagt Volksbegehrens-Proponent Niko Alm.

www.kirchen-privilegien.at

Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, [email protected]

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