• 10.01.2012, 13:36:02
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Krankenstände: WK-Trauner vergreift sich in der Wortwahl - und präsentiert hanebüchene Zahlen

Linz (OTS) - Die Krankenstandsquote lag im Jahr 1980 bei 4,8
Prozent und ist seither stark zurückgegangen. Im Vorjahr lag sie bei
3,5 Prozent, in OÖ. gar nur bei 3,01 Prozent. Offensichtlicher Grund
für diesen Rückgang: Die permanente Angstmacherei der Wirtschaft, als
"Tachinierer" abgestempelt zu werden oder gar den Arbeitsplatz zu
verlieren. Jetzt versucht die WK schon wieder zu "kampagnisieren".
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Schluss mit solchen unseriösen
Missbrauchsdebatten!"

235.000 Krankenstandstage und 15 Millionen Euro an Kosten wären
2011 auf das Konto von Tachinierern gegangen, behauptet heute dreist
WK-Präsident Dr. Trauner. Die AK fragt sich, wie die
Wirtschaftskammer auf solche Zahlen kommt, denn eine (seriöse) Quelle
gibt sie nicht an.

Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ist die von Trauner
losgetretene Debatte absurd und völlig überflüssig: "40 Prozent der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen krank arbeiten. Da müssen
wir ansetzen - und nicht bei einer Diskussion über angebliche
Tachinierer und beim Schüren von Ängsten." Laut dem Österreichischen
Arbeitsgesundheitsmonitor bleibt fast jede/-r zweite der insgesamt
13.000 Befragten nicht daheim, obwohl er/sie sich krank fühlt.

59 Prozent tun dies, weil sie ihre Kolleginnen und Kollegen nicht
im Stich lassen wollen, 36 Prozent, weil die Arbeit sonst liegen
bleibt, und 15 Prozent aus Angst vor Konsequenzen - sprich
Jobverlust. "Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, angstfrei und
in Ruhe gesund zu werden", argumentiert Kalliauer.

Missbrauch von Krankenkassengeldern

Abzustellen ist nach AK-Meinung ein tatsächlicher Missstand -
nämlich die gängige Praxis in manchen Branchen, dass sich Unternehmen
von Mitarbeiter/-innen, die sich im Krankenstand befinden,
einvernehmlich trennen und so die Entgeltkosten auf die Krankenkassen
übertragen. "Wir beobachten leider immer wieder, dass die Folgekosten
krankmachender Arbeitsbedingungen auf Krankenkassen und
Arbeitslosenversicherung abgewälzt werden", so Kalliauer.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb einen Kündigungsschutz im
Krankenstand. Eine einvernehmliche Auflösung im Krankenstand soll nur
nach nachweislicher Beratung durch Betriebsrat oder (gesetzliche)
Interessenvertretung der Arbeitnehmer/-innen möglich sein. Die
Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers darf trotzdem nicht
entfallen.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. (FH) Wolfgang Spitzbart
Tel.: (0732) 6906-2186
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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