- 10.01.2012, 10:19:53
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Kirchenstatistik: Deutlicher Rückgang bei Kirchenaustritten
Austritte 2011 gegenüber 2010 um 32 Prozent zurückgegangen - Gesamtzahl der Katholiken in Österreich beläuft sich auf 5,41 Millionen
Wien, 10.01.12 (KAP) Die Zahl der Kirchenaustritte ist in der
römisch-katholischen Kirche in Österreich 2011 im Vergleich zu 2010
stark zurückgegangen. 2011 sind 58.603 Personen aus der katholischen
Kirche ausgetreten. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang um knapp
32 Prozent gegenüber 2010, als 85.960 Personen der Kirche den Rücken
kehrten. Dieser historische Höchststand an Austritten seit 1945 war
zu einem Gutteil auf das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im
kirchlichen Bereich zurückzuführen.
Die Zahl der Katholiken in Österreich ist im Jahr 2011 weitgehend
stabil geblieben. Die von den Diözesen für das vergangene Jahr
veröffentlichten vorläufigen Katholikenzahlen weisen die Gesamtzahl
von 5,41 Millionen Katholiken mit Stichtag 31. Dezember 2011 aus.
Laut der am Dienstag ebenfalls veröffentlichten amtlichen Statistik
der Österreichischen Bischofskonferenz für 2010 gab es mit Stichtag
31. Dezember 2010 noch 5,45 Millionen Katholiken. Das bedeutet
demnach im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang um ca. 0,86
Prozent.
Mit Stichtag vom 31. Dezember 2011 wurden 4.343 Personen in die
Kirche neu oder wieder aufgenommen. 2010 traten insgesamt 4.608
Personen in die katholische Kirche ein.
Bei den Angaben für 2011 handelt es sich um vorläufige Zahlen.
Kleinere Korrekturen - vor allem bei den Neu- oder Wiedereintritten
- sind noch zu erwarten, da noch nicht in allen Diözesen die Daten
für die letzten Monate des Vorjahres umfassend vorliegen.
Erfahrungsgemäß werden die Zahlen der Neu- und Wiedereintritte noch
leicht steigen.
Maßgebliche Faktoren für den leichten Rückgang der Katholikenzahl
sind aber nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Wiederaufnahmen
sondern auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen.
"Kirche konnte wieder Vertrauen aufbauen"
"Der deutliche Rückgang bei den Kirchenaustritten ist ein Zeichen
dafür, dass die Kirche wieder Vertrauen aufbauen konnte." Das
erklärte der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe, mit
Blick auf die aktuellen Katholikenzahlen. Ein Grund dafür sei "in
den klaren Worten und konkreten Maßnahmen der Bischofskonferenz
gegen Gewalt und Missbrauch im kirchlichen Bereich" zu sehen. Sie
hätten "die Glaubwürdigkeit der Kirche gestärkt, wenn auch die
Enttäuschung bei vielen Kirchenmitgliedern nach wie vor spürbar
bleibt".
Gleichzeitig unterstrich Wuthe die Tatsache, dass die katholische
Kirche die "mit Abstand größte Institution in Österreich ist, der
rund 5,4 Millionen Frauen und Männer freiwillig angehören". Inmitten
einer sehr dynamischen Gesellschaft würde sich die Kirche nach wie
vor als "sehr stabil" erweisen. Für die allermeisten Katholikinnen
und Katholiken bleibe die Kirche "eine geistliche Heimat, ein Ort
des Glaubens und der christlichen Nächstenliebe auch und gerade in
schwierigen Zeiten", so Wuthe.
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