- 09.01.2012, 13:30:55
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Papst besorgt über Blutvergießen in Syrien und religiöse Gewalt
Benedikt XVI. hält Neujahrsansprache an Diplomaten - Anfänglicher Optimismus über Arabischen Frühling "angesichts der Schwierigkeiten in der Übergangsphase rasch zurückgegangen"
Vatikanstadt, 09.01.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat beim
Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps den mangelnden Schutz
der Religionsfreiheit in vielen Teilen der Welt beklagt. In seiner
politischen Grundsatzrede zum Jahresbeginn appellierte der Papst am
Montag an die internationale Gemeinschaft, in den Krisenregionen zu
einem Ende der Gewalt beizutragen und Frieden, Gerechtigkeit sowie
den Respekt vor der Menschenwürde zu fördern. Besonders besorgt
äußerte er sich über das Blutvergießen in Syrien und forderte einen
ernsthaften Dialog der Verantwortlichen - mit Hilfe von unabhängigen
Beobachtern.
Internationale Unterstützung erbat der Papst in seiner Rede für die
Länder des Arabischen Frühlings. Der anfängliche Optimismus sei
angesichts der Schwierigkeiten in der Übergangsphase rasch
zurückgegangen.
Wichtig sei, dass die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen und
seine fundamentalen Rechte gesetzlich geschützt würden. "Ich lade
die internationale Gemeinschaft ein, mit den Akteuren dieses
laufenden Prozesses in einen Dialog zu treten", sagte Benedikt XVI.
Sie sollten auf die Errichtung von stabilen und versöhnten
Gesellschaften hinwirken, in der ungerechte Diskriminierungen
insbesondere aufgrund der Religion vermieden würden.
Der Papst erinnerte, dass nicht selten den Christen die
grundlegenden Rechte verweigert würden. Zudem gebe es Anschläge
gegen Kirchen und Häuser von Christen, sagte er vor den Botschaftern
aus 179 Staaten, die mit dem Heiligen Stuhl diplomatische
Beziehungen unterhalten. Religiös motivierter Terrorismus habe auch
2011 immer wieder Opfer gefordert, vor allem in Asien und Afrika.
Der Mord am katholischen pakistanischen Minister Shahbaz Bhatti sei
dabei kein Einzelfall gewesen.
Die Religion dürfe niemals ein Vorwand sein, die Regeln von Recht
und Gerechtigkeit beiseitezulassen. Betroffen zeigte sich der Papst
dabei über die Attentate im Irak und in Nigeria sowie die Situation
am Horn von Afrika.
Ausdrücklich begrüßte Benedikt XVI. die neuen Friedengespräche
zwischen Israelis und Palästinensern. Er erhoffe von den
Verantwortlichen mutige und weitsichtige Entscheidungen für einen
dauerhaften Frieden, der dem Recht beider Völker auf ein sicheres
Leben in einem souveränen Staat in international anerkannten Grenzen
Rechnung trage.
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