• 09.01.2012, 11:23:59
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AK und IV mit neuen Impulsen für die Familienpolitik in Österreich

Wien (OTS) - Die Bundesarbeitskammer (AK) und die
Industriellenvereinigung (IV) setzten sich heute im Rahmen einer
Pressekonferenz gemeinsam für eine Reform der Familienförderung ein.
Konkret fordern IV und AK:
(1) Eine einzige "Familienbeihilfe Neu". Diese Zusammenführung
aller geldwerten Leistungen und Steuerleistungen unabhängig vom Alter
und der Familienstruktur tritt an die Stelle vieler unübersichtlicher
Transfers. "Für jedes Kind gibt es eine Geldleistung von 210 Euro pro
Monat unabhängig von Alter und Anzahl der Kinder. Dieses Modell ist
einfach, transparent und aus unserer Sicht treffsicherer als das
derzeitige unübersichtliche System", erläutert IV-Präsident Veit
Sorger. "Außerdem ist damit klarer, dass jedes Kind grundsätzlich
gleich viel wert ist. Für Eltern von behinderten Kindern (plus 140
Euro pro Monat) und für Alleinerziehende (plus 50 Euro pro Monat)
gibt es natürlich weiterhin mehr Geld. Sie sind ja stärker belastet
als andere Eltern", betont AK-Präsident Herbert Tumpel.
(2) Zweckgebundene Gutscheine im Wert von 35 Euro im Monat pro
Kind fördern die Familien darüber hinaus dort, wo sie es individuell
am meisten brauchen - bei der Betreuung und der Bildung der Kinder.
Die Gutscheine können entweder gebündelt (für Kinderbetreuung,
Nachmittagsbetreuung, Skikurse, Nachhilfeinstitute, Sprach- und
Musikausbildung usw.) oder nach und nach (für Tageseltern,
Ganztagesschulen usw.) eingelöst werden.
(3) Durch Umschichtungen bei den Familienleistungen von
Geldleistungen und Steuerabsetzbarkeit hin zu Sachleistungen kann der
Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen rasch gedeckt werden. Ziel von IV
und AK ist dabei die Schaffung von 35.000 neuen Betreuungsplätzen für
Unter-Dreijährige binnen vier Jahren, die Erweiterung der
Öffnungszeiten von weiteren 70.000 Kinderbetreuungsplätzen sowie eine
Verbesserung der pädagogischen Qualität (kleinere Gruppen, mehr
Personal).

Hauptziel der gemeinsamen Vorschläge von Arbeiterkammer und
Industriellenvereinigung soll eine Verbesserung der
Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein.
"Einer Alleinerzieherin von einem Zweijährigen, die im Handel
arbeitet, hilft ein Kindergarten-Platz weit mehr als ein
Steuerabsetzbetrag", ist sich Tumpel sicher. Durch den Ausbau der
Kinderbetreuung könnten mehr als 10.000 Arbeitsplätze in der
Kinderbetreuung selbst geschaffen werden. Darüber hinaus könnten mehr
als 27.000 Eltern - vor allem Mütter - erwerbstätig sein, die zuvor
durch Betreuungspflichten daran gehindert waren. "Davon profitieren
beide Seiten: Betriebe ebenso wie ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter", betont Sorger.
Die Mittel der Familienförderung wären außerdem zielorientierter
und effizienter eingesetzt, der Verwaltungsaufwand dagegen geringer.
"Die Rechnung geht auch für den Staat auf", sagt Sorger: "Durch die
neue Familienförderung würde ein Einsparungsvolumen von 100
Millionen Euro frei."

Rückfragehinweis:

AK Kommunikation, Martina Madner
   Tel.: (+43-1) 501 65-2565, mail: [email protected] 
      IV-Newsroom, Peter Schiefer
   Tel.: +43 (1) 711 35-2305, mail: [email protected]

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