OTS0005   9. Jan. 2012, 08:01

QIAGEN und Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie entwickeln Test zur Beurteilung des Entwicklungsrisikos aktiver TB bei latent infizierten Menschen



   - Kollaboration zur Entwicklung eines molekularen Tests zur 
     Beurteilung des Progressionsrisikos von latenter zu aktiver TB, 
     um frühzeitige Behandlung sowie Prävention von TB-Ausbrüchen zu 
     ermöglichen
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   - Neuer Test auf DNA/RNA-Basis soll den QuantiFERON®-TB Gold Test 
     für latente TB ergänzen und QIAGENs führendes Testportfolio für 
     Infektionskrankheiten stärken
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   - Nachweis basiert auf Transkriptionsprofilierung von Blut - einer
     neuen Diagnosetechnologie, die von der Abteilung Immunologie des
     Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie entwickelt wurde
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   - Neuer molekularer Test soll auf der modularen 
     Automationsplattform QIAsymphony laufen

QIAGEN N.V. (NASDAQ: QGEN; Frankfurt: Prime Standard: QIA) und die
Abteilung Immunologie des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie
(MPIIB) in Berlin gaben heute ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung
eines neuen molekulardiagnostischen Tests bekannt. Der Test soll
dabei helfen, das Risiko zu bestimmen, mit dem eine mit latenter
Tuberkulose (TB) infizierte Person im Laufe ihres Lebens auch eine
aktive TB-Erkrankung entwickeln wird. Finanzielle Details wurden
nicht veröffentlicht.

Schätzungen zufolge ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit
Mycobacterium tuberculosis infiziert, ohne dabei an aktiver TB zu
leiden. Ungefähr 5 bis 10 Prozent der Patienten mit latenter TB -
besonders diejenigen mit einem geschwächten Immunsystem - tragen das
Risiko, im Verlaufe ihres Lebens eine aktive TB zu entwickeln. Die
Identifizierung und Behandlung dieser Betroffenen ist somit
entscheidend für die Kontrolle der Krankheit.

Der neue Test soll zur Nachkontrolle derjenigen Patienten eingesetzt
werden, die positiv auf latente TB getestet wurden. Er soll dabei
helfen, die Betroffenen frühzeitig - noch vor Ausbruch einer
ansteckenden und etwa durch Befall der Atemwege potenziell
lebensbedrohlichen aktiven TB - zu behandeln.

Dieser neue, sogenannte Reflex-Test baut auf der richtungsweisenden
Forschungsarbeit des MPIIB auf. Er soll auf der PCR-Technologie
(Polymerase-Kettenreaktion) basieren, mit der modularen
Automationsplattform QIAsymphony kompatibel sein und mehrere
Biomarker abdecken. Der Nachweis ist als Reflex-Test zu QIAGENs
QuantiFERON-TB Gold Test, dem fortschrittlichen Goldstandard für den
Nachweis latenter TB, vorgesehen. Der Test wird von QIAGEN vermarktet
werden, mit der Verfügbarkeit der ersten Kits wird nicht vor 2013
gerechnet.

Bei einer TB-Infektion verändern sich die Transkriptionsprofile der
Immunzellen im Blut. Diese Veränderungen in der Genexpression zeigen
eine Immunreaktion des Körpers an und ermöglichen eine Unterscheidung
zwischen der latenten und aktiven Form der Erkrankung. Die
Zusammenarbeit zwischen QIAGEN und dem MPIIB hat zum Ziel, aus den
vom Max-Planck-Institut identifizierten Biomarkern diejenigen Marker
zu selektieren, mit deren Hilfe sich bei Patienten mit einer latenten
TB die Anfälligkeit für bzw. die Widerstandsfähigkeit gegen eine
aktive TB vorhersagen lässt, und diese Marker in einen molekularen
Test zu überführen.

Die zur Identifizierung der entsprechenden genetischen Marker für die
Entwicklung aktiver TB notwendigen Daten werden gemeinsam von beiden
Parteien erhoben, analysiert und ausgewertet. QIAGEN wird für das
Design und die Herstellung des Tests zuständig sein, während das
MPIIB Zugang zu seinen Markergruppen bieten und neue, sogenannte
Biosignaturen entwickeln wird.

"Wir sind sehr erfreut über die Zusammenarbeit mit dem MPIIB zur
gemeinsamen Entwicklung eines innovativen und fortschrittlichen
Präventionsinstruments gegen die weltweite Tuberkulosegefahr",
erklärt Dr. James Rothel, Vice President, Head of Scientific Affairs
bei QIAGEN. "Dieser Test ergänzt hervorragend unsere
QuantiFERON-Technologie. Die Kombination aus 'prämolekularen' und
DNA/RNA-basierten Diagnosetechnologien markiert unserer Überzeugung
nach die nächste Generation des Screenings und der Erkennung
infizierter Patienten noch vor dem Ausbruch einer aktiven TB. Diese
Initiative hat das Potenzial, die Ausbreitung von
Infektionskrankheiten erheblich zu verringern. Durch eine frühzeitige
Behandlung der Patienten vor Ausbruch einer aktiven TB sind zugleich
erhebliche Kosteneinsparungen möglich. Die Zusammenarbeit mit dem
MPIIB unterstreicht QIAGENs Strategie zur Erweiterung seines
Portfolios um neue und innovative Testverfahren für die Profilierung
von Krankheiten, um die Lebensqualität von Menschen zu verbessern."

Die Kooperation baut auf QIAGENs Übernahme von Cellestis Limited
sowie der fortschrittlichen QuantiFERON-Technologie für eine
hochsensitive und frühe Krankheitsdiagnostik im August 2011 auf.
Cellestis vermarktet bereits erfolgreich QuantiFERON-TB Gold, einen
führenden Test zum Nachweis latenter TB. Mit Hilfe der zugrunde
liegenden prämolekularen Technologie können viele potenziell
lebensbedrohliche Krankheiten noch vor Auftreten erster Symptome oder
ihrem Ausbruch erkannt werden. Hierfür werden in Blutproben
systemisch amplifizierte molekulare Zielmoleküle nachgewiesen, die
Informationen aus dem Gedächtnis des menschlichen Immunsystems
enthalten. QuantiFERON hat das Potenzial, den Ausbruch aktiver
Krankheiten im Frühstadium zu minimieren, indem Risikopatienten
identifiziert und anschließend mithilfe herkömmlicher molekularer
Diagnostika auf DNA- und RNA-Basis untersucht werden können. Diese
Technologie erweitert QIAGENs führendes Portfolio von über 120 Tests
zur Diagnose verschiedener Infektionskrankheiten, darunter HIV,
Hepatitis oder Influenza, unterstützt durch Instrumente wie den
QIAsymphony RGQ für effiziente und automatisierte Arbeitsabläufe im
Labor.

In westlichen Industrienationen sehen aktuelle Screening-Protokolle
üblicherweise vor, dass alle positiv auf TB getesteten Personen (bei
Risikopatienten im Schnitt bis zu 20% der untersuchten Personen)
einem Nachfolgetest auf aktive TB unterzogen werden. Ein Test, der
aktive TB-Infektionsmarker mit Risikomarkern für die Progression von
latenter zu aktiver TB kombiniert, könnte die Wirksamkeit von
Behandlungsoptionen und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung beträchtlich
erhöhen. Der Markt für Tests auf latente TB wird in Industrieländern
auf rund 50 Millionen Stück pro Jahr geschätzt.

"Auch wenn die höchsten Morbiditäts- und Mortalitätsraten durch
Tuberkulose in den Entwicklungsländern auftreten, machen der
weltweite Reiseverkehr und die globalen Zuwanderungsströme TB zu
einem Problem für die ganze Welt", erläutert Professor Stefan
Kaufmann, Direktor der Abteilung Immunologie am MPIIB in Berlin. "Wir
sind der Überzeugung, dass QIAGEN als ein führendes Unternehmen auf
dem Gebiet der Infektionsdiagnostik der richtige Kooperationspartner
ist, um neue wissenschaftliche Erfolge erzielen und gemeinsam die
bisher unzureichenden Präventions-, Diagnose- und Therapieinstrumente
für TB verbessern zu können. Durch diese Zusammenarbeit erhalten wir
Zugang zu wichtigen Technologien und können so die Weiterentwicklung
unseres Impfprogramms intensivieren."

Die Abteilung Immunologie des MPIIB führt wegweisende
Forschungsarbeiten über Infektionskrankheiten durch, die die
Gesundheit der Menschen in aller Welt gefährden. Ein bedeutendes
Projekt ist die Entwicklung eines Impfstoffs gegen TB in Kombination
mit der Definition von Biomarkern, um eine zuverlässige
Unterscheidung zwischen latenter und aktiver TB zu ermöglichen.
"Ergebnisse dieser Forschungsreihe könnten klinische Studien zur
Erforschung von Impfstoffen beschleunigen. Durch die Identifikation
von Markern, die bei Menschen mit einer latenten TB das
Entwicklungsrisiko einer aktiven TB prognostizieren können, wird auch
eine Einschätzung der Wirksamkeit eines möglichen Vakzins während der
klinischen Studien ermöglicht", erklärt Prof. Stefan H.E. Kaufmann.

Über Tuberkulose:

Obwohl Tuberkulose (TB) schon sehr lange als Infektionskrankheit
bekannt ist, stellt sie immer noch ein globales Gesundheitsrisiko mit
hoher Morbidität und weltweit 1,4 Millionen Todesfällen im Jahr dar.*
TB wird durch den bakteriellen Erreger Mycobacterium tuberculosis
verursacht und befällt überwiegend die Lunge. Bei den meisten
infizierten Personen ist der Erreger eingedämmt und unter Kontrolle,
man spricht daher von einer "latenten Infektion". Nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist fast ein Drittel der
Weltbevölkerung mit dem Erreger infiziert, aber nur 5 bis 10 Prozent
der Infizierten entwickeln überhaupt im Laufe ihres Lebens die aktive
Krankheit, wenn sie nicht behandelt werden. Obwohl eine Diagnose
aktiver TB das größte Potenzial bietet, das Infektionsrisiko
einzudämmen, werden nach WHO-Schätzungen nur 60 Prozent aller aktiven
TB-Fälle überhaupt identifiziert. Zur nachhaltigen Verringerung des
globalen Gesundheitsrisikos werden dringend Instrumente für eine
rasche Diagnose, Prävention und Therapie benötigt. Die WHO hat ein
strategisches Programm zur drastischen Reduzierung der globalen
TB-Belastung bis zum Jahr 2015 aufgelegt, das beispielsweise die
Entwicklung neuer Instrumente unterstützen und ihren frühzeitigen und
wirksamen Einsatz fördern soll.

* WHO: 2011/2012 Tuberculosis Global Facts
(http://www.who.int/tb/publications/2011/factsheet_tb_2011.pdf )

Über das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (MPIIB): Das
MPIIB wurde 1993 gegründet. Nach anfänglicher Arbeit in
provisorischen Laborräumen konnte 2000 der Institutsneubau bezogen
werden. Er befindet sich in Berlin-Mitte unweit des
Regierungsviertels auf dem traditionsreichen Campus der Charité, wo
vor etwa 100 Jahren von Robert Koch, Paul Ehrlich und Emil Behring
bereits wichtige Entdeckungen zu Infektionskrankheiten gemacht
wurden. Ausschlaggebend für die Standortwahl war die angestrebte enge
Zusammenarbeit mit Universitäten und Kliniken zur Bearbeitung
klinisch relevanter Projekte aus dem Bereich der Infektiologie.
Weitere Informationen über das MPIIB sind unter
http://www.mpiib-berlin.mpg.de/home.html zu finden.

Über QIAGEN:

QIAGEN N.V. ist eine niederländische Holdinggesellschaft und weltweit
führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien.
Probenvorbereitungstechnologien werden eingesetzt, um DNA, RNA und
Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren
und für die Analyse vorzubereiten. Testtechnologien werden
eingesetzt, um solche isolierten Biomoleküle sichtbar zu machen.
QIAGEN entwickelt Verbrauchsprodukte sowie Lösungen zu deren
Automatisierung und verkauft seine Produkte weltweit an
molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung,
pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen sowie an Kunden in
Märkten für angewandte Testverfahren (u.a. Forensik, Veterinär- und
Lebensmitteltestung, pharmazeutische Prozesskontrolle). QIAGENs
Testtechnologien umfassen eines der weltweit breitesten Portfolios an
molekulardiagnostischen Tests. Dieses beinhaltet auch den digene HPV
Test, der als Goldstandard in der Erkennung von Hochrisiko-Typen der
humanen Papillomaviren (HPV) gilt, der primären Ursache für die
Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Zum Portfolio gehört auch eine
breite Palette an Nachweisverfahren für Infektionskrankheiten sowie
therapiebegleitende Diagnostika. Zum 30. September 2011 beschäftigt
QIAGEN weltweit rund 3.800 Mitarbeiter an über 35 Standorten. Weitere
Informationen über QIAGEN finden Sie unter www.qiagen.com

Einige der Angaben in dieser Pressemitteilung können im Sinne von
Paragraph 27A des U.S. Securities Act (US-Aktiengesetz) von 1933 in
ergänzter Fassung und Paragraph 21E des U.S. Securities Exchange Act
(US-Aktienhandelsgesetz) von 1934 in ergänzter Fassung als
zukunftsgerichtete Aussagen ("forward-looking statements") gelten.
Soweit in dieser Meldung zukunftsgerichtete Aussagen über QIAGENs
Produkte, Märkte, Strategie und insbesondere operative Ergebnisse
gemacht werden, geschieht dies auf der Basis derzeitiger Erwartungen,
die mit gewissen Unsicherheiten und Risiken verbunden sind. Dazu
zählen unter anderem: Risiken im Zusammenhang mit Wachstumsmanagement
und internationalen Geschäftsaktivitäten (einschließlich Auswirkungen
von Währungsschwankungen und der Abhängigkeit von regulatorischen
sowie Logistikprozessen), Schwankungen der Betriebsergebnisse und
ihre Verteilung auf unsere Geschäftsfelder, die Entwicklung der
Märkte für unsere Produkte (einschließlich angewandter Testverfahren,
personalisierter Medizin, klinischer Forschung, Proteomik,
Frauenheilkunde/ HPV-Testung und molekularer Diagnostik), Veränderung
unserer Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und strategischen
Partnern, das Wettbewerbsumfeld, schneller oder unerwarteter
technologischer Wandel, Schwankungen in der Nachfrage nach
QIAGEN-Produkten (einschließlich allgemeiner wirtschaftlicher
Entwicklungen, Höhe und Verfügbarkeit der Budgets unserer Kunden und
sonstiger Faktoren), Möglichkeit die regulatorische Zulassung für
unsere Produkte zu erhalten, Schwierigkeiten bei der Anpassung von
QIAGENs Produkten an integrierte Lösungen und die Herstellung solcher
Produkte, die Fähigkeit des Unternehmens neue Produktideen zu
entwickeln, umzusetzen und sich von den Produkten der Wettbewerber
abzuheben sowie vor dem Wettbewerb zu schützen, Marktakzeptanz neuer
Produkte und die Integration akquirierter Geschäfte und Technologien.
Weitere Informationen finden Sie in Berichten, die QIAGEN bei der
U.S. Securities and Exchange Commission (US-Börsenaufsichtsbehörde)
eingereicht hat.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0005 2012-01-09 08:01 090801 Jän 12 EUN0002 1696



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