• 05.01.2012, 13:48:37
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AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: Vermögensteuer ist ergiebig und eine Frage der Gerechtigkeit

Linz (OTS) - Das private Gesamtvermögen in Österreich, das bei
geschätzten 1300 Milliarden Euro liegt, ist extrem ungleich verteilt.
Das reichste Prozent besitzt davon mehr, als 90 Prozent der
Bevölkerung zusammen. Aufgrund dieser massiven Vermögenskonzentration
fordert die AK die Einführung einer Steuer für die Vermögendsten, die
über eine Million Euro privaten Netto-Reichtum besitzen. Das könnte
drei Milliarden an Einnahmen für Gemeinwohl und Zukunftsinvestitionen
bringen. Neun von zehn Mitgliedern der AK OÖ unterstützen diese
Forderung.

Bei den Einnahmen an Steuern von Vermögen gehört Österreich mit
nur 0,5 Prozent des BIP international zu den Schlusslichtern. Das
Argument der "Kapitalflucht" im Falle einer Besteuerung ist also
nicht überzeugend. Derzeit kommt der Löwenanteil aller Steuern von
Löhnen und vom Konsum, während Vermögen fast unbesteuert ist. Das
Privatvermögen besteht aus Immobilien (Häuser, Wohnungen und Grund),
Geld- bzw. Finanzvermögen (Spareinlagen, Wertpapiere,
Unternehmensbeteiligungen) und weiterem Sachvermögen (wie Kunstwerke
etc.). Von einer neuen Vermögenssteuer wären aufgrund eines hohen
Freibetrags rund 90 Prozent der österreichischen Familien gar nicht
betroffen. Das Argument, dass die "Mittelschicht" betroffen sei, geht
also ebenfalls ins Leere.

Nach Abzug laufender Kredite sollen Vermögensteile bis zu einer
Million Euro steuerfrei bleiben (Freibetrag). Nur vom darüber
liegenden Vermögen sollen Steuersätze von 0,7 Prozent als
Einstiegstarif, der schrittweise auf 1,5 Prozent ansteigt, angewandt
werden. Bei einem Netto-Vermögen von einer Million Euro beträgt die
Steuer demnach null Euro. Bei zwei Millionen Netto-Vermögen 7.000
Euro, Peanuts für Mehrfachmillionäre/-innen vor allem, weil diese
Summen durchaus aus den üblichen Vermögenserträgen finanzierbar sind.

Aufgrund des immensen Reichtums ist ein gesamter Steuerertrag von
rund drei Milliarden Euro realistisch. "Millionäre und Milliardäre
sollen endlich einen gerechten Vermögenssteuerbeitrag zur
Finanzierung des Gemeinwohls leisten", sagt AK-Präsident Kalliauer,
der weitere unsoziale Sparmaßnahmen im Zuge von Schuldenbremse und
Budgetkürzungen vehement ablehnt.

"Wenn private Wirtschaftsprüfungsgesellschaften behaupten,
Vermögenssteuern brächten keine nennenswerten Erträge, sollte man dem
nicht allzu viel Beachtung schenken. Denn bei solchen Aussagen
handelt es sich offensichtlich nicht um unabhängige
Expertenmeinungen, sondern um Lobbying im Interesse ihrer
Kunden/Kundinnen - Unternehmen und Besitzer/-innen großer Vermögen",
so der AK-Präsident weiter.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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