- 04.01.2012, 10:36:51
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100 Millionen Christen leiden weltweit unter Verfolgung
Schweizer NGO "Open Doors" präsentiert Weltverfolgungsindex 2012 - Verfolgung in Nordkorea weiterhin am schlimmsten
Bern, 04.01.12 (KAP) Rund 100 Millionen Christen leiden weltweit
aktuell unter Verfolgung und Unterdrückung. Am schlimmsten ist die
Situation für Christen in Nordkorea, aber auch in Afghanistan,
Saudi-Arabien und dem Iran können Christen ihren Glauben weiterhin
nicht frei ausleben. Das geht aus dem am Mittwoch von der Schweizer
Organisation "Open Doors" präsentierten "Weltverfolgungsindex 2012"
hervor. Neun der zehn vorderen Plätze belegen demnach islamisch
geprägte Staaten. "Die Situation für Christen hat sich zunehmend
dort verschlechtert, wo auch der islamische Extremismus zugenommen
hat", bilanziert die NGO.
Enttäuscht wurden der Organisation zufolge auch die Hoffnungen auf
einen "Arabischen Frühling" für religiöse Minderheiten in den
revoltierenden Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens. Anstelle
eines Frühlings müsse man von einem "Arabischen Winter" sprechen -
insbesondere etwa im Blick auf die Situation der Christen in
Ägypten, so "Open Doors".
Negativ fällt die Bilanz der Organisation auch mit Blick auf die
Situation der Christen im Sudan aus, wo nach der Abspaltung des
Südens Präsident Omar el-Bashir versuche, den ersten islamischen
Gottesstaat in Afrika zu etablieren. Nigeria sei weiterhin das Land
"mit den schlimmsten Gräueln" und einer hohen Zahl an christlichen
Todesopfern. Mehr als 300 Christen seien dort im Vorjahr allein
aufgrund ihres Glaubens umgebracht worden, zur verschärften
Verfolgungssituation trage aber auch aktuell die Sekte "Boko Haram"
bei, die zuletzt den Christen nahelegte, den Norden des Landes
binnen drei Tagen zu verlassen.
Sorgenvoll auch der Blick auf Nordkorea und China: In Nordkorea habe
sich um Staatsgründer Kim Il-sung und den jüngst verstorbenen
Präsidenten Kim Jon-il eine "Quasireligion" gebildet, die mit der
Unterdrückung aller Andersgläubigen einher gehe. Die meisten der
rund 400.000 Christen im Land lebten im Untergrund, bis zu 70.000
Christen in "grauenhaften Straf- und Arbeitslagern". Die zahlenmäßig
größte verfolgte Kirche war laut "Open Doors" im vergangenen Jahr
erneut die chinesische Kirche. Dort könnten rund 80 Millionen
Christen ihren Glauben nach wie vor nicht frei ausleben.
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