7 offene Fragen der SPÖ zur LehrerInnenauswahl

SPÖ-Klubvorsitzende Jahn: "Hummer-Vorschlag lässt viele Fragen offen."

Linz (OTS) - "Die SPÖ steht klar für Bildungsreformen, die in den Klassenzimmern positiv ankommen. Gerade weil der Schulsektor höchst sensibel ist, müssen Reformen sorgsam vorbereitet sein und dürfen keine Problempunkte unbeantwortet lassen", bringt Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn die Positionierung der SPÖ zu der von Landesrätin Hummer angekündigten LehrerInnenauswahl durch DirektorInnen auf den Punkt. Viele offene Fragen sind zu klären, um für die Praxis gewappnet zu sein.

1. Offene Frage Objektivierung: Auf Basis der beim Landesschulrat bestehenden "Warteliste" werden die KandidatInnen für eine ausgeschriebene LehrerInnenstelle derzeit nach Kriterien gereiht, wobei die jeweils erstgereihte Lehrkraft zum Zug kommt. Wie kann diese Objektivierung beibehalten werden, wenn gleichzeitig eine Mitentscheidung der DirektorInnen kommen soll. Welche Qualifikationserfordernisse für die DirketorInnen sind damit verbunden? Was passiert wenn ein/e Erstgereihte/r von keiner/em Direktor/in gewählt wird?
2. Offene Frage Verfahren: Wenn ein/e Erstgereihte/r von mehreren Schulen gewählt wird und er/sie entscheidet sich für eine Schule, rückt dann automatisch der/die Zweitgereihte/r auf oder ist ein neues Verfahren an den anderen Schulen notwendig? Wie kann zeitlich sichergestellt werden, dass der Prozess zu einem rechtzeitigen Ergebnis führt?
3. Offene Frage Befristung: Schon derzeit besteht eine einjährige Befristung. Die DirektorInnen und BezirksschulinspektorInnen können ein Ansuchen um Verlängerung befürworten oder ablehnen. Bei einer Ablehnung muss die Lehrkraft dann um Neuaufnahme bei der Objektivierungskommission ansuchen. Was soll hier konkret durch die neue Regelung verändert werden?
4. Offene Frage Alternativzuweisung: Nach einem Abgang von der Schule wäre laut Medienberichten der Bezirksschulrat für Lehrkräfte zuständig. Erfolgt von diesem dann eine freie Zuweisung an eine Schule? Wie ist das mit dem Objektivierungsverfahren in Einklang zu bringen?
5. Offene Frage Einstellungskriterien: Wie soll die Auswahl durch die DirektorInnen vor sich gehen? Gibt es ein objektives, transparentes Verfahren? Wie sieht der Modus der Einstellung aus - gibt es ein Einstellungsgespräch, ein Kompetenz-Portfolio oder sogar ein Assessment?
6. Offene Frage Versetzungen: Wird das neue Verfahren auch für Versetzungen an-gewandt? Derzeit gilt das Prinzip Versetzung vor Neuanstellung. Jährlich gibt es zirka 600-700 Versetzungen bzw. Versetzungswünsche. Wer entscheidet in Zukunft, wer an der Schule verbleibt, wenn Versetzungen notwendig werden? Wird das Mitwir-kungsrecht der Personalvertretung verändert?
7. Offene Frage Schulstandorte: Bekommen weniger attraktive Standorte, für die keine Bewerbungen vorliegen, in Hinkunft abgelehnte Lehrkräfte zugewiesen? Wie wird die pädagogische Chancengerechtigkeit in allen Regionen sichergestellt?

"Anhand der Beantwortung dieser offenen Fragen wird die SPÖ ihre weitere Vorgehensweise entscheiden", stellt Mag. Jahn klar. Dazu müsse zuallererst ein konkreter Entwurf von der zuständigen Bildungsreferentin Hummer vorgelegt werden, denn bislang wurde nur medial ausgerichtet, was der Landtag beschließen solle.

"Für echte Verbesserungen im Bildungsbereich steht die SPÖ als Partnerin zur Verfügung. Dabei muss aber gewährleistet sein, dass Transparenz und Objektivität als Schutz vor parteipolitischer Einflussnahme sichergestellt werden", betont SPÖ-Klubchefin Jahn.

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Tel.: 0732/7720-11313

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