240 Eingetragene PartnerInnenschaften im Jahr 2011

Frauenberger: "Ziel ist vollkommene Gleichstellung mit einer modernisierten Form der Ehe"

Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2010 haben lesbische und schwule Paare die Möglichkeit, eine eingetragene PartnerInnenschaft zu begründen. Um gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit zu bieten, ihre Verpartnerung in einem entsprechend würdevollen Rahmen zu begehen, hat Wien ein eigenes Verpartnerungspaket geschnürt. Dieses garantiere, so die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger, dass die Verpartnerung gleichgeschlechtlicher Paare - wie die Hochzeit bei heterosexuellen Menschen - als unvergessliches Ereignis in Erinnerung bliebe. "Überall wo geheiratet werden kann, können sich Paare in Wien daher auch verpartnern lassen," unterstreicht Frauenberger. Das heißt, sämtliche Traumhochzeitslocations können auch für die Eintragung einer PartnerInnenschaft genutzt werden.

Insgesamt haben im Vorjahr 240 gleichgeschlechtliche Paare (163 männliche und 77 weibliche Paare) "JA" zueinander gesagt. Die meisten Verpartnerungen fanden in den Sommermonaten von Mai bis August statt. Den größten Anteil an Verpartnerungspaaren gab es im Vorjahr in der Altersgruppe von 31 bis 40 Jahren.

Wien fordert vom Bund Gleichstellung von Regenbogenfamilien

Frauenberger nahm die Jahresbilanz der Verpartnerungen neuerlich zum Anlass, die nach wie vor bestehenden rechtlichen Benachteiligungen für gleichgeschlechtliche Paare zu kritisieren. Die Stadträtin wörtlich: "Von einer absoluten Gleichstellung sind wir noch weit entfernt. Als Regebogenherz Österreichs ist Wien daher mit einem rot-grünen Resolutionsantrag zur Gleichstellung von Regenbogenfamilien, der vom Wiener Landtag im November beschlossen wurde, in die Offensive gegangen. Mit diesem an den Bund gerichteten Forderungspaket wollen wir die umfassende Gleichstellung von Regenbogenfamilien erreichen. Denn Familie ist, wo Liebe ist."

Konkret umfasst dieser Forderungskatalog die medizinisch unterstützte Fortpflanzung auch für alleinstehende Frauen und Lesben in Eingetragener PartnerInnenschaft, das Ermöglichen der Adoption für Eingetragene PartnerInnen, die Abschaffung der eigens geschaffene Kategorie "Nachname" und die Reformierung und Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

Einen kleinen Fortschritt gab es hingegen im Bereich Namensrecht. Vor kurzem fiel das Bindestrich-Verbot bei Doppelnamen eingetragener PartnerInnen. Frauenberger hatte dieses "diskriminierende Zwangsouting" zuvor lange und heftig kritisiert. Allerdings dürfen gleichgeschlechtliche Paare immer noch keinen gemeinsamen Familiennamen tragen, sondern lediglich einen Nachnamen führen.(Schluss) grs

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