OTS0066   3. Jan. 2012, 11:24

Mitterlehner: "Neue Ökostrom-Tarife forcieren effizienten Ausbau Erneuerbarer Energien"

Wirtschafts- und Energieminister hat neue Tarifverordnung erlassen: Ausbauoffensive geht weiter - Unterstützung für wirtschaftlich sinnvolle Projekte auf dem Weg zur Marktreife


Wirtschafts- und Energieminister Reinhold
Mitterlehner hat auf Basis eines Gutachtens der E-Control die
Ökostrom-Tarifverordnung 2012 erlassen. "Wir setzen damit die
Ausbauoffensive bei Erneuerbaren Energien weiter fort. Unser Ziel
ist es, wirtschaftlich sinnvolle Projekte und Standorte auf dem Weg
zur Marktreife effizient zu fördern, ohne dass unnötige Zusatzkosten
für Haushalte, Gewerbe und Industrie entstehen", betont Mitterlehner.

Für neue Windkraft-Anlagen werden in der Verordnung jene Tarife
herangezogen, die schon im Rahmen des erfolgreichen Wartelistenabbaus
von der Branche gut angenommenen worden sind. Die Tarife für
rohstoffabhängige Anlagen werden auf dem Vorjahresniveau belassen.
Bei der Photovoltaik empfiehlt das Experten-Gutachten aufgrund der
deutlich gesunkenen Errichtungskosten - zum Beispiel durch den
Preisverfall bei Silizium-Paneelen - Anpassung gegenüber den Tarifen
für den Wartelisten-Abbau. Denn überhöhte Tarife bremsen die
technologische Weiterentwicklung der Anlagen-Technologien, weil der
Anreiz weiter in Forschung und Entwicklung zu investieren, sinkt.
Welche Folgen der fehlende Preisdruck haben kann, zeigt sich an den
aktuellen Problemen der Solarbranche in Deutschland sowie an den
dortigen Kostenentwicklungen für die Konsumenten.

Laut derzeitigen Prognosen wird der Anteil des geförderten Ökostroms
an der Abgabemenge an Endverbraucher aus öffentlichen Netzen bis zum
Jahr 2015 rund 17,7 Prozent betragen, womit das im Ökostromgesetz
festgelegte 15-Prozent Ziel überschritten werden kann. Damit wird ein
weiterer wichtiger Schritt gesetzt, um bis 2014 die bilanzielle
Unabhängigkeit von Atomstrom zu erreichen. Gemäß E-Control weist
Österreich 2010 einen Ökostromanteil inklusive Großwasserkraft in
Höhe von 79 Prozent an der öffentlichen Stromabgabe auf. Im
EU-Vergleich liegt Österreich damit an erster Stelle.

Die Ökostrom-Tarife im Detail:

Mit den jetzt kundgemachten Tarifen werden Anlagen gefördert, für die
bis zum In-Kraft-Treten des neuen Ökostromgesetzes 2012 nach der
Genehmigung durch die EU-Kommission, erstmals ein Antrag auf
Vertragsschluss mit der Ökostrom-Abwicklungsstelle (OeMAG) gestellt
wird.

Windkraft: Wind weist in Österreich nach der Wasserkraft nach wie vor
das größte und wirtschaftlichste Ausbaupotenzial für erneuerbare
Stromproduktion auf. Die Einspeisetarife 2012 bleiben mit 9,5
Cent/kWh auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2011. 148 von 153
Förderwerbern (97 Prozent) nahmen damals das Angebot, ihre Anlagen zu
reduzierten Tarifen gleich bauen zu können an. Allein durch den
erfolgreichen Abbau der Windwarteliste werden bereits über 470
Megawatt (entspricht rund 230 Windrädern) installiert. Zusätzlich
wurden im 2. Halbjahr 2011 noch knapp 150 Megawatt (umgerechnet ca.
70 Windräder) an neuen Anlagenkapazitäten eingereicht, womit das
zusätzliche Unterstützungsvolumen von 80 Millionen Euro für den Abbau
der Warteliste ausgeschöpft ist. Die entsprechenden Anlagen können
nach Maßgabe der notwendigen Vorbereitungen bei den Stromnetzen in
den kommenden zwei bis drei Jahren errichtet werden. "Damit wird das
Ziel des Ökostromgesetzes, von 2010 bis zum Jahr 2015 zusätzliche
Windkraftanlagen im Ausmaß von 700 Megawatt zu erreichen,
übererfüllt", betont Mitterlehner.

Photovoltaik: Bei der Photovoltaik gibt es weiterhin den Schwerpunkt
auf gebäudeintegrierte Projekte, die energiewirtschaftlich sinnvoller
sind als Anlagen auf Freiflächen. Bei neuen gebäudeintegrierten
Projekten mit einer Spitzenleistung zwischen fünf und 20 Kilowatt
wird die Kilowattstunde künftig mit 27,6 Cent gefördert, für größere
Anlagen gibt es 23 Cent pro kWh. Für die Abnahme elektrischer Energie
aus Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen mit einer Leistung zwischen
fünf und 20 Kilowatt liegt der Tarif bei 25 Cent pro kWh. Darüber
gibt es 19 Cent pro kWh. Weil sich die spezifischen
Investitionskosten für Anlagenbetreiber weiter reduziert haben,
erfolgte gemäß Empfehlung des Gutachtens gegenüber den Tarifen vom 2.
Halbjahr 2011 für den Abbau der Photovoltaik-Warteliste eine
entsprechende Anpassung für neue Anlagen in einer Bandbreite zwischen
6,3 und 12,9 Prozent. Das bedeutet auch, dass mit den jährlich
verfügbaren Förderkontingenten mehr Anlagen unterstützt werden können
und damit der Photovoltaik-Anteil am Ausbau der Erneuerbaren Energien
weiter steigen wird.

Photovoltaik ist eine wichtige Zukunftstechnologie, bleibt jedoch die
teuerste Form der Stromproduktion aus erneuerbaren Technologien.
Sollten sich aber die Preissenkungen in den kommenden Jahren
fortsetzen, dann könnten die Erzeugungskosten (auf Basis der aktuell
vorhandenen Daten bzw. abzuschätzenden Trends) auf etwa 18 Cent/kWh
sinken. Dieses Preisniveau könnte für die Eigenversorgung ohne
Inanspruchnahme des öffentlichen Netzes einen wichtigen Schritt in
Richtung Marktreife darstellen (Netzparität). Ziel ist es, durch
entsprechende Regelungen im neuen Ökostromgesetz den
Netzparitätstarif (18. Cent/kWh) im Jahr 2015 zu erreichen.

Biomasse, Biogas: Bei der Biomasse (z.B. Hackschnitzel- und
Pellets-Anlagen) werden mehrere Klassen von Anlagen gefördert, um die
verschiedenen Leistungsstärken zu berücksichtigen. Die
Einspeisetarife liegen je nach Anlagengröße zwischen zehn und 14,98
Cent pro kWh und bleiben damit unverändert, weil sich gemäß Gutachten
gegenüber dem Vorjahr keine wesentliche Änderung bei der
Kostenstruktur ergeben hat. Dasselbe gilt für Biogas, wo die Tarife
je nach Anlagengröße weiterhin zwischen 13 und 18,5 Cent pro kWh
liegen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0066 2012-01-03 11:24 031124 Jän 12 MWA0001 0788



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Tel.: +43 (01) 711 00-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
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