- 03.01.2012, 10:29:09
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Wohlmuth: Länger arbeiten kann nur durch Reform der Arbeitswelt erreicht werden
Nein zu einseitigen Belastungen der Arbeitnehmer - Betriebe, die Frühpensionierungen auslösen, müssen zahlen
Wien (OTS/SK) - Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas
Wohlmuth fordert heute, Dienstag, ein Ende der Schieflage in der
Diskussion über die Anhebung des Pensionsantrittsalters. "Da wird
ausschließlich davon geredet, wie die Beschäftigten, die sehr oft in
die Pension geschickt, gedrängt, gemobbt oder überhaupt
hinausgeschmissen werden, dafür auch noch mit höheren Abschlägen,
sprich mit lebenslangen Pensionskürzungen bestraft werden. Keine Rede
ist hingegen davon, dass die Betriebe, die sich allzu gerne ihrer
älteren Dienstnehmer 'entledigen', in erster Linie Konsequenzen zu
tragen hätten", so Wohlmuth gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.****
Hauptverantwortlich am niedrigen faktischen Pensionsantrittsalter
seien nicht die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. "Es sind
die Dienstgeber, die das Potential von älteren, erfahrenen
Mitarbeitern oftmals nicht erkennen, sie häufig ausschließlich als
finanzielle Belastung sehen und sie mit Druck und nicht adäquaten
Arbeitsplätzen in die Frühpension zwingen", so Wohlmuth. Dazu kommt,
dass laut Wohlmuth die Arbeitswelt nicht altersgerecht ist, was zu
der hohen Invaliditätsrate führt. "Wir brauchen verbesserte
betriebliche Gesundheitsmaßnahmen und vor allem weniger Druck, damit
die Zahl der stark ansteigenden psychischen Erkrankungen zurückgeht",
so Wohlmuth. "Wir brauchen eine 'gesunde' Arbeitswelt mit Jobs, in
der es überhaupt möglich ist, länger zu arbeiten. Nur dann können wir
das Ziel erreichen, das faktische Pensionsalter zu erhöhen", so der
Generalsekretär des Pensionistenverbandes Österreichs.
Wohlmuth fordert "ein Ende der Hetzkampagne gegen ältere Menschen,
die hingestellt werden als seien sie zu faul, um zu arbeiten und als
hätten sie nichts anderes im Sinn hätten, als so rasch als möglich in
die Pension zu gehen. "Krank sein von der Arbeit und eine Minipension
zu bekommen, ist für niemanden erstrebenswert", so Wohlmuth. Er
fordert ein strenges "Pensionsmonitoring" und die Übernahme der
Kosten durch die Betriebe, wenn sie ältere Dienstnehmer frühzeitig
zwangspensionieren. (Schluss) sc/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
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