ÖAMTC: Positive Unfallbilanz 2011, aber mehr getötete Kinder und Radfahrer

Weniger Getötete im Pkw-Verkehr durch verbesserte Fahrzeug-Technik

Wien (OTS) - Von 1. Jänner bis 31. Dezember 2011 wurden bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen 521 Personen getötet (Quelle: BMI). "Im Vergleich zum Vorjahr sind die Unfallzahlen gesunken. 2010 starben 552 Personen bei Unfällen, 2011 waren es um 5,6 Prozent weniger", fasst ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider zusammen. Dennoch gibt es nach wie vor Problembereiche. "Gestiegen ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder, die Zahl der Getöteten bei Alkoholunfällen, sowie die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrer. Hoch ist auch weiterhin die Zahl der getöteten Fußgänger", relativiert der Clubexperte die grundlegend positive Entwicklung in der Unfallstatistik. Hier müssen in Zukunft entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.

Gesunken sind die Unfallzahlen mit beteiligten Pkw. "Hier konnte in den vergangenen Jahren besonders durch die verbesserte Fahrzeugtechnik viel erreicht werden. Fahrzeugtests und daraus resultierende Verbesserungen sowie die Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen bieten in Zukunft Potenzial, um noch mehr Unfälle zu vermeiden oder die Folgen abzumildern", prognostiziert der ÖAMTC-Experte. Fahrerassistenzsysteme, wie Bremsassistenten und Kollisionswarner, dienen auch der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer, wie beispielsweise Fußgängern.

Rückgängig ist zwar auch die Zahl von Alkoholunfällen mit Personenschaden. "Dramatisch gestiegen ist die Zahl der Getöteten bei Alkounfällen mit ca. 66 Prozent, das sind fast zwei Drittel mehr als im Jahr davor", erklärt der ÖAMTC-Verkehrsexperte. Kontrollen und Aufklärung müssten hier weiter forciert werden.

Risikogruppen Radfahrer, Kinder und Fußgänger - Entschärfung von Konfliktstellen soll steigender Zahl von Pedalrittern gerecht werden

Stark gestiegen ist die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer. Hier erwartet der ÖAMTC-Verkehrsexperte weiteres Konfliktpotenzial durch die aktuellen Entwicklungen. "Einerseits wird der Fahrradverkehr durch die Verbesserung der Infrastruktur ausgebaut und gefördert. So trägt z. B. die Räumung der Radwege dazu bei, dass Radfahren in vielen Teilen Österreichs auch im Winter möglich ist. Andererseits führt die Entwicklung des E-Bikes dazu, dass mit höherer Geschwindigkeit gefahren wird. Das heißt also mehr Radfahrer, die schneller unterwegs sind. Diese Entwicklung könnte in Zukunft vermehrt zu Konfliktsituationen führen", erklärt Schneider. Nachdem der Club im Sommer bereits in Wien Konfliktstellen aufzeigt hat, fordert der ÖAMTC-Verkehrsexperte eine weitere Entschärfung von bekannten und potenziellen Gefahrenstellen zwischen Radfahrern, Fußgängern und dem motorisierten Straßenverkehr. Wichtig ist laut Clubexperte auch ein partnerschaftliches Verhalten der Verkehrsteilnehmer, "zumindest aber die Einhaltung der Vorschriften".

Bei den Kinderunfällen ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder gestiegen. "Besonders betroffen sind Kinder im Straßenverkehr als Mitfahrer und als Fußgänger. Richtige Kinder-Sicherung ist das Um und Auf im Fahrzeug", betont Schneider.

Für ein konfliktfreies Miteinander im Straßenverkehr empfiehlt der ÖAMTC-Verkehrsexperte abschließend: "Konzentration auf das Fahren. Alle Arten der Ablenkung während der Fahrt, wie Hantieren mit dem Mobiltelefon oder lautes Musik hören, sollte man vermeiden. Wer zusätzlich noch vorausschauend fährt, also mit Fehlern des anderen rechnet, die Geschwindigkeit so wählt, dass er rechtzeitig stehenbleiben kann und genügend Abstand zum Vordermann hält, leistet einen weiteren wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit."

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