• 01.01.2012, 12:00:20
  • /
  • OTS0022 OTW0022

Innenministerium: 521 Verkehrstote im Jahr 2011

Um 31 oder 5,6 Prozent weniger Opfer als im Jahr davor - rückläufiger Trend hält bereits das zwölfte Jahr in Folge an

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Inneres gibt bekannt, dass
im Jahr 2011 neuerlich ein Rückgang um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr
und somit erneut die niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit dem Beginn
der Aufzeichnungen im Jahre 1950 verzeichnet werden konnte. "Jeder
Tote auf Österreichs Straßen ist einer zuviel. Dennoch zeigt uns die
positive Bilanz zum Jahresende, dass die österreichischen Straßen für
alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer immer sicherer
werden. Das freut mich, denn die Polizistinnen und Polizisten leisten
mit ihren Kontrollmaßnahmen einen wichtigen Beitrag dazu", sagt
Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner.
Im Jahr 2011 sind im österreichischen Straßenverkehr bei 491
tödlichen Unfällen insgesamt 521 Personen getötet worden. Mit diesem
Tiefststand setzt sich zudem der langfristig rückläufige Trend bei
den Verkehrstoten auf den Straßen weiter fort.

Dieses vorläufige Ergebnis bedeutet gegenüber dem Jahr 2010 mit
552 Verkehrstoten einen Rückgang von 31 tödlich verunglückten
Menschen oder 5,6 %. Bei längerfristiger Betrachtung der
Unfallentwicklung ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich im
Jahresvergleich somit seit dem Jahr 1999 bereits zum zwölften Mal in
Folge gesunken. Da aber jeder schwere Verkehrsunfall mit viel Leid
für die Opfer und deren Angehörigen verbunden ist, ist größtmögliche
Verkehrssicherheit ein ganz wichtiges Anliegen für die Polizei und
das BMI. Neben der zielgerichteten Überwachung und Kontrolle ist auch
die Prävention und Bewusstseinsbildung eine wesentliche Aufgabe zur
Verhinderung von Unfällen im Vorfeld.

Geringste Zahl von Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen

Insgesamt betrachtet ist dies die bisher absolut geringste Zahl
von Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BM.I vor 61
Jahren (1950). Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der
Unfallstatistik (2948 Tote) sind dies nahezu ein Sechstel der
Todesopfer von damals, obwohl sich der Fahrzeugbestand seither
beinahe verdreifacht hat. Noch vor zwölf Jahren, im Jahr 1999, gab es
in Österreich mehr als 1000 Tote (1079) im Straßenverkehr. Der
Rückgang seit damals beträgt fast 52 %.

Bei den Gesamtunfällen mit Personenschaden und den dabei
Verletzten gab es bis Ende Oktober 2011 (aktuellere Daten sind noch
nicht verfügbar) ebenfalls Rückgänge um 1,5 % bzw. 2,3 %.

Bundesländerstatistik

Burgenland 21 Verkehrstote (2010: 20), Kärnten 32 (42),
Niederösterreich 158 (163), Oberösterreich 102 (117), Salzburg 44
(41), Steiermark 72 (79), Tirol 44 (39), Vorarlberg 26 (22) und Wien
22 (29).

Zunahmen gab es dabei in Tirol (+5 Getötete), Vorarlberg (+4),
Salzburg (+3) und Burgenland (+1). Hier ist anzumerken, dass in
Tirol, Salzburg und Burgenland im Jahr 2010 historische Tiefststände
registriert wurden. In Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich,
Steiermark und Wien konnten nicht nur im Jahr 2011 Rückgänge
verzeichnet werden, in diesen Bundesländern gab es im abgelaufenen
Jahr auch die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 45 Jahren.

Verkehrsbeteiligung

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2011 verloren 282
PKW-Insassen, 17 Lkw-Insassen (davon elf in einem Klein-LKW), 68
Motorrad-Fahrer, 17 Moped-Fahrer, 42 Radfahrer (davon zwei mit
Elektro-Fahrrad), 86 Fußgänger (davon 35 durch ihr eigenes
Fehlverhalten und 51 durch Fremdverschulden), vier
Traktor-Lenker/Mitfahrer, zwei Lenker von Arbeitsmaschinen, zwei
Microcar-Lenker/Mitfahrer und ein Lenker eines
Elektro-Behindertenfahrzeuges ihr Leben.

Zurückgegangen auf die bisher niedrigsten je erfassten Werte sind
die getöteten Pkw-Lenker und Insassen sowie die Fußgänger.
Angestiegen gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der getöteten
Radfahrer. Von den 42 Radfahrern starben 25 durch ihr eigenes
Fehlverhalten und 17 durch Fremdverschulden. Vier Radfahrer
verunglückten auf einer Radfahrüberfahrt und je zwei auf einem Radweg
bzw. auf einem Gehsteig/Gehweg.

Schwerster Unfall

Der schwerste Unfall im vergangenen Jahr ereignete sich am 20.
März 2011 gegen 13 Uhr bei Villach in Kärnten. Bei einem
Frontalzusammenstoß zweier Pkw auf der Bundesstraße 83 starben vier
Personen, darunter drei Mädchen im Alter von sieben bis zehn Jahren.

Hauptunfallursachen

Als vermutliche Hauptunfallursachen dieser tödlichen
Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (29,5
%), Vorrangverletzung (17,7 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (13,6 %),
Überholen (9,0 %), Fehlverhalten von Fußgängern (7,1 %), Übermüdung
(3,3 %) und Herz-/Kreislaufversagen/Krankheit (2,2 %) festgestellt
werden. Unfallkausale Alkoholisierung war bei 37 oder 7,5 % der
tödlichen Unfälle gegeben. Bei sieben dieser Unfälle war eine
Alkoholisierung des Fußgängers unfallkausal.

Im abgelaufenen Jahr wurden gegenüber 2010 anteilsmäßig mehr
Unfälle durch Vorrangverletzungen, Unachtsamkeit/Ablenkung und
Alkoholisierung der Fahrzeuglenker verursacht. Deutlich weniger
Unfälle ereigneten sich aufgrund von nicht angepasster
Fahrgeschwindigkeit.

Die Zahl der getöteten Kinder unter vierzehn Jahren ist im Vorjahr
wieder angestiegen: Dreizehn Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren
kamen im Straßenverkehr im Jahr 2011 ums Leben, die meisten davon (7)
als Pkw-Insassen (5 davon waren mittels Kindersitz gesichert), als
Fußgänger (5) und als Radfahrer (1).

Im Jahr 2010 verunglückten zehn und im Jahr 2009 15 Kinder
tödlich. Im Jahr 2011 ereignete sich kein tödlicher Verkehrsunfall
auf dem Schulweg.

Insgesamt betrachtet machen die Getöteten nach Altersgruppen bei
den unter 30- jährigen (144 Verkehrstote) und den über 60-jährigen
(175) die größten Gruppen aus. Die Opferzahl bei den Jugendlichen ist
dabei rückläufig, die bei den Älteren dafür ansteigend. Knapp die
Hälfte der getöteten Fußgänger (42 von 86) und mehr als 70 % der
getöteten Radfahrer (30 von 42) waren über 60 Jahre alt.

20 Getötete auf Bahnübergängen, 16 Fußgänger starben auf Schutzwegen

20 tödliche Unfälle ereigneten sich auf Eisenbahnkreuzungsanlagen
(2010: 15). 14 der 20 Getöteten auf Bahnübergängen kamen bei
Kollisionen mit Eisenbahnen auf Gemeindestraßen und fünf auf
Landesstraßen ums Leben. Zehn tödliche Unfälle ereigneten sich bei
Signalanlagen mit Rotlicht, sechs Unfallstellen waren mittels
Stopptafel und Andreaskreuzen gesichert und bei vier Unfällen war
eine Schrankenanlage vorhanden.

16 Fußgänger kamen im Vorjahr im Bereich von Schutzwegen ums
Leben; zehn bei ungeregelten und sechs bei geregelten Schutzwegen,
davon drei Fußgänger als sogen. "Rotgeher" bei einer
Lichtsignalanlage. Im Jahr 2010 kamen 15 Menschen auf Schutzwegen ums
Leben.

Zehn Tote mussten im abgelaufenen Jahr in Straßentunneln beklagt
werden (2010: 10), davon sechs im hochrangigen Straßennetz
(Autobahnen und Schnellstraßen).

Im Bereich von Bahn- oder Bushaltestellen verunglückten im Vorjahr
zehn Menschen und im Bereich von Kreisverkehrsanlagen fünf Menschen
tödlich.

Im Zuge von Wende- oder Umkehrmanövern bzw. beim Ausparken oder
Zurückschieben kam es zu acht tödlichen Unfallereignissen. Bei elf
letalen Unfällen kann eine Blendung des Lenkers durch den
Gegenverkehr bzw. durch die tiefstehende Sonne als Mitursache
angenommen werden.

Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kam im vergangenen Jahr
kein Verkehrsteilnehmer ums Leben (2010: 1).

Straßenarten

48 Verkehrstote mussten auf Autobahnen und elf auf Schnellstraßen
verzeichnet werden, diese Zahlen bedeuten - zusammengezählt 59 -
einen neuen Tiefstwert für das hochrangige Straßennetz (bisher
niedrigster Wert aus 2009 mit 75 Opfern) und machen einen Anteil von
etwa 11 % an allen Verkehrstoten aus. Der Großteil der tödlichen
Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (217
Getötete), Landesstraßen (149), Gemeindestraßen (78), Güterwegen (12)
und sonstigen öffentlichen Verkehrsflächen (6). Gegenüber dem Vorjahr
ist hier ein Anstieg auf den Landesstraßen L zu verzeichnen. Nahezu
drei Viertel aller tödlichen Unfälle (350) ereigneten sich im
Freiland, 141 im Ortsgebiet.

In Baustellenbereichen ereigneten sich im Vorjahr sechs tödliche
Verkehrsunfälle (2010: 5), davon vier auf Autobahnen und
Schnellstraßen.

Bei zehn Unfallereignissen (davon sechs auf Autobahnen) kam es zu
Folgeunfällen durch Auffahren von nachkommenden Fahrzeuglenkern nach
vorangegangenen Pannen oder Vorausunfällen auf der Fahrbahn, welche
für zwölf Menschen tödlich verliefen. Drei Menschen starben dabei auf
dem Pannenstreifen bzw. in einer Pannenbucht. (2010: 9 Tote bei
Vorausunfällen, davon vier auf Pannenstreifen).

Sechs tödliche Unfälle wurden von 17-jährigen Pkw-Lenkern
verursacht, davon vier mit vorgezogener Lenkberechtigung (L 17). 2010
waren es fünf tödliche Unfälle. Zwei Getötete waren 15-jährige
Moped-Lenker, einer davon hatte keinen Moped15-Ausweis. (2010: 7
Getötete).

181 oder 36,8 % aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das
heißt es ist nur ein einziges Fahrzeug am Unfall beteiligt. 62
tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.
19 Verursacher von tödlichen Verkehrsunfällen begingen Fahrerflucht,
14 Fahrzeuglenker waren nicht im Besitz einer gültigen
Lenkberechtigung. Die Delikte "Fahrerflucht" und "Fahren ohne
Lenkberechtigung" sind hier gegenüber dem Vorjahr deutlich
angestiegen.

Fünf Kraftfahrzeuge von Unfalllenkern waren nicht zum Verkehr
zugelassen. Drei getötete Moped-/Motorradlenker verunglückten ohne
Sturzhelm. Bei neun tödlichen Verkehrsunfällen kam es zu
Fahrzeugbränden.

86 der 521 Verkehrstoten (16,5 %) waren ausländische
Staatsangehörige, der Anteil der ausländischen Verursacher von
tödlichen Verkehrsunfällen beträgt 16,7 % (82 von 491).

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Inneres  
   Referat für Verkehrsdienst/Unfallstatistik
   Otmar Bruckner
   Tel.: +43-(0)1-53126-3809
   Mobil: +43-(0)664-8117132
   [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel