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Bünker: "Wünsche mir, dass Solidarität, Gerechtigkeit und Menschlichkeit sich durchsetzen"

TV-Neujahrsansprache des evangelisch-lutherischen Bischofs

Wien (OTS/epdÖ) - Auf die "dramatische" Zunahme des Hungers in
der Welt hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael in seiner Neujahrsansprache auf ORF 2 hingewiesen. "Zehntausende Menschen verhungern jeden Tag." Hunger sei aber kein Schicksal, sondern habe ganz konkrete Ursachen, "die auch geändert werden könnten, wenn der politische Wille dafür nur da wäre". Es mangle nicht an Nahrungsmitteln, es mangle an Solidarität und Gerechtigkeit: "Die Güter auf der Welt sind äußerst ungerecht verteilt", konstatierte Bünker in seiner Ansprache, die er vor einem gefüllten Brotregal hielt: "Jeden Tag wollen die Menschen frisches Brot, knusprige Semmeln und würzige Weckerln, und das von früh am Morgen bis zum späten Abend. Der Markt verlangt es so, heißt es. Gleichzeitig wird bei uns Brot weggeworfen", sagte der Bischof. In Wien beispielsweise werde täglich so viel Brot weggeworfen, wie an einem Tag in Graz verbraucht werde. "Das Brot, das den Menschen in früheren Zeiten heilig war, ist zu einer industriell hergestellten Ware, eben oft leider auch zu einer Wegwerf-Ware geworden."

Jeder und jede kann helfen

Der Bischof zeigte sich überzeugt, dass jeder und jede einen ganz wirkungsvollen Beitrag leisten könne, den Hunger zu überwinden: "Zum Beispiel dafür eintreten, dass Österreich die 0,7 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung für die Entwicklungszusammenarbeit, die schon lange vereinbart und zugesagt sind, endlich freigibt. Derzeit erreichen wir - und das ist für eines der reichsten Länder der Erde wirklich schandbar - nicht einmal die Hälfte davon." Beim Einkaufen und beim Essen könne jeder auf fair gehandelte Produkte und biologisch hergestellte Lebensmittel achten, "auch wenn das ein bisschen mehr kosten sollte". Ebenso sei es hilfreich, Aktionen zu unterstützen, die den Hungernden direkt vor Ort helfen. Er sei froh, so Bünker, dass die Evangelische Kirche und die Diakonie mit der Aktion "Brot für die Welt" im neuen Jahr 2012 zeigen könne, wie diese Hilfe zur Selbsthilfe konkret aussieht. "Ich bedanke mich bei allen, die diese Aktion unterstützen." Bünker zitierte die "wunderbare Geschichte" von der Brotvermehrung in der Bibel, die an die Verantwortung appelliere, die Menschen füreinander tragen: "Diese Geschichte erinnert daran, dass wir, wenn wir Menschlichkeit und Zuwendung teilen, immer Solidarität und Gerechtigkeit erfahren."

Abschließend wünschte sich der Bischof, "dass in Österreich auch im Jahr 2012 Solidarität, Gerechtigkeit und Menschlichkeit sich durchsetzen und das letzte Wort behalten, und ich will mich gemeinsam mit vielen anderen dafür einsetzen, so gut ich es kann".

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