• 30.12.2011, 11:13:34
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Musiol zu Papamonat: Anstatt endlich aktiv zu werden, wiederholt Mitterlehner nur alte Forderungen

Grüne: Auch Kindergeldvarianten müssen vereinfacht und Benachteiligung von Alleinerziehenden beseitigt werden

Wien (OTS) - Als "politische Frozzelei" bezeichnet die
Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol, die Aussage von
Familienminister Reinhold Mitterlehner. Laut APA zeigt er sich
'offen' für den Papamonat. "Dieses Vorhaben steht im Koalitionspakt
von SPÖ-ÖVP. Und der ist bereits drei Jahre alt! Die Einführung eines
Papamonats wäre für Österreichs Familien und Jungeltern erfreulich.
Daher soll Mitterlehner seinen Ankündigungen endlich Taten folgen
lassen", fordert Musiol.

Der Papa-Monat ist eine wichtige Möglichkeit um einerseits die
Beziehung zwischen Vater und Kind zu unterstützen und andererseits
Eltern die Möglichkeit zu geben, sich an ihre neue Rolle gemeinsam zu
gewöhnen. "Es sollte daher jedenfalls nach der Geburt innerhalb der
ersten Monate bei vollem Einkommensersatz die Inanspruchnahme eines
Papa-Monats möglich sein. Der Vorschlag von Minister Mitterlehner, er
wurde bereits vor sechs Monaten von Frauenministerin Heinisch-Hossek
gemacht, die Karenzzeit vorzuziehen, ist ein pragmatischer Zugang,
damit hier überhaupt etwas weitergeht", betont Musiol. "Hat dieser
Vorschlag eine Chance auf Realisierung, dann ist das sicher besser
als gar nichts. Klar muss jedenfalls sein, dass die Väter vollen
Einkommensersatz erhalten. Nur so können sich den Papamonat auch alle
Familien leisten."

Die Grünen fordern zudem seit langem eine Vereinfachung der
Kindergeldvarianten und eine Beseitigung der Benachteiligungen von
Alleinerziehenden. Die lange Variante (30+6), bei der
Kündigungsschutz und Karenzzeit auseinanderfallen, ist eine Falle für
die Berufstätigkeit von Frauen. "Diese muss abgeschafft werden", ist
Musiol überzeugt. "Aber auch die übrigen Varianten stellen Eltern vor
einen unüberschaubaren Regelungsdschungel. Selbst informierte Eltern
brauchen Tage um sich für eine Variante zu entscheiden und sind oft
bis zum Ende ihres Kindergeldbezuges nicht sicher, ob sie die für sie
beste Variante gewählt haben. Hier gibt es zu wenig Rechtssicherheit
und Rechtstransparenz."
Weitere Forderungen der Grünen sind die Ausdehnung der Dauer des
Papamonats und die
Teilung der Karenzzeit für getrennt lebende Eltern. "Es muss endlich
auf die verschiedenartigen Familienrealitäten Rücksicht genommen
werden", fordert Musiol und gibt zu bedenken: "Bleibt also
abzuwarten, ob es sich hier wieder nur um Ankündigungen handelt oder
ob wirklich Maßnahmen für Jungfamilien folgen."

Rückfragehinweis:
Mag. Inge Hausbichler
Tel.: +43-664 831 74 23
mailto:[email protected]

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