OTS0058   30. Dez. 2011, 10:40

ÖH blickt auf 2011 zurück

kaum Erfreuliches für Studierende und Hochschulen


"Ginge es nach der ÖH gäbe es ausfinanzierte
Hochschulen, wirklich sozial abgesicherte Studierende, die es sich
ihr Leben leisten könne, Frauen, die tatsächlich an den Hochschulen
gefördert werden, soziale Durchlässigkeit durch eine Reform des
Schulsystems, das nicht schon mit neun Jahren den weiteren
Bildungsweg entscheidet, eine echte Orientierungsphase statt einer
Knock-Out-Phase zu Beginn des Studiums sowie eine (Re-)
Demokratisierung der Hochschulen", so Martin Schott vom Vorsitzteam
der ÖH. "Umgesetzt wurde im Jahr 2011 davon nichts - dem
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ist für das Jahr
2011 daher ein schlechtes Zeugnis auszustellen."

"Die soziale Situation der Studierenden hat sich durch die
Kürzungsbeschlüsse von Loipersdorf enorm verschlechtert. Ab Juli 2011
verloren knapp 30.000 Studierende ihre Familienbeihilfe, die Kosten
für die Selbstversicherung verdoppelten sich und durch die Streichung
der Zuschüsse zur Studierendenheimsanierung stiegen die Wohnkosten
an. Aber auch die finanziellen Situation der Hochschulen spitzte sich
rasant zu: Die Universitäten erklärten einen Bedarf von 300 Mio. Euro
im Jahr zusätzlich - allein um den, oft nicht zufriedenstellenden,
Status Quo aufrecht erhalten zu können. Im September stellte
Töchterle zwar die "Hochschulmilliarde" in Aussicht - von Anfang an
war aber klar, dass sich hinter diesem schönen Wort maximal eine
gemogelte Drittel - Milliarde (330 Mio. auf drei Jahre) verbirgt. Mit
den Verhandlungsergebnissen, die kurz vor Weihnachten präsentiert
wurden, haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet: bei der
angeblichen "Milliarde" handelt es sich um 750 Millionen, die noch
dazu auf drei Jahre aufgeteilt werden", erklärt Angelika Gruber vom
ÖH Vorsitzteam.

Im Herbst startete das ÖH Projekt "Forum Hochschule". "Ziel ist
dabei, einen Alternativplan zum Hochschulplan von Minister Töchterle
zu erarbeiten und die derzeitige hochschulpolitische Debatte, die
nicht über Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen hinausgeht, zu
durchbrechen. In fünf Arbeitsgruppen (soziale Absicherung,
Hochschulfinanzierung, Qualität der Lehre, Hochschulorganisation und
Wissenschaft und Forschung), werden gemeinsam mit ExpertInnen und
Studierenden alternative Hochschulkonzepte erarbeitet", so Peter
Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.

"Im Rückblick auf 2011 wird leider sehr schnell deutlich, wie wenig
Priorität Bildung in Österreich hat. Vor allem Minister Töchterle und
Ministerin Fekter sind es, die durch ihre Untätigkeit und ihr
fehlendes Zugeständnis zu mehr anstatt weniger Studierenden, die
Hochschullandschaft und deren Weiterentwicklung gefährden. Junge
Menschen werden zunehmend Steine in den ohnehin steilen und
rutschigen Bildungsweg gelegt. Bildung wird Schritt für Schritt
wieder zu einem elitären Privileg für Menschen mit reichen Eltern.
Anstatt sich den Herausforderungen zu stellen, die in Zukunft auf uns
warten, erstarrt die Regierung und verliert sich in der Diskussion um
Details. Es braucht ein grundsätzliches Bekenntnis zur
Ausfinanzierung der Hochschulen, sowie zur sozialen Absicherung der
Studierenden", fordert Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam. "Es wird Zeit,
dass endlich einer zukunftsfähigen Hochschulpolitik gearbeitet wird.
Dazu braucht es noch einiges an Diskussionen und gemeinsamen
Austausch - dazu laden wir alle Studierenden, Interessierten und
MinisterInnen auch 2012 herzlich ein!"

Eine ausführlichere, bildungspolitische Analyse des Jahres 2011
finden sie unter diesem Link:
http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Presse/Jahresrueckblic
k_2011.pdf

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0058 2011-12-30 10:40 301040 Dez 11 NHO0001 0497



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Sara Scheiflinger,
Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
sara.scheiflinger@oeh.ac.at,
http://www.oeh.ac.at

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