OTS0018   30. Dez. 2011, 09:19

Jank begrüßt Bonus für Meisterprüfung

Neu: Absolventen einer Meister- oder Befähigungsprüfung bekommen ein Drittel der Prüfungsgebühren refundiert - Jank: Wichtiger Schritt gegen Fachkräftemangel


Erfreut zeigt sich Brigitte Jank, Präsidentin der
Wirtschaftskammer Wien, mit dem neuen Fördersystem im Rahmen der
Meister- und Befähigungsprüfungen. Ab sofort refundiert das
Wirtschaftsministerium den Absolventen ein Drittel der
Prüfungsgebühren. "Mit dem Bonus setzt die Politik einen wichtigen
Schritt zur Förderung unseres Fachkräftenachwuchses", so Jank. Durch
die finanzielle Unterstützung würden in Zukunft mehr Gesellen zur
Ablegung der Prüfung motiviert und gleichzeitig dem drohenden
Fachkräftemangel entgegengewirkt. "Förderungen und Anreize im Bereich
Bildung und Qualifizierung sind Zukunftsinvestitionen, die dem
Wirtschaftsstandort zu Gute kommen und sich mehrfach bezahlt machen.
Gerade in Zeiten der Budgetsanierung gilt es, Fördermittel besonders
klug einzusetzen - und hier haben wir ein Best-Practice-Beispiel",
sagt Jank, die seit langem auf die finanzielle Belastung durch
Prüfungsgebühren hingewiesen und mehr Fairness bei der Finanzierung
der einzelnen Bildungswege gefordert hat. Allein in Wien legen jedes
Jahr über 4000 Personen eine Meister- oder Befähigungsprüfung ab und
zahlen im Durchschnitt rund 370 Euro Gebühr.

Gleichzeitig spricht sich die Wirtschaftskammer-Präsidentin für eine
zeitliche Ausdehnung der Förderung aus, die als Pilotprojekt des
Wirtschaftsministeriums vorerst bis Ende 2012 beantragt werden kann:
"Um nicht bloß einige kurzfristige positive Effekte zu erzielen, ist
es notwendig, dass die Drittel-Refundierung der Prüfungsgebühren über
den geplanten Zeitraum hinaus sichergestellt wird. Nur so ist es
möglich, den Fachkräftebedarf der Wirtschaft auch in den kommenden
Jahren und Jahrzehnten zu decken."

Jank auch für Reform des Schulsystems
Grundlage für jede erfolgreiche Fachkräfteausbildung ist aber in
allen Fällen eine gute schulische Vorbildung. Jank sieht daher die
Politik auch bei der Reform des Bildungssystems gefordert. Viele
Betriebe stehen vor dem Problem, dass sich immer weniger Jugendliche
für eine Lehre entscheiden und lieber im Schulsystem bleiben bzw. es
vielen Lehrstellenbewerbern an Basiskenntnissen in Lesen, Schreiben,
Rechnen und mathematisch-technischem Verständnis mangelt. Um so
vielen Jugendlichen wie möglich eine betriebliche Ausbildung zu
sichern, sie fit für das Berufsleben zu machen und ihnen
weiterführende Bildungswege zu eröffnen, schlägt die
Wirtschaftskammer Wien daher eine Neuordnung unter dem Titel "Neunte
Schulstufe NEU" vor: Eckpunkte sind eine umfassende
Berufsorientierung und -information als Pflichtgegenstand in der 7.
Schulstufe, eine Potentialanalyse und die Einführung der Mittleren
Reife nach der 9. Schulstufe als aussagekräftiger
Qualifizierungsnachweis und als Voraussetzung für alle
weiterführenden Bildungswege. "Österreich muss seine
bildungspolitischen Hausaufgaben rasch erledigen, damit wir der
Jugend ein leistungsfähiges Schul- und Ausbildungssystem bieten
können", so Jank abschließend.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0018 2011-12-30 09:19 300919 Dez 11 WHK0001 0416



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