- 29.12.2011, 09:00:32
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ÖGfE-Schmidt: "10 Jahre Euro-Bargeld: Über zwei Drittel der Österreicher vom Fortbestand des Euro überzeugt"
Vertrauen jedoch rückläufig - Steigende Inflation als Hauptsorge - Umfrage
Wien (OTS) - "Trotz Schuldenkrise, langwierigem Krisenmanagement
und medialer Lust am Untergang glaubt eine große Mehrheit an den
Fortbestand des Euro", kommentiert Paul Schmidt, Leiter der
Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis
einer aktuellen österreichweiten ÖGfE-Umfrage zu 10 Jahren
Euro-Bargeld. "Die Österreicher ziehen aber eine nüchterne Bilanz:
Eine Mehrheit sieht zwar für unser Land mehr Vor- als Nachteile durch
die Euro-Mitgliedschaft. Allerdings sinkt das Vertrauen in die
gemeinsame Währung. Die Euro-Einführung wird nach wie vor, neben
anderen Faktoren, für steigende Preise verantwortlich gemacht", fasst
Schmidt zusammen.
Euro wird langfristig Bestand haben
Über zwei Drittel (68 Prozent) der Österreicher sind sich sicher,
dass der Euro langfristig "auf jeden Fall/eher schon" Bestand haben
wird. 29 Prozent sind sich unsicher ("eher nicht/sicher nicht").
"Dass die Österreicher an einen langfristigen Fortbestand des Euro
glauben, macht auch eines klar: Die Mehrheit ist optimistisch, dass
die derzeitige Krise überwunden werden kann", interpretiert Schmidt
die aktuellen Werte.
Vertrauen in den Euro rückläufig
40 Prozent der Befragten geben in der aktuellen Umfrage an, "sehr
großes bzw. großes" Vertrauen in den Euro zu haben. "Sehr geringes
bzw. gar kein" Vertrauen in die Gemeinschaftswährung haben 25 Prozent
(33 Prozent nehmen eine mittlere Position zwischen diesen beiden
Extremen ein). "Die aktuellen Werte bedeuten einen Rückgang des
Euro-Vertrauens von 7 Prozentpunkten gegenüber der letzten Stichprobe
vom Juni 2011. Die Zahl jener, die dem Euro gar nicht vertrauen,
bleibt aber auf niedrigem Niveau", analysiert Schmidt.
Männer zeigen mit 49 Prozent (sehr) großes Vertrauen in den Euro,
Frauen lediglich zu 32 Prozent. Während Hochschulabsolventen zu 53
Prozent (sehr) großes Euro-Vertrauen angeben, tun dies nur 35 Prozent
der Befragten mit Berufs- und Handelsschulabschluss. Besonders die
Jungen bis 25 Jahre haben mit 51 Prozent (sehr) großes Vertrauen in
den Euro.
Euro bringt eher mehr Vorteile für unser Land...
39 Prozent der Befragten meinen, dass der Euro für ein kleines
Land wie Österreich "eher mehr Vorteile" bringt. 31 Prozent sehen die
Nachteile überwiegen (21 Prozent sind unentschieden).
"Eher mehr Vorteile" sehen 69 Prozent der Personen mit
Uni-Abschluss, 49 Prozent der Befragten mit Matura, aber nur rund ein
Drittel der Befragten mit Berufs-, Handels- und
Pflichtschulabschluss.
...wird aber auch für steigende Inflation verantwortlich gemacht
Lediglich 13 Prozent der befragten Österreicher meinen, dass sich
die Einführung des Euro in den letzten 10 Jahren positiv auf die
Entwicklung der Inflation ausgewirkt hat. 59 Prozent sind
gegenteiliger Ansicht. Diese Sichtweise zieht sich quer durch alle
Befragungsgruppen.
Unter den Preistreibern der letzten 10 Jahre nennen die
Österreicher "steigende Rohstoffpreise wie Erdöl oder Benzin" (63
Prozent), die "Einführung des Euro" (43 Prozent), "Steuern- und
Gebührenerhöhungen" (39 Prozent) und die "Folgen von
Klimakatastrophen wie Dürren und Ernteausfälle" (23 Prozent).
"Das Gefühl, vieles wäre durch den Euro teurer geworden, besteht
heute noch, auch wenn die Teuerung - statistisch gesehen - in den
letzten 10 Jahren geringer war als in dem Jahrzehnt vor der
Euro-Einführung. Dass viele der aktuellen Teuerungen aber nicht
ursächlich auf den Euro zurückzuführen sind, wird zu selten
kommuniziert."
21 Prozent rechnen "immer" in Schilling um, 37 Prozent gar nicht
21 Prozent der Befragten geben an, "immer" in Schilling
umzurechnen. 40 Prozent tun dies nur mehr bei "größeren Ausgaben", 37
Prozent rechnen gar nicht mehr um.
Schmidt über das Ergebnis: "29 Prozent der über 66-Jährigen
rechnen nach eigenen Angaben immer in Schilling um, bei den unter
35-Jährigen sind es dagegen 12 Prozent. Heutige Euro-Preise sind
jedoch mit alten Schilling-Preisen aufgrund der kumulierten Inflation
nicht vergleichbar."
Quelle: Telefonumfrage der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft (SWS) im Auftrag der ÖGfE. Befragt wurden im
Dezember 2011 österreichweit 507 Personen.
Rückfragehinweis:
Mag. Paul Schmidt Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) Rotenhausgasse 6 8-9, A-1090 Wien Tel.: (+43-1)533 49 99 - 11 Fax.: (+43-1)533 49 40 www.oegfe.at www.facebook.com/oegfe
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