• 28.12.2011, 14:19:27
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Ludwig: Vorausschauende Wohnbaupolitik sorgt dafür, dass Wohnen auch in Zukunft leistbar bleibt

Wiener Wohnbaustadtrat zog Bilanz 2011 und präsentierte die Schwerpunkte für das Jahr 2012: "Vielfältiges Angebot bei hoher Qualität gesichert"

Wien (OTS) - Das nunmehr ausklingende Jahr 2011, das gerade in
Zusammenhang mit den internationalen Entwicklungen - und hier
insbesondere mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - weltweit
von großer Verunsicherung und von Veränderungen geprägt war, hatte
auch für den Wiener Wohnbau zusätzliche und neue Herausforderungen
mit sich gebracht. "Es galt, trotz spürbar geringerer budgetärer
Mittel auch weiterhin den Bedarf an neuem Wohnraum zu decken und die
Leistungen im Bereich der Wohnhaussanierung auf fortlaufend hohem
Niveau zu halten. Zwei wesentliche Eckpfeiler, die maßgeblich dafür
verantwortlich sind, dass Wohnen auch in Zukunft für alle Wienerinnen
und Wiener erschwinglich und leistbar bleibt", wie Wohnbaustadtrat
Michael Ludwig heute im Rahmen eines Mediengespräches betonte.

Über gezielte und nachhaltige Investitionen in Neubau und Sanierung
werde einerseits ein vielfältiges und vor allem erschwingliches
Wohnungsangebot geschaffen, andererseits wirke dies auch stark
preisdämpfend auf den gesamten Wohnungsmarkt. Gleichzeitig werde über
den Wiener Wohnbau auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutzprogramm
der Stadt Wien und speziell auch zur Konjunktur und zur Sicherung von
Arbeitsplätzen geleistet.

Vor diesem Hintergrund ist in den vergangenen Jahren - insbesondere
in den Jahren 2009 und 2010 - gekoppelt an die ersten Vorboten der
internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise offensiv in den Wiener
Wohnbau investiert worden. Die Neubauleistung wurde deutlich
angehoben und gerade im beschäftigungsintensiven Bereich der
Wohnhaussanierung wurden Fördermittel auf Rekordniveau
bereitgestellt. Nicht zuletzt aufgrund dieser enormen Investitionen
konnte der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgreich
entgegengewirkt werden.

Kein Einbruch beim Wohnungsneubau - Angebot auch in Zukunft
gesichert

"Durch die vorausschauende Wohnbaupolitik der Stadt Wien wurde
sichergestellt, dass der stetig wachsenden Wiener Bevölkerung ein
überdurchschnittlich großes Angebot an bezugsfertigen, geförderten
Wohnungen zur Verfügung steht. So wurden 2011 rund 6.800 geförderte
Wohneinheiten fertig gestellt. Zurzeit sind zudem geförderte
Wohnprojekte mit einem riesigen Gesamtvolumen von insgesamt 2,25
Milliarden Euro in Bau", so Stadtrat Ludwig.

Wien zeichnete damit für knapp ein Viertel der österreichischen
Bauproduktion im Wohnungs- und Siedlungsbau verantwortlich und weist
im Bundesländervergleich die höchste Produktion auf. Durch die
gesteigerten Investitionen im geförderten Wohnbau in den Jahren 2007
bis 2010 mit Förderzusagen für insgesamt 26.000 Wohneinheiten (in nur
vier Jahren; z. Vgl.: bis 2006 wurden jährlich 5.000 bis 5.500
Neubauwohnungen gefördert) konnten Rückgänge bei freifinanzierten
Projekten kompensiert und abgefedert werden (9 von 10 Neubauwohnungen
wurden in den vergangen Jahren über die Wiener Wohnbauförderung
errichtet). Drastische Rückgänge oder gar Einbrüche im Bereich der
Bauwirtschaft konnten somit erfolgreich verhindert werden.

Wohnbauinitiative 2011 als wichtige Ergänzung zum geförderten
Wohnbau

Doch gerade aufgrund der immer noch schwierigen globalen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und in Anbetracht der auch im
Bereich der Wohnbauförderung begrenzten Mittel, welche im Einklang
mit den notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen im städtischen
Finanzhaushalt zur Verfügung stehen, sind weitere und zusätzliche
Investitionen im Wohnbau notwendig.

"Mit der Wohnbauinitiative 2011 haben wir daher zu Beginn des Jahres
2011 eine wichtige Ergänzung zum geförderten Wohnungsbau ins Leben
gerufen", erklärte Ludwig. Im Rahmen dieser Initiative stellt die
Stadt Wien Partner-Konsortien aus Bauträgern und Finanzdienstleistern
sehr günstige Darlehen sowie Grundstücke für den Bau von günstigen
und qualitativ hochwertigen Wohnungen zur Verfügung. Verbindlich
verknüpft mit der Finanzhilfe der Stadt sind Mietzinsobergrenzen, die
nur knapp über dem geförderten Wohnbau und deutlich unter dem frei
finanzierten Wohnbau liegen, sowie hohe Qualitätsstandards. Und der
Wiener Wohnbaustadtrat weiter: "Bereits im Sommer 2011 konnte über
diese einmalige Initiative der Bau von zusätzlich rund 6.250
Wohnungen auf Schiene gestellt werden. Der Baustart für die ersten
rund 1.800 Wohnungen - 1.500 davon in aspern Seestadt - erfolgt
bereits im Jahr 2012."

Wohnhaussanierung erweist sich als nachhaltiger
Konjunkturmotor

Ähnlich der Situation im Neubau stellt es sich auch im Bereich der
Wohnhaussanierungen dar. Die Stadt Wien investierte mit dem Aufkommen
der Finanz- und Wirtschaftskrise ganz bewusst und verstärkt in den
Wohnbau, und hier insbesondere in die Wohnhaussanierung, die sehr
arbeits- und beschäftigungsintensiv ist und die daher speziell Klein-
und Mittelbetrieben zugute kommt.

Mit der Sanierungsverordnung 2008, die seit Jänner 2009 in Kraft ist,
wurden die Förderkriterien ausgeweitet und noch einmal wesentlich
verbessert. Mit diesen neuen attraktiven Förderanreizen sowie
zusätzlichen Finanzmitteln konnten die Förderanträge und auch die
Förderzusagen deutlich erhöht werden.

"Wurden in den Jahren 2001 bis 2008 noch jährlich zwischen 10.000 und
11.000 Wohneinheiten über umfassende Sanierungsprojekte mit
Fördermitteln der Stadt Wien unterstützt, so konnte bereits im Jahr
2009 Förderzusagen für Sanierungsprojekte mit einem Rekordniveau von
rund 16.500 Wohneinheiten erteilt werden. Für weitere rund 15.500
Wohneinheiten wurden im Jahr 2010 die Förderungen zugesichert werden.
Investitionen, die sich als nachhaltiger Konjunkturmotor erweisen",
erläuterte der Wohnbaustadtrat.

"2011 konnten die Sanierungsarbeiten bei 240 Objekten mit mehr als
9.900 Wohneinheiten abgeschlossen wurden. Die gezielten Steigerungen
der vergangenen Jahre im Bereich der geförderten Wohnhaussanierung
haben sich nachhaltig auf Wirtschaft, Konjunktur und Beschäftigung
ausgewirkt. Eine Vielzahl jener Projekte, die in den vergangenen
Jahren Förderzusagen erhalten haben, sind derzeit in Umsetzung.
Aktuell befinden sich 376 Objekte mit 23.755 Wohneinheiten und einem
Gesamtbauvolumen von 671,1 Millionen Euro in Sanierung", zog Ludwig
Bilanz.

2012 steht ganz im Zeichen innovativer Lösungen zur Senkung
der Wohnkosten

"Investitionen in den Wohnbau sind zum einen sehr nachfragewirksam,
zum anderen aber auch ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität in
der Stadt", unterstrich Ludwig und präsentierte die Rahmenbedingungen
für das kommende Jahr: "Wir werden daher auch im Jahr 2012 gezielt
und nachhaltig in den Wiener Wohnbau investieren. Mit rund 557,01
Millionen Euro stehen in den kommenden zwölf Monaten um rund 20
Millionen Euro mehr als im Jahr 2011 an Wohnbauförderungsmitteln zur
Verfügung."

Im Neubaubereich werden 2012 eine Reihe von neuen Projekten in Form
von Bauträgerwettbewerben gestartet, erläuterte der Wiener
Wohnbaustadtrat. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Entwicklung
innovativer Modelle und Lösungen, um den zuletzt steigenden Kosten
wirksam und effektiv entgegen zu wirken. Gleichzeitig würden bewährte
Instrumente, wie die Superförderung von Wohnungen und damit nahezu
eigenmittelfreies Wohnen und die Vergabe von Bauplätzen im Baurecht,
ausgeweitet und verstärkt zum Einsatz gebracht.

Um einerseits die Kosten deutlich abzusenken, ohne aber dabei bei den
maßgeblichen Komponenten für eine hohe Wohnqualität und
-zufriedenheit Abstriche zu machen, werden deshalb sämtliche
Bauträgerwettbewerbe im kommenden Jahr unter dem Aspekt des
kostengünstigen Wohnens und klar festgelegten Qualitätskriterien
ausgeschrieben.

Die wichtigsten Schwerpunkte:
1) Kostengünstiges Wohnen. Eigenmittel- und Mietzinsobergrenzen
bereits bei der Ausschreibung von Bauträgerwettbewerben (Beispiel 1.
Bauträgerwettbewerb für aspern Seestadt, Eigenmittel: max. 90
Euro/m2, Brutto-Miete max. 7,50 Euro)

2) Ökologisches Wohnen. Ökologisches Wohnen wird nicht mehr allein am
Gebäudestandard festgemacht. Hier geht es um ganzheitliche Konzepte,
die Gesamtenergieeffizienz, Gesamtenergiebilanz und ökologischer
Fußabdruck über den gesamten Bestandszeitraum - einschließlich
Produktion und Recycling, wohnungsnaher Infrastruktur und
alternativer Mobilitätsmodelle. So müssen die Siegerprojekte des 1.
Bauträgerwettbewerbs für aspern Seestadt - dieser wird im Sommer 2012
juriert - die Kriterien des "Total Quality Building" der
Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erfüllen.

3) Noch zielgerichtetere Konzeption von Wohnungen für
unterschiedliche Zielgruppen. So z.B. auch kleinere, kompakte
Wohnungen mit innovativen Raumlösungen für ältere alleinstehende
Menschen und junge Menschen. Förderung des Zusammenlebens durch
HausmanagerInnen, die auch soziale Aufgaben innehaben (Begleitung der
Hausgemeinschaft) sowie optimale räumliche Voraussetzungen.

Die größten Bauträgerwettbewerbe 2012

Die drei größten Bauträgerwettbewerbe werden für aspern Seestadt, das
zweite Entwicklungsgebiet im Sonnwendviertel (Hauptbahnhof) und für
den Bereich Zippererstraße südlich der Gasometer ausgeschrieben:

Bauträgerwettbewerb I für die Seestadt Aspern:
Der Wettbewerb erstreckt sich über fünf Bauplätze. Die Auslobung für
760 geförderte Wohnungen und ein StudentInnenheim erfolgte Mitte
Dezember 2011. Zum Anforderungsprofil für Wettbewerbsbeiträge zählt
neben kostengünstigen Konditionen für die künftigen MieterInnen
(Eigenmittelbeiträge von maximal 90 Euro pro Quadratmeter und
Bruttomieten von maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche) eine
hohe Energieeffizienz der Projekte, eingebettet in das ökologische
Gesamtkonzept der Seestadt.

Die Fertigstellung der Projekte aus dem Bauträgerwettbewerb I für die
aspern Seestadt ist 2015 geplant.

Bauträgerwettbewerb Hauptbahnhof II:
Während im ersten Quartal 2012 bereits mit der Errichtung der ersten
Wohnungen im Sonnwendviertel (1. Bauträgerwettbewerb mit 1.160
Wohneinheiten) begonnen wird, erfolgt ebenfalls im Frühjahr die
Auslobung des zweiten Bauträgerwettbewerbs. Das Verfahren für 450
geförderte Wohnungen ist zurzeit in Vorbereitung.

Die Fertigstellung der Projekte ist 2015 geplant.

Bauträgerwettbewerb Zippererstraße, südlich der Gasometer:
Ebenfalls in Vorbereitung ist der Bauträgerwettbewerb für das Areal
Zippererstraße - hier geht es um 400 geförderte Wohnungen auf drei
Bauplätzen. Start des Verfahrens ist im Sommer 2012, die
Fertigstellung der Projekte ist 2016 geplant.

2012: Baustart der ersten Projekte im Rahmen der
Wohnbauinitiative

Im Rahmen dieser sozialen Schiene des frei finanzierten Wohnbaus -
werden ab 2012 rund 6.250 neue Wohnungen errichtet. "Damit wird auch
für die Wirtschaft ein starker zusätzlicher Impuls gesetzt, denn die
Wohnbauinitiative löst ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,04
Milliarden Euro aus. Die Stadt Wien sichert über dieses den
geförderten Wohnbau ergänzende Instrument jährlich 6.000
Arbeitsplätze. Im Jahr 2012 soll der Bau der ersten rund 1.800
Wohnungen begonnen werden", so Ludwig.

Thermische Wohnhaussanierung hat auch 2012 Priorität

Im Bereich der Wohnhaussanierung liegt im Jahr 2012 der zentrale
Schwerpunkt auf thermisch-energetischen Verbesserungen. "Die zur
Verfügung stehenden Mittel werden vorrangig in den Bereich der
Thewosan-Förderung investiert. Über diese Thewosan-Offensive wird ein
wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Vor allem aber
wird durch die gesteigerte Energieeffizienz und die deutliche
Absenkung des Heizwärmebedarfs die Wohnqualität verbessert und
gleichzeitig eine Entlastung der BewohnerInnen erreicht", erklärte
Stadtrat Ludwig.

Neben den bereits mit Fördermitteln ausgestatteten Projekten, welche
in den kommenden Monaten realisiert werden, können somit zusätzliche
Sanierungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden. Diese Investitionen
sind insbesondere auch ein wichtiger Konjunkturmotor für die Wiener
Wirtschaft. Projekte in dem besonders beschäftigungsintensiven
Bereich der Wohnhaussanierung kommen in erster Linie den Klein- und
Mittelbetrieben zugute.

Mehr als 1 Milliarde Euro für Gemeindebausanierungen in nur
fünf Jahren

2012 wird auch die Sanierungsoffensive in den Wiener Gemeindebauten
auf einem gleichbleibend hohem Niveau fortgeführt. Im Jahr 2012
starten Sanierungen von Gemeindebauten mit einem
Gesamtinvestitionsvolumen von 236 Mio. Euro.

Allein seit dem Jahr 2008, also in nur vier Jahren, wurde die
Sanierung von Gemeindebauten mit knapp 33.000 Wohnungen in Angriff
genommen. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 814 Millionen
Euro.

Zurzeit sind 94 Sanierungsprojekte mit insgesamt rd. 18.500 Wohnungen
und geplanten Gesamtkosten von in Summe mehr als 581 Millionen Euro
in Bau, Planung bzw. Fertigstellung. (Schluss)

Rückfragehinweis:
Hanno Csisinko
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81983
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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