Leitl zu 50 Jahre Raab-Olah-Abkommen: "Problemlösung durch Weitsicht und vorbildlichen sozialpartnerschaftlichen Konsens"
Facharbeitermangel bleibt trotz Konjunktureintrübung Problem - Rot-Weiß-Rot-Karte weiterer Meilenstein für geregelte Zuwanderung
Wien (OTS/PWK945) - "Mit Weitsicht und in vorbildlichem
sozialpartnerschaftlichen Konsens wurde mit dem Raab-Olah-Abkommen
der Grundstein für die Zuwanderung von Gastarbeitern in den 1960er-
und 70er Jahren gelegt", würdigt Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl die Bedeutung dieses Abkommens der damaligen
Präsidenten von Wirtschaftskammer und Gewerkschaftsbund, das auf den
Tag genau vor 50 Jahren am 28. Dezember 1961 abgeschlossen wurde. "In
den damaligen Boom-Jahren haben viele österreichische Betriebe
händeringend nach Arbeitskräften gesucht. Die Bedeutung dieses
Abkommens, mit dem der Zuzug auf den österreichischen Arbeitsmarkt
erleichtert und bedarfsgerecht geregelt wurde, kann daher nicht hoch
genug geschätzt werden. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur
Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich geleistet."
Aktuell steht der österreichischen Wirtschaft nach einem
vergleichsweise passabel gelaufenen Jahr 2011 nicht ein Boom sondern
eine stürmische Zeit bevor: Infolge der jüngsten
Finanzmarktturbulenzen und der Euro-Schuldenkrise muss für 2012 mit
einer deutlichen Konjunkturabschwächung gerechnet werden. "Das Thema
Facharbeitermangel bleibt trotzdem ein Dauerbrenner", betont Leitl.
Nach einer Studie von Ernst & Young-Studie klagt bereits jedes vierte
Unternehmen in Österreich über einen Fachkräftemangel. Jedes fünfte
Unternehmen befürchtet erhebliche Umsatzeinbußen, weil qualifizierte
Mitarbeiter fehlen. "Die Wirtschaft ist hier an mehreren Fronten
erfolgreich tätig. Neben der besseren Qualifizierung des
Arbeitskräftepotenzials im Inland muss es für heimische Unternehmen
leichter sein, qualifizierte ausländische Arbeitskräfte zu
beschäftigen."
Mit der Rot-Weiß-Rot-Karte, die von der Regierung auf Initiative
der Sozialpartner beschlossen wurde und die mit Juli dieses Jahres in
Kraft getreten ist, sei es gelungen, in bewährter Weise an die
Erfolge des Raab-Olah-Abkommens anzuschließen. "So wie damals geht es
darum, Zuwanderung entsprechend den Bedürfnissen Österreichs und der
österreichischen Unternehmen zu regeln."
"Erst vor kurzem hat Österreich den 120. Geburtstag von Julius
Raab gefeiert. Dieses Abkommen spiegelt einmal mehr die positive
Grundhaltung, die Werte und die großartigen Leistungen dieses großen
Baumeisters unserer Republik wider", so Leitl abschließend. (SR)
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