• 28.12.2011, 09:45:31
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BM Schmied - Preisträger des Ö. Staatspreises für literarische Übersetzung 2011 stehen fest: Leopold Federmair und Ljubomir Iliev

40 Prämien im Gesamtwert von 61.600 Euro für literarische Übersetzung vergeben

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur vergibt jährlich einen Staatspreis für die Übersetzung
fremdsprachiger Literatur ins Deutsche und einen Staatspreis für die
Übersetzung österreichischer Literatur in eine Fremdsprache. Nun
stehen die von einer unabhängigen Fachjury nominierten Preisträger
fest. Die beiden Staatspreise für das Jahr 2011 gehen an Ljubomir
Iliev aus Bulgarien und an den österreichischen Übersetzer Leopold
Federmair. Die Staatspreise werden im Rahmen eines Festakts
anlässlich der 'Translatio' am 1. Juli 2012 in Klagenfurt überreicht
und sind mit je 8.000 Euro dotiert.

Darüber hinaus werden alljährlich Prämien, die zwischen Euro 800
und 2.200 dotiert sind, für besonders gelungene literarische
Übersetzungen zuerkannt. In diesem Jahr wurden 40 ÜbersetzerInnen
(bzw. Übersetzergruppen) mit Prämien von insgesamt 61.600 Euro
gewürdigt, 23 Übersetzungen österreichischer Literatur in eine
Fremdsprache und 17 Übersetzungen fremdsprachiger Werke ins Deutsche.
Prämiert wurden die Übersetzungen in bzw. aus folgenden Sprachen:
Tschechisch, Polnisch, Mazedonisch, Georgisch, Niederländisch,
Spanisch (und Mexikanisches Spanisch), Englisch, Italienisch,
Estnisch, Slowenisch, Bosnisch, Französisch, Schwedisch, Türkisch,
Chinesisch, Rumänisch, Albanisch, Makedonisch, Bulgarisch, Persisch,
Serbokroatisch, Litauisch, Russisch und Ungarisch.

Kulturministerin Dr. Claudia Schmied unterstreicht anlässlich der
Bekanntgabe der Preisträger die Bedeutung ihrer Arbeit: "Hochwertige
Übersetzungen sind von zentraler Bedeutung, wenn es um die
Vermittlung von Literatur geht. Authentisch verfasste Sprache ist der
Schlüssel dazu, literarische Texte im Sinne des Verfassers zu lesen
und im relevanten Zusammenhang einordnen zu können. Die literarische
Übersetzung ist eine hohe Kunst, die viel zum gegenseitigen Respekt,
Interesse und Verständnis an der Vielfalt und Unterschiedlichkeit
anderer Kulturen beizutragen vermag."

Über die diesjährigen Entscheidungen sagte Ministerin Schmied:
"Die Auszeichnungen für Übersetzungen von bedeutenden Autoren aus dem
romanischen Sprachraum und von zwei zentralen Werken der
österreichischen Literatur, die zu den komplexesten Romanen der
Weltliteratur zählen, in eine südosteuropäische Sprache, sind ein
deutliches Zeichen für den hohen Stellenwert, den die Arbeit der
literarischen ÜbersetzerInnen im österreichischen und internationalen
Literaturbetrieb genießt."

Die Jury entschied sich für Leopold Federmair, "weil er seit zwei
Jahrzehnten Übersetzungen aus dem Französischen, Spanischen und
Italienischen gestaltet, die, in kritischer Nähe und Distanz zu
gängigen Strategien, dem deutschsprachigen Leser Kultur und
Lebenswelt der Ausgangstexte so nahe bringen, dass sich ihm die
Erfahrung des Lesers des Originals weitestgehend erschließt".

Besonders hob die Jury hervor, dass Federmairs Stil einer
"teilnehmenden" Übersetzung sich an Autoren unterschiedlicher
Generationen und Stilrichtungen bewährt, darunter so wichtige Namen
der Literaturgeschichte wie der Mexikaner José Emilio Pacheco, die
Franzosen Michel Houellebecq, Michel Deguy und Francis Ponge, der
Italiener Leonardo Sciascia sowie die Argentinier Ricardo Piglia und
Rodolfo Walsh.

Der bulgarische Übersetzer Ljubomir Iliev erhält den Staatspreis
vor allem für die Übersetzungen von Robert Musils 'Mann ohne
Eigenschaften' (Sofia 2009) und Hermann Brochs 'Tod des Vergil'
(1985, Neuausgabe Sofia 2010). "Iliev erfüllt die translatorischen
Herausforderungen beider Autoren auf brillante Weise: die lyrischen
Traumvisionen in Brochs Vergil überträgt er ebenso meisterhaft ins
Bulgarische wie die realistischen Schilderungen Brochs oder die
philosophischen Essays in Musils 'Mann ohne Eigenschaften'; die
kongenialen Übersetzungen werden zu Recht als "bulgarischer Musil"
und als "bulgarischer Broch" bezeichnet", so die Jury.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
   Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz
   Pressesprecherin
   Tel.: +43 1 53120 5030
   mailto:[email protected]
   http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml

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