- 27.12.2011, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Keine Sorge: Wir sind Krisen-Profis - von Eva Komarek
Österreichs Unternehmen haben Grund zur Gelassenheit
Wien (OTS) - Es ist überstanden: Der rituelle Gesang, das
weihevolle Kerzenlicht und das hochkalorische Essen, das alljährlich
die Weihnachtsfeiertage begleitet. Der Gabentisch war reichhaltig
gedeckt, denn beim Schenken sparen wir Österreicher trotz Krise
nicht. Das gilt auch für die Unternehmen, die sich bei
Kundengeschenken nicht lumpen lassen. Das war schon in der letzten
Krise so und ist auch in dieser nicht anders. Übrigens auch nicht
beim Spenden - so schlecht kann es uns gar nicht gehen, dass wir
nicht den Vorjahresrekord zumindest wieder einstellen, und das ist
gut so.
So gesehen ist Weihnachten für die pessimistischen Österreicher ein
Lichterfest, das einmal mehr beweist: Am Ende ist doch wieder alles
gut gegangen. Denn wir neigen schon immer zu Endzeitgedanken - dass
uns der Himmel auf den Kopf fallen könnte oder sich die Erde spaltet.
Schon Johann Nestroy ließ 1833 in der Posse "Der böse Geist
Lumpazivagabundus" den Schuster Knieriem im Kometenlied den Verfall
der Welt, die Torheit der Menschen und den Weltuntergang besingen.
Ein Blick auf die Medienberichterstattung der letzten Wochen zeigt,
dass in der dunklen Jahreszeit die Themen tatsächlich immer düsterer
geworden sind. Zuletzt beschwor IWF-Chefin Christine Lagarde das
wirtschaftliche Ende der Welt herauf. Die Schuldenturbulenzen der
Eurozone hätten die Weltwirtschaft in eine gefährliche Lage gebracht,
warnte sie. Doch jeder Tag bringt auch ganz andere Nachrichten, die
von Kaufkraft und zuversichtlichen Prognosen handeln. Da wäre neben
dem Handel einmal der Tourismus, der für 2012 eine hervorragende
Buchungslage verzeichnet und schon im November von einem Rekord
spricht. Offensichtlich pfeifen viele auf das Krisengerede und gönnen
sich einen Urlaub. Recht so! Und auch die österreichischen
Unternehmen haben allen Grund, mit einer gewissen Gelassenheit durch
die Krise zu tauchen, denn es geht ihnen besser, als es Konjunktur
und Aktienkurse vermuten lassen. Sie sind deutlich besser gerüstet
als bei Teil eins der Krise - sie sind schlank aufgestellt, verfügen
über ausreichend liquide Mittel und haben bis auf wenige Ausnahmen,
wie eine Telekom Austria, OMV oder Immofinanz, deren Branchen aber
traditionell eine höhere Verschuldung aufweisen, auch Schulden
abgebaut. Österreichs Unternehmen sind quasi schon Krisen-Profis.
Halten wir es also wie Knieriem, der sich wegen des drohenden
Weltuntergangs keine Sorgen mehr um seine Zukunft macht. Damit helfen
wir auch der Wirtschaft. Und der Komet wird wieder nicht einschlagen
- versprochen.
Rückfragehinweis:
Wirtschaftsblatt Verlag AG
Tel.: Tel.: 01/60117 / 300
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