- 27.12.2011, 10:51:43
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AK-Präsident Kalliauer zur Krankenstandsdebatte: "Lasst die Menschen in Ruhe gesund werden!"
Linz (OTS) - Die Krankenstandsquote ist in Oberösterreich mit 3,01
Prozent stabil. Dennoch ist immer wieder von einer Belastung für die
Betriebe, von Missbrauch und von dringend erforderlichen
Gegenmaßnahmen die Rede. Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer eine
absurde Debatte: "40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
gehen krank arbeiten. Da müssen wir ansetzen. Die Menschen müssen die
Möglichkeit haben, angstfrei und in Ruhe gesund zu werden."
Im Jahr 1980 lag die Krankenstandsquote in Österreich bei 4,8
Prozent. Seitdem ist sie stark zurückgegangen und lag im Vorjahr bei
3,5 Prozent (Oberösterreich: 3,01 Prozent). Einer der Gründe dafür
dürfte sein, dass viele Menschen krank zur Arbeit gehen - laut dem
Arbeitsgesundheitsmonitor der Arbeiterkammer Oberösterreich bleiben
40 Prozent der Befragten nicht daheim, obwohl sie sich krank fühlen.
59 Prozent tun dies, weil sie ihre Kolleginnen und Kollegen nicht im
Stich lassen wollen, 36 Prozent, weil die Arbeit sonst liegen bleibt,
und 15 Prozent aus Angst vor Konsequenzen - sprich Jobverlust.
Das bleibt nicht ohne Auswirkungen. 46 Prozent geben an, sie waren
in der Folge länger krank als normal, 41 Prozent fühlten sich öfter
müde und abgeschlagen, 34 Prozent hatten einen Rückfall und 26
Prozent hatten später stärkere gesundheitliche Probleme. Für
AK-Präsident Kalliauer alarmierende Ergebnisse: "Statt über die
Abschaffung der Invaliditätspension zu diskutieren, sollten die
Verantwortlichen hier näher hinschauen", fordert er.
Die Arbeiterkammer fordert einen Kündigungsschutz im Krankenstand,
ganz besonders für jene, die durch die Arbeit krank geworden sind.
Eine einvernehmliche Auflösung im Krankenstand soll nur nach
nachweislicher Beratung durch Betriebsrat oder (gesetzliche)
Interessenvertretung der Arbeitnehmer/-innen möglich sein. Und die
einvernehmliche Auflösung darf nicht zum Entfall der
Entgeltfortzahlungspflicht und somit zur Kostenübertragung auf die
Krankenkassen führen. "Wir beobachten leider immer wieder, dass die
Folgekosten krankmachender Arbeitsbedingungen auf Krankenkassen und
Arbeitslosenversicherung abgewälzt werden", so Kalliauer.
Um arbeitsbedingten Krankheiten vorzubeugen, müssen die
Arbeitsbedingungen an die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer angepasst werden, und nicht umgekehrt. Kranke müssen
Zeit haben, in Ruhe gesund zu werden. "Ob jemand krank ist, kann nur
ein Arzt oder ein Ärztin feststellen. Von den Ärztinnen und Ärzten
wünschen wir uns, dass sie - wenn möglich - die voraussichtliche
Dauer des Krankenstands voraussagen", sagt Kalliauer. Das schaffe
Klarheit und Rechtssicherheit.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. (FH) Wolfgang Spitzbart
Tel.: (0732) 6906-2186
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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