- 26.12.2011, 12:16:53
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Schönborn: "Beten wir für die Verfolger der Christen"
Wiener Erzbischof bei Predigt zum Martyrium des heiligen Stephanus: Tiefster Grund für Christenverfolgung ist "Jesus, weil er eine Provokation ist, die zur Entscheidung herausfordert"
Wien, 26.12.11 (KAP) Christen sollen für ihre Verfolger beten, wie
es der heilige Stephanus als erster Märtyrer der Kirche selbst getan
hat. Dazu hat Kardinal Schönborn bei seiner Predigt am Stephanitag
im Wiener Stephansdom angesichts der gegenwärtigen Verfolgung von
Christen aufgefordert. Die Ursachen für die Verfolgung und
Benachteiligung von rund 250 Millionen Christen weltweit seien
"vielfältig" und Christen sollten im Urteilen darüber "vorsichtig"
sein angesichts der eigenen Gewalthandlungen im Laufe der
Geschichte. Als "tiefsten Grund für Christenverfolgung" nannte der
Kardinal "Jesus, weil er eine Provokation ist, die zur Entscheidung
herausfordert und weil er uns an die Schuld erinnert".
Dieser tiefste Grund zeige sich auch deutlich im Martyrium des
Stephanus. In seiner vom Evangelisten Lukas überlieferten Rede des
Stephanus habe dieser den Hohen Rat an seine Verantwortung für den
"Justizmord" an Jesus Christus erinnert. Diese Konfrontation mit der
eigene Schuld habe sie so sehr getroffen, dass sie Stephanus
umgebracht haben, "weil sie den Namen Jesu zum Schweigen bringen
wollten", so der Wiener Erzbischof. "Herr, rechne ihnen ihre Schuld
nicht an", dieses Gebet des Stephanus für seine Verfolger gäbe dem
Martyrium eine tiefen Sinn, mache es zum "Segen" und bleibe
verpflichtendes Vorbild für Christen. Beim Gottesdienst im
Stephansdom wurde auch der Opfer und ihrer Angehörigen der Attentate
in Nigeria gedacht.
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