OTS0199   22. Dez. 2011, 16:42

Nationalfonds der Republik Österreich erhält Ehrung von Yad Vashem


Die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in
Jerusalem ehrte am 14. Dezember 2011 in einer feierlichen Zeremonie
den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus für die langjährige Unterstützung.

Seit seiner Errichtung 1995 förderte der Nationalfonds mehrere
Projekte von Yad Vashem, wie etwa die derzeit im Nestroyhof in Wien
gezeigte Wanderausstellung "Besa. A code of honor", die zwölf
albanische Muslime und deren Geschichten porträtiert, die während der
NS-Zeit Juden vor der Vernichtung retteten. Die ebenfalls geförderte
Ausstellung "Spots of Light - to be a woman in the Holocaust"
thematisiert die spezifischen Erfahrungen und Überlebensstrategien
von Frauen im Holocaust. Weiters hat der Nationalfonds auch ein
mehrjähriges Projekt zur Erfassung und Katalogisierung von
Archivquellen in österreichischen Archiven, die Aufschluss über die
Entrechtung und Vertreibung der jüdischen ÖsterreicherInnen nach dem
"Anschluss" 1938 geben, unterstützt.

An der Veranstaltung nahmen neben VertreterInnen des Nationalfonds
und von Yad Vashem unter anderem auch die Vertreter österreichischer
Opferorganisationen in Israel, Gideon Eckhaus und Moshe Jahoda, teil.
Nach Besichtigung der Ausstellung zum Prozess gegen den NS-Täter
Adolf Eichmann, der nach seiner Ergreifung 1961 in Israel vor Gericht
gestellt worden war, fand eine Gedenkfeier in der "Halle der
Erinnerung" statt. Dabei legte die Generalsekretärin des
Nationalfonds, Mag.a Hannah Lessing, gemeinsam mit dem
österreichischen Botschafter in Israel, Exzellenz Dr. Franz Josef
Kuglitsch, im Gedenken an die im Holocaust Ermordeten einen Kranz
nieder. Die symbolische Wiederentzündung der ewigen Flamme widmete
Lessing ihrer Großmutter, die im Konzentrations- und
Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet worden war.

Avner Shalev, Vorsitzender des Direktoriums von Yad Vashem,
enthüllte am zentralen Platz vor dem Eingang zur Gedenkstätte eine
Tafel mit der Inschrift des Nationalfonds an der Wand der
Unterstützer. In seiner Rede würdigte Shalev die Leistungen des
Nationalfonds und sprach auch dessen MitarbeiterInnen seine
Anerkennung aus, denn "hinter jeder Organisation stehen Menschen", so
Shalev. Botschafter Kuglitsch hob in seiner Rede die Bedeutung des
Nationalfonds sowohl für Gesellschaft und Politik in Österreich
hervor.

Hannah Lessing, die in Vertretung der Vorsitzenden des Kuratoriums
des Nationalfonds, Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer, die
Auszeichnung entgegennahm, wies in ihrer Rede darauf hin, dass der
anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Zweiten Republik gegründete
Nationalfonds sichtbarer Ausdruck eines veränderten Umgangs
Österreichs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sei. Die
Auszeichnung stelle insofern eine große Anerkennung dar, weil nicht
vergessen werden sollte, dass auch zahlreiche Menschen aus Österreich
an NS-Verbrechen beteiligt waren und die Auseinandersetzung mit der
NS-Vergangenheit ein langer und oft schwieriger Weg war. Die Rede des
früheren Bundeskanzlers Franz Vranitzky 1993 in Jerusalem habe in
diesem Sinne einen Wendepunkt markiert und auf die besondere
Verantwortung der Republik gegenüber den Opfern des
Nationalsozialismus hingewiesen.

"Das Gedächtnis ist eine mächtige Kraft, um die Lehren aus der
Vergangenheit zu sichern", so Lessing. "Die Geschichten der Lebenden
ebenso wie jene der Toten verdienen es, bewahrt zu werden."
Sicherzustellen, dass die Lehren aus den NS-Verbrechen nicht mit dem
Gedächtnis der Opfer langsam verschwinden, stelle daher einen
wichtigen Teil der Verantwortung Österreichs dar, meinte Lessing.
"Der Nationalfonds ist stolz, gemeinsam mit Yad Vashem die Flamme der
Erinnerung auf die nachkommenden Generationen weiterzugeben."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0199 2011-12-22 16:42 221642 Dez 11 NEF0009 0529



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