Brunner zu Kastenstand: Stöger-Berlakovich-Kompromiss bringt noch keinen Tierschutz
Investitionen in Einstieg zum Umstieg werden auf lange Bank geschoben
Wien (OTS) - Skeptisch zeigt sich Christiane Brunner,
Tierschutzsprecherin der Grünen, zum gestern präsentierten
Stöger-Berlakovich-Kompromiss bei der tierschutzwidrigen
Kastenstandshaltung von Schweinen. Brunner: "Ich sehe das
vermeintliche Ergebnis äußerst kritisch. Bis jetzt erkenne ich nicht
viel mehr als Absichtserklärungen und Verzögerungen, was fehlt ist
die Substanz. Alleine schon, dass der Landwirtschaftsminister in
einer Aussendung titelt, 'Ferkelschutzkorb-Erhalt durchgesetzt',
lässt die Alarmglocken schrillen. Die Volksanwaltschaft hat eindeutig
festgestellt, dass die Praxis der Kastenstandshaltung dem
österreichischen Tierschutzgesetz widerspricht. Was Berlakovich hier
verbreitet bedeutet übersetzt, dieser Rechtsbruch bleibt bestehen",
erläutert Brunner.
Auch die Art, wie die Verhandlungen geführt wurden, kritisiert
Brunner: "Die einzigen InteressensvertreterInnen, die an den
Verhandlungen teilnehmen durften, waren die Schweinebauern,
Tierschutzorganisationen blieben außen vor. Auch deshalb werden wir
das Ergebnis genau betrachten müssen, bevor wir es abschließend
bewerten".
Völliges Unverständnis erzeugt, dass ein Verbot von Neubauten mit
fixem Abferkelgitter erst ab 2019 erfolgen soll. "Wieso investieren
wir mit Hilfe von Steuergeldern in ein System das rechtswidrig ist?
Minister Berlakovich muss sofort Investitionsförderungen an
Tierschutzgesetz-konforme Standards binden und nicht den Rechtsbruch
auch noch sieben Jahre fördern", sagt Brunner.
Ein Kastenstandsverbot soll es frühestens 2033 geben, aber dafür gibt
es noch keine Garantie. Eine neu zu schaffende Fachstelle wird
frühestens 2017 bewerten, ob es zur Umsetzung des Verbots kommt oder
nicht. "Tierleid darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die
Ministerien haben sich hier zu lange Zeit gelassen. Schließlich hat
die Volksanwaltschaft schon 2010 aufgeschrien", sagt Brunner.
"Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass durch Förderungen in den
Umstieg dem Tierschutzgesetz zügig Rechnung getragen wird. Wenn
Förderungen es attraktiv machen, Haltungssysteme zu verwenden, die
dem Tierschutzgesetz entsprechen, dann werden wir hoffentlich nicht
bis 2033 warten müssen, damit es den Tieren besser geht. Weiters
fordern wir, ein staatliches Gütesiegel, dass auch
Tierschutzkriterien berücksichtigt, die über die gesetzlichen
Mindeststandards hinausgehen. Dann werden die KonsumentInnen durch
Ihr Kaufverhalten auch dazu beitragen, dass der Kastenstand in
Österreich Geschichte wird", sagt Brunner.














