• 22.12.2011, 11:02:49
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Greenpeace: Nein zu Schiefergas-Probebohrungen im Weinviertel

Umweltschützer und Bürgerinitiativen informieren Bevölkerung in Poysdorf

Wien (OTS) - Gemeinsam mit Bürgerinitiativen aus dem Weinviertel
hält die Umweltorganisation Greenpeace in Poysdorf heute eine
Infoveranstaltung zum Thema Schiefergas ab. Wie bekannt wurde, plant
die OMV im nördlichen Weinviertel Probebohrungen zur künftigen
Förderung von Schiefergas zu unternehmen. Bisher waren
Schiefergasbohrungen immer mit einer massiven Umweltbelastung
verbunden. "Mit einer vernünftigen Energiepolitik brauchen wir kein
Schiefergas" so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof. "Wir
wollen keine Experimente auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der
Weinviertler."

Die OMV behauptet, die Bohrungen ohne umweltschädliche Chemikalien
durchführen zu wollen und stattdessen eine weniger umweltbelastende
Technik zu verwenden. So soll unter anderem die mit den
Schiefergasbohrungen verbundene Grundwassergefährdung vermieden
werden. Greenpeace sieht diese Behauptung aber kritisch. Denn die
Methode, die die OMV einsetzen will, ist viel teurer als die
bisherige Methode, existiert bisher nur auf Papier, und wurde
weltweit noch nie in der Praxis angewendet. "Wer sagt, dass die OMV
gerade dort Erfolg haben wird, wo alle anderen bisher gescheitert
sind? Und wer garantiert uns, dass die OMV aus Kostengründen nicht
doch irgendwann auf giftige Chemikalien zurückgreifen wird?" fragt
sich Westerhof.

Ein zweiter Kritikpunkt von Greenpeace ist die zusätzliche
Klimabelastung, die von der Verwendung von Schiefergas ausgeht.
Obwohl deutlich ist, dass wir uns von der Verwendung von fossilen
Energien verabschieden müssen, wenn wir den Klimawandel bremsen
wollen, werden alle bisherigen Bestrebungen dazu vom Einstieg in die
Verwendung vom Schiefergas konterkariert. Im Gegenteil, es setzt
massive Investitionen in einer Gasförderinfrastruktur voraus, womit
die Abhängigkeit von fossilen Energien für eine weitere Generation
einzementiert wird. "Auch die OMV weiß, dass fossile Energien ein
Problem für das Klima sind", so Westerhof. "Wenn sie als Energiefirma
langfristig im Geschäft bleiben wollen, sollten sie sich bemühen, weg
von Öl und Gas zu kommen. Stattdessen sollen jetzt Investitionen
getätigt werden, die den notwendigen Wandel in der Firmenpolitik für
Jahrzehnte blockieren".

Greenpeace fordert deshalb einen Stopp für die Probebohrungen im
Weinviertel und in weiterer Folge ein generelles, österreichweites
gesetzliches Verbot für die Schiefergasförderung. In Frankreich wurde
bereits ein derartiges Verbot beschlossen, und in vielen Staaten, von
den Niederlanden bis Bulgarien, wurden Moratorien verhängt. "Das
Weinviertel soll kein Gasviertel werden", so Westerhof. "Daher
verlangen wir ein Verbot für die Schiefergasförderung".

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Energieexperte, Tel: 0664-6126701

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