Dr. Karl Renner Publizstikpreis 2011 an Helene Maimann, Michael Schrott und Walter Gröbchen

Journalismus bekommt immer größere Verantwortung für die Gesellschaft

Wien (OTS/ÖJC) - Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) verlieh gestern Abend im Rahmen einer Festveranstaltung im Wiener Rathaus den heurigen Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2011 an Helene Maimann (Kategorie Fernsehen), Michael Schrott (Kategorie Radio) und Walter Gröbchen (Kategorie Online). Nominiert für die Preise waren in der Kategorie Fernsehen noch Peter Resetarits und Ed Moschitz, in der Kategorie Radio Christian Lerch und Johannes Kaup und in der Kategorie Online Afrika.info und Supertaalk.

Im Rahmen der Preisverleihung wies der Amtsführende Stadtrat Christian Oxonitsch auf die wachsende Bedeutung der Medien hin. "Mehr denn je haben Medien gesellschaftliche Verantwortung, haben sie die Aufgabe "Gesellschaft zu transformieren", um den Namensgeber des Preises, den großen Sozialdemokraten und Pädagogen Karl Renner zu zitieren", betonte Oxonitsch. "Ich meine damit Journalistinnen und Journalisten, wie sie hier und heute versammelt sind. Ich meine damit konkret die Preisträger und Preisträgerinnen des diesjährigen Karl Renner-Publizistikpreises. Viel Erfolg auch weiterhin bei ihrer wichtigen Arbeit!"

Kategorie Fernsehen: Die Preisträgerin Helene Maimann wurde in Wien geboren. Seit mehr als 20 Jahren ist Maimann im Informationsbereich des ORF als Sendungsmacherin und Dokumentarfilmerin tätig und setzt sich in den Medien mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinander. Sie unterrichtet an der Wiener Filmakademie. Maimann wurde für ihre bisherigen Leistungen ausgezeichnet. Sie ist nicht nur ein hervorragende Historikerin, sondern auch Journalistin, die ihr Wissen über geschichtliche Zusammenhänge medial umsetzen kann, betonte Laudator Fred Turnheim.

Die Nominierten in dieser Kategorie: Ed Moschitz und Peter Resetarits. Ed Moschitz ist DER investigative Journalist im ORF-Fernsehen. Seine ganze journalistische Tätigkeit kreist um das Leben der "Unterprivilegierten". Moschitz hat zu diesem Themenbereich mehr als 100 TV-Sendungen gestaltet. Die FPÖ versuchte den Journalisten zu diskreditieren. Das Verfahren gegen Moschitz wurde eingestellt. Peter Resetarits wurde 1960 in Wien geboren. Der Jurist begann seine journalistische Tätigkeit 1979 im in der Jugendsendung "Ohne Maulkorb". Weitere journalistische Stationen waren "Inlandsreport" und "Am Schauplatz" und ist Sendungsverantwortlicher für "Bürgeranwalt" und "Schauplatz Gericht" und stellvertretender Hauptabteilungsleiter "Magazine und Servicesendungen".

Kategorie Radio: Preisträger Michael Schrott wurde 1949 in Wien geboren. Seit 1968 ist er beim ORF. Fürs Radio arbeitete er seit 1971 bei der "Ö3-Musicbox" mit den Schwerpunkten neue soziale Bewegungen, Jugendpolitik, ethnische Minderheiten und Alltagskultur. Seit 1990 machte er diverse Sendungen auf Ö 1. Schrott hatte zahlreiche Radiosendungen geleitet. Er wurde im heurigen Jahr "zwangspensioniert". Für Laudator Albert Malli ist Michael Schrott "DIE Radiostimme des ORF und einer seiner wichtigsten Lehrmeister im ORF gewesen".

Die Nominierten in dieser Kategorie: Christian Lerch und Johannes Kaup. Christian Lerch wurde 1978 in Bregenz geboren. Er ist freier Mitarbeiter und Gestalter bei Ö 1. Eingereicht wurde die Sendung "Apocalypse Goa" aus der Reihe HÖRBILDER. Lerch ist auch tätig für das Medienbüro "name*it positive media" und Mitherausgeber des Webjournals "kaptransmissions.org". Lerch bekam zahlreiche Auszeichnungen und war 2010 Finalist beim CNN Journalists Award. Johannes Kaup wurde 1965 in Magdeburg/Sachsen-Anhalt geboren. Mit vier Jahren übersiedelte er nach Salzburg und ein Jahr später nach Wien, wo er Philosophie, Psychologie und Katholische Theologie studierte. Seit 1991 ist Kaup für den ORF tätig. Neben der Konzeption, Produktion und Moderation zahlreicher Sendereihen im Hörfunk, kennt man ihn mittlerweile auch aus dem Fernsehen. Er ist Lehrbeauftragter an der EJA-Europäische Journalismus Akademie Wien für die Bereiche kreative Sendungsgestaltung, Moderation und Interview (Radio).

Kategorie Online: Preisträger ist Walter Gröbchen. Er wurde 1962 geboren und ist Verleger und Journalist in Wien. Gemeinsam mit Partnern betreibt er die Musik- und Kommunikationsagentur monkey. Gröbchen gibt den Blog "Grob. Gröber. Gröbchen" heraus. Er war Redakteur und Moderator bei Ö3 ("Musicbox", "Nachtexpress"). Weitere Stationen waren "Die Zeit", "Die Weltwoche", "Financial Times", "Rolling Stone", "profil", "Falter" und "Wiener". Aktuell schreibt er eine regelmäßige Kolumne ("Maschinenraum") für "Die Presse am Sonntag". Außerdem ist er am Radiosender Lounge FM beteiligt und fungiert dort als "Head of Music". Gröbchen bekommt den Rennerpreis für "seiner auf Privatinitiative bestehender kontinuierlicher Kommentierung zentraler gesellschaftlicher Änderungen, seinen klaren Stellungnahmen zu politischen Themen vor dem Hintergrund seines langjährigen journalistischen und musikverlegerischen Engagements", betonte Irene Brickner in ihrer Laudatio.

Die Nominierten in dieser Kategorie: Afrika.info und Supertaalk. Die Nachrichtenagentur afrika.info bietet österreichischen Medien erstklassige Beiträge aus der Perspektive des afrikanischen Kontinents. Von Kairo bis Kapstadt. Von Dakar nach Mogadischu. "Supertaalk" ist ein neues Sendeformat im Medium Internet. Als Retourkanal vom User zu den Sendungsmachern werden Web 2.0 Möglichkeiten, wie Twitter, verwendet. Die Sendungen werden jeden letzten Dienstag im Monat um 20:15 Uhr über http://www.supertaalk.com/ ausgestrahlt. Maskottchen der Sendungen ist die im Social Web bekannte Kunstfigur "Superbertram". Die Redaktionsgruppe wurde heuer mit dem "New Media Journalism Award" ausgezeichnet, der ebenfalls vom ÖJC verliehen wird.

Abschließend forderte ÖJC-Präsident Fred Turnheim die Politiker auf, keinesfalls die Grund- und Freiheitsrechte der Bürger und insbesondere die Pressefreiheit einzuschränken. Die Pressefreiheit ist der Garant dafür, dass sich auch in unserem Land ein Qualitätsjournalismus weiter entwickeln kann.

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