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OTS0121   20. Dez. 2011, 11:56

Wlodkowski: Bauerneinkommen nach gutem Jahr 2011 stabilisiert

Problem: Zunehmende Preisvolatilitäten gehen zulasten der Landwirtschaft


"Nach einem guten Jahr 2011 hat sich das
Bauerneinkommen in Österreich stabilisiert. Ursache für den Anstieg
im Faktoreinkommen waren hohe Erntemengen in der Pflanzenproduktion
und gestiegene Preise im tierischen Sektor. Der Zuwachs liegt jedoch
unter dem Niveau von 2010. Nach dem Einkommensabsturz 2009 mit einem
Minus von 29% erreichen Österreichs Landwirte mit dem um 12,2%
gestiegenen Einkommen erst heuer wieder das Niveau von 2008. Trotz
des positiven Jahresabschlusses machen den Bauern die in letzter Zeit
wieder besonders spürbaren Preisvolatilitäten Sorgen. So sank der
Getreidepreis in den vergangenen Wochen um 25%, während die
Energiepreise unaufhörlich steigen", erklärte Gerhard Wlodkowski,
Präsident der LK Österreich, zur heute publizierten Vorausschätzung
der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der Statistik Austria.

EU-Ergebnis niedriger

Generell ist das durchschnittliche agrarische Faktoreinkommen in
der EU um rund 6% gestiegen. Österreich liegt im EU-Vergleich über
dem Durchschnitt, aber etwas unter dem deutschen Ergebnis. In der
Union erhöhte sich das Faktoreinkommen hauptsächlich in den östlichen
Ländern, in acht Staaten hingegen gibt es eine negative Entwicklung.

Woher rührt das Plus?

Witterungsbedingt kam es im gesamten österreichischen Bundesgebiet
und in allen Sparten zu höheren Erträgen, die die teilweise
niedrigeren Erzeugerpreise abfedern konnten. Was der pflanzliche
Sektor durch seine Erntemenge erreichen konnte, schaffte der
tierische Sektor über höhere Preise. So waren Preissteigerungen
sowohl bei Milch als auch Rindern zu verzeichnen. Beeinträchtigt
wurde dieses Ergebnis jedoch durch die sehr hohen Futtermittelpreise.
Wlodkowski: "Hätte Österreich am Rindermarkt nicht die Exporte, vor
allem in die Türkei, derart stark steigern können, hätten die hohen
Futtermittelkosten ein positives Ergebnis für den gesamten Sektor
verhindert."

Hohe Kosten: Einkommens-Bremsen

"Generell sind die Vorleistungen für die Landwirtschaft erheblich
gestiegen. So wurden Düngemittel deutlich teurer, was nur durch die
extreme Erhöhung der Energiepreise übertroffen wurde", beklagte
Wlodkowski und ergänzte: "Die immer stärker spürbaren
Preisvolatilitäten gehen eindeutig zulasten der Landwirtschaft. Denn
während die Erzeugerpreise im Abschwung rasch gesenkt werden, hinkt
die Steigerung der Bauernpreise dem internationalen Preistrend oft
wochenlang hinterher."

Konkret fielen in den letzten Wochen die Mais- und Weizenpreise.
Eine hohe Erntemenge im Kartoffelanbau ließ auch hier die Erlöse in
den letzten Monaten deutlich verfallen. Darüber hinaus gab es
erhebliche Einbußen durch die EHEC-Krise, die den Gemüsebau betraf.
Das Aufkommen an heimischem Gemüse war zwar hoch, allerdings fehlte
dafür der Absatz. Und nach einem katastrophalen Weinjahr 2010 konnte
im Vergleich dazu heuer eine gute Erntemenge eingefahren werden,
allerdings verringerten sich die Preise.

"Ohne die witterungsbedingt höheren Erträge wäre eine Steigerung
des Faktoreinkommens in Hinblick auf die teuren Inputkosten nicht
erreicht worden. Daher blicken wir angesichts der weiteren
Energiepreissteigerungen und der Preisvolatilitäten nur bedingt
optimistisch in das Jahr 2012", so Wlodkowski.
(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0121 2011-12-20 11:56 201156 Dez 11 AIM0001 0455



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