• 20.12.2011, 08:15:12
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Greenpeace und GLOBAL 2000: "Bank Austria finanziert Ausbau des AKW Mochovce"

Bank Austria-Kreditvergabe löst Finanzierungsengpass für Risiko-Reaktor Mochovce

Wien (OTS) - 25 slowakische und österreichische AktivistInnen der
Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 haben heute in
den frühen Morgenstunden den Eingang der Bank Austria-Zentrale in der
Wiener Schottengasse besetzt. Mit einem vier Meter hohen Atommüllfass
haben die österreichischen und slowakischen UmweltschützerInnen den
Eingang des Firmengebäudes blockiert, um auf die Kreditgeschäfte der
Bank Austria mit dem Betreiber-Unternehmen des AKW Mochovce - der
Slovenske Elektrarne (SE) - aufmerksam zu machen. "Seit Jahren
kämpfen die Betreiber von Mochovce dafür, genügend Geld für die
Fertigstellung des gefährlichsten Atomkraftwerks Europas zu bekommen.
Zahlreiche Banken lehnten das Geschäft ab. Jetzt stellt sich heraus,
dass die Bank Austria der slowakischen Atomindustrie seit Jahren Geld
zur Verfügung stellt", zeigt sich Greenpeace-Energiesprecher Jurrien
Westerhof empört.

Wie eine Meinungsumfrage im Juni diesen Jahres ergab, lehnt die
Mehrheit der ÖsterreicherInnen Atomstrom und die damit verbundene
reale Gefahr grenznaher Atomkraftwerke ab. Umso verwunderlicher ist
es, dass sich die Bank Austria selbst nach der Reaktor-Katastrophe in
Fukushima auf solche Kreditgeschäfte einlässt. Die beiden
Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern die
Bank Austria auf, umgehend ihre Kreditgeschäfte mit der SE zu
beenden. "Die Bank Austria muss sofort aus der Finanzierung des AKW
Mochovce aussteigen. Sie haben aus dem peinlichen Rückzieher der
Unicredit aus der Finanzierung des AKW Belene in Bulgarien nichts
gelernt", so Patricia Lorenz, Antiatom-Sprecherin von GLOBAL 2000.

Die Bank Austria betont in der Öffentlichkeit gerne, kein Geld für
Atomkraftwerke zur Verfügung zu stellen. In Wahrheit unterhält Sie
jedoch seit Jahren einen Betriebsmittelkredit mit der Slovenske
Elektrarne, welche kein Geheimnis aus ihren Geschäften mit Atomkraft
macht. "Das wichtigste Projekt ist mit Sicherheit die Fertigstellung
der Atom-Reaktoren 3 und 4 in Mochovce, die eine Leistung von
insgesamt 1.020 Megawatt bringen sollen. Deren Inbetriebnahme wird
für Ende 2012 bis Mitte 2013 erwartet", steht im Jahresbericht der SE
ebenso zu lesen, wie: "Der Großteil der Investitionen wurde für die
Modernisierung und die Erweiterung der Atomkraftwerke des
Unternehmens verwendet."

Die Slovenske Elektrarne erzeugt 65 Prozent ihrer Stromgewinnung
durch Atomkraftwerke. Derzeit sind am AKW-Standort Mochovce zwei
Reaktoren des Typs WWER 440-213 in Betrieb - ein veralteter
sowjetischer Reaktortyp aus den frühen 1970er-Jahren. Zwei weitere
Reaktoren desselben Typs sollen nun fertig gebaut werden und entgegen
aktueller Sicherheitsnormen haben diese beiden Meiler kein
Volldruck-Containment. "Bereits ein Flugzeugabsturz oder ein
Terroranschlag auf das Atomkraftwerk ohne Containment-Schutzhülle
würde mit ziemlicher Sicherheit eine nukleare Katastrophe, nur 150
Kilometer östlich von Wien, auslösen", warnt Greenpeace-Sprecher
Westerhof.

Rückfragehinweis:

DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Energiesprecher 
   Tel. vor Ort: 0664 61 26 701
   
   Patricia Lorenz, GLOBAL 2000-Antiatomsprecherin 
   Tel. vor Ort: 0676 44 64 254
   
   Melanie Beran, Greenpeace-Pressesprecherin 
   Tel. vor Ort: 0664 61 26 718

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