• 19.12.2011, 12:32:41
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Energy-Roadmap 2050: Grüne Bundesrätin kritisiert WKÖ-Schwarzer

Kerschbaum: Jubelmeldung über Oettinger-Pläne nicht angebracht

Wien (OTS) - 47 Minuten nach Beginn der Vorstellung der
Energy-Roadmap 2050 durch Energiekommissar Oettinger lässt
WKÖ-Umweltsprecher Schwarzer mit einer Jubelmeldung über diesen
Fahrplan aufhorchen: "Energy-Roadmap weist energiepolitischen Weg in
die Zukunft" meint Schwarzer - und freut sich, dass die Roadmap "zur
Kenntnis nimmt", dass nicht alle Länder Atomenergie und CCS nutzen
wollen.

Ganz anders sehen das die Grünen: "Oettingers Energy-Roadmap ist auf
Atom-Kurs wie in der vor-Fukushima-Zeit. Da ist die Rede von einer
wichtigen Rolle der Atomkraft im europäischen Energie-Mix und vom
Kostensenkungseffekt durch billigen Atomstrom* - und die Grafiken
zeigen keinerlei Reduktion des Atomstromanteils in Europa bis 2050 -
trotz des deutschen Atomausstiegs!" ist die Grüne Bundesrätin
Elisabeth Kerschbaum, Anti-Atomsprecherin der NÖ Grünen, entsetzt.
"Die Ansprüche von Schwarzer an die Atompolitik der EU sind offenbar
marginal. Das ist besonders bedenklich, weil Schwarzer erst im
Oktober als neues Mitglied des Klimafonds-Beirats angelobt wurde und
damit eine wichtige Rolle in Österreichs Energiepolitik bekommen
hat", sagt Kerschbaum. "Wenn das die Stimme der Wirtschaft in der
Klimapolitik Österreichs ist, dann Gute Nacht Anti-Atom-Politik!"

Die Energy-Roadmap baut auf den alten Lügen der Atom-Lobby von
"billigem Atomstrom" auf. Das Papier geht zwar davon aus, dass die
Kosten für Sicherheit und Dekomissionierung ansteigen werden - aber
von adäquater Haftung und Vorsorge für eine "sichere" Endlagerung
steht da kein Wort. Die Studie des Versicherungsforums Leipzig,
wonach adäquate Haftung den Preis für Atomstrom um 2-3 Euro pro
Kilowattstunde in die Höhe schnellen lassen würde, hat Oettinger in
seiner Roadmap völlig ignoriert. Und auch die Tatsache, dass
Atomstrom eben nicht CO2-frei ist sondern bei schlechter werdenden
Erzgehalten bis zu 210 g/kWh ansteigen werden und damit doppelt so
hoch liegen wie effiziente Gas-Heizkraftwerke, ignoriert Oettinger
komplett. Eine neue Studie zur Energiebilanz der Atomindustrie hat
vor kurzem die Energieagentur im Auftrag des Klimafonds erstellt -
und es wäre dringend an der Zeit, dieses Wissen auch mal auf
europäischer Ebene zu verankern.

Die Roadmap ist jedenfalls eine genauere Betrachtung wert - und auch
eine deutliche ablehnende österreichische Stellungnahme. Nur wenn wir
die Lügen der Atomlobby endlich entlarven und immer, wenn sie
auftauchen, dagegen auftreten, können wir auf ein Atomkraft-freies
Europa hoffen.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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