• 19.12.2011, 12:19:34
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Blecha: Pensionen dürfen nicht den Krisenfolgen geopfert werden

Weg mit Prämien für "Grasser-Renten" - Ohne Verlustdeckel Pensionskürzung um weitere 15 Prozent

Wien (OTS) - Die im Zuge der Debatte um die Schuldenbremse immer
an erster Stelle gereihten Kürzungsmaßnahmen bei den Pensionen sieht
Pensionistenverbands- und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha äußerst
kritisch: "Da spielen sich selbsternannte Pensionsexperten und
getarnte Versicherungsleute auf und reden unser Pensionssystem
schlecht."

"Es muss einmal gesagt werden: diesen Versicherungsmaklern, die
sich nun als die Interessensvertreter tarnen, geht es in erster Linie
um den Verkauf ihrer unlukrativen Privatpensions-Polizzen. Dazu
machen sie das staatliche Umlage-Pensionssystem mies, obwohl dieses
ungleich sicherer und besser als die "Grasser-Renten" ist. Viele
Privatpensionspolizzen der Versicherungen bringen nämlich überhaupt
keinen Nettoertrag, die meisten weniger als ein ganz gewöhnliches
Sparbuch, obwohl sie mit staatlichen Prämien subventioniert werden.
"Dass für die Gruselkampagne gegen die gesetzliche
Pensionsversicherung eine staatliche Prämie verwendet wird, ist
absurd. Der Aufwand für die Förderung dieser verunglückten privaten
Zukunftsvorsorge beträgt jährlich 100 Millionen Euro. Schluss damit!
Kein Sparparket ohne Streichung der Prämien für Grasser-Renten!" so
Blecha.

"Solange Menschen über 50 keine Chance mehr haben, einen Job zu
finden, solange Menschen von den Firmen überbelastet, gemobbt oder
hinausgeschmissen werden, werden wir nicht zulassen, dass das
Pensionssystem verantwortlich gemacht wird. Wir brauchen in erster
Linie eine Reform der Arbeitswelt!", fordert der
Pensionistenverbands-Präsident. Untermauert wird Blechas
Argumentation mit der hohen Zahl von Berufsinvalidität und hier
besonders dem massiven Anstieg an psychischen Erkrankungen.

Zur aufkommenden Debatte um den Wegfall des Verlustdeckels bei
Pensionen mit Abschlägen hält Blecha fest, dass dies
Pensionskürzungen von weiteren 15 Prozent ausmachen würde. Blecha
kritisiert, dass die Vorschläge ausschließlich darauf abzielen, den
DienstnehmerInnen die Pension zu kürzen. Die Abschläge betragen 4,2
Prozent pro Jahr, sind aber derzeit gedeckelt, aktuell 7 Prozent,
laufend steigend auf 10 Prozent. Ohne Verlustdeckel und inklusive
Verluste durch den ständig steigenden Durchrechnungszeitraum würden
die Pensionskürzungen gegenüber dem alten Pensionsrecht dann bereits
über 20 Prozent betragen.

Blecha kritisiert in der Debatte auch den einseitigen Blick auf
die Pensionsausgaben. "Niemand schaut sich die Beitragseinnahmen der
Pensionsversicherung in den einzelnen Gruppen an, niemand schreibt
über die enorme Steuer- und Beitragsleistung der Pensionisten. Diese
Beträge kompensieren zum größten Teil die Ausgaben!", so Blecha
abschließend.

Rückfragehinweis:
Andy Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs
mailto:[email protected]
Tel. 01/313 72-31

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