Gesundheitsreformen - Ziel bis 2020: Fünf gesunde Lebensjahre mehr
Präsentation des Jahrbuches Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft
Wien (OTS/PWK923) - Österreich hat das zweitteuerste
Gesundheitssystem innerhalb der EU. Auf Gesundheitsförderungs- und
Präventionsprogramme entfällt jedoch nur ein vergleichsweise geringer
Anteil: Österreich liegt mit 1,9 % der gesamten Gesundheitsausgaben
deutlich niedriger als das OECD-Mittel (3 %). Laut einer OECD-Studie
haben die Österreicher aber nur Aussicht auf 59,4 gesunde und
beschwerdefreie Lebensjahre und damit deutlich weniger als der
EU-Durchschnitt mit 60,7 Jahren. Bei einer durchschnittlichen
Lebenserwartung von mehr als 80 Jahren gehen demnach mehr als 20
Jahre an Lebensqualität durch Krankheiten verloren.
Für Roman Gamerith, Geschäftsführer von Sanofi Österreich dauern
viele Diskussionen und Prozesse in Österreich zu lange, z.B. der
Prozess zur Definition der Rahmen-Gesundheitsziele. Bis diese
festgelegt und implementiert seien, würden noch viele Monate
vergehen, ist er überzeugt. Auch sei die Pharmaindustrie aus
wesentlichen Diskussionen ausgeschlossen, obwohl sie über großes
Wissen und Kompetenz verfüge und als Partner am Tisch einen
wesentlichen Beitrag liefern könne. Mit dem Pharmarahmenvertrag
beispielsweise sei ein guter Start der Zusammenarbeit gelungen. "Ich
würde mir aber auch hier wünschen, dass wir so weit kommen, dass der
einzelne Bürger auch einen Effekt sieht", so Gamerith.
"In der Gesundheitsförderung und Prävention liegt der Schlüssel zu
einem langen und gesunden Lebensabend", betonte Martin Gleitsmann,
Leiter der Abteilung Sozial- und Gesundheitspolitik in der WKÖ und
Mitinitiator der Plattform Gesundheitswirtschaft, bei der
Präsentation des Jahrbuches Gesundheitspolitik und
Gesundheitswirtschaft 2011, das von Sanofi gemeinsam mit der WKO
Initiative Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich in Kooperation
mit der Tageszeitung "Die Presse" präsentiert wurde. Gleitsmann
nannte ein Bündel von Ansatzpunkten in diese Richtung: Der Ausbau von
Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung sei ebenso
essentiell wie die Erhöhung der Anzahl der teilnehmenden Ärzte und
Patienten an Disease Management Programmen, wie zum Beispiel bei
Diabetes das Programm "Therapie Aktiv". Als positives Beispiel zur
Stärkung der Eigenverantwortung hob Gleitsmann auch die
Implementierung des Projektes "SVA- Gesundheitsversicherung" hervor.
Jürgen Pelikan, Professor am Institut für Soziologie der
Universität Wien und österreichischer Studienleiter Ludwig Boltzmann
Institut Health Promotion Research, meint im Rahmen der
Podiumsdiskussion, dass die Gesundheitskompetenz in Österreich ein
erhebliches Problem für die Sicherung der Gesundheit und die Qualität
der Krankenbehandlung darstelle. Der Aufbau eines eigenen Public
Health Institutes zur Erstellung von spezifischen österreichischen
Daten und Berichten sei notwendig. Eingriffe und Fortschritte
müssten zuerst ansetzen an der "Lesbarkeit" des
Krankenbehandlungssystems und der Kommunikationsfähigkeit der Tätigen
in Gesundheitsberufen. "Jede Entscheidung, die wir treffen, ist eine
Gesundheitsentscheidung und hat somit direkte Folgen auf unsere
Gesundheit. 80 Prozent jener Menschen, die ihre Gesundheit schlecht
einschätzen, haben auch eine schlechte Gesundheitskompetenz" betont
Pelikan.
Alle Beteiligten waren sich einig, dass - um das Ziel von 5
gesunden Lebensjahren mehr im Jahr 2020 zu erreichen - bereits jetzt
konkrete Maßnahmen gesetzt werden müssen. Die österreichische
Gesundheitswirtschaft kann zur Erreichung dieses Ziels wichtige
Beiträge leisten. Die Grundsteine dafür sind in vielen Bereichen
bereits gelegt, nun ist es an der Zeit, diese zu implementieren.
"Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in Österreich 2011 -
Das Jahr im Rückblick" kann - solange der Vorrat reicht - unter
www.gesundheitspolitik2011.at kostenlos angefordert werden.
(PM/JR)
Vorherige Aussendung
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer kondoliert
Präsidentschaftskanzlei | 19. Dez. 2011, 10:47
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Dietmar Schuster
Tel.: 05 90 900-3714
E-Mail: dietmar.schuster@wko.at
Alexandra Kunsch, MSc
Sanofi-aventis GmbH
Communication Manager
Tel.: +43 1 801 85-1111
E-Mail: alexandra.kunsch@sanofi.com














