• 17.12.2011, 12:40:51
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Illegaler Gentech-Raps auf Schweizer Bahndämmen gefunden

Greenpeace: Risiko unkontrollierter Ausbreitung durch Transit auch für Österreich -Umgehend Kontrollen gefordert

Wien/Zürich (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt sich
anlässlich des Fundes von illegalem Gentech-Raps in der Schweiz auch
für Österreich besorgt. Laut Angaben des Schweizer Bundesamts für
Umwelt (Bafu) wurde an Schweizer Bahndämmen illegaler
genmanipulierter Raps gefunden. Es ist davon auszugehen, dass der
Gentech-Raps beim Transit durch die Schweiz von Güterwaggons
runtergefallen ist. Da in Österreich genauso wie in der Schweiz zwar
der Anbau von Gentech-Raps verboten, jedoch der Transit erlaubt ist,
besteht auch für Österreich berechtigter Grund zur Sorge. "Es ist zu
befürchten, dass der Fund von illegalen, wild auswuchernden
Gentech-Raps in der Schweiz nur die Spitze des Eisbergs ist. Auch
Österreich könnte betroffen sein, der potenzielle Schaden für die
heimische Landwirtschaft wäre enorm", warnt
Greenpeace-Kampagnenleiter Herwig Schuster, "Nun müssen entschlossene
Maßnahmen gesetzt werden. Bundesminister Stöger muss als ersten
Schritt Kontrollen auf illegalen Raps auch entlang der Bahnschienen
in Österreich veranlassen."

Beim in der Schweiz gefundenen Raps handelt es sich um eine
Gentech-Sore des US-Konzerns Monsanto. Die Pflanze wurde so
manipuliert, dass sie Giftduschen mit dem konzerneigenen
Totalherbizid Roundup überlebt, mit dem auch die Schweizerische
Bundesbahn ihre Bahndämme besprüht. Wo genau die Pflanzen in der
Schweiz gefunden wurden, verrät die Umweltbehörde jedoch nicht. Eine
bereits vorher durchgeführte Untersuchung der Biologen Luigi D'Andrea
und Nicola Schoenenberger bestätigte den Fund von Gentech-Raps in
Lugano.

Zusätzlich Brisanz erhält der Schweizer Kontaminationsfall dadurch,
dass Rapssamen im Boden viele Jahre überleben und sich schnell
verbreiten und sich auf wilde verwandte Pflanzen auskreuzen kann.
Gentech-Raps kann konventionelle oder biologische Felder, Ernten und
Saatgut verunreinigen. Und er kann sich auf wilde verwandte Pflanzen
auskreuzen, beispielsweise den Rüben-Kohl (Brassica rapa),
Sarepta-Senf (Brassica juncea) und Acker-Rettich (Raphanus
raphanistrum). Sie treten zum Teil als Ackerunkräuter auf und sind
auch an Bahndämmen anzutreffen. Der aktuelle Fall zeigt, dass die
Eindämmung von gentechnisch verändertem Saatgut auch bei nicht für
den Anbau zugelassenen Sorten praktisch unmöglich ist.

"Der für eine ökologische und selbstbestimmte Lebensmittelproduktion
desaströse Gentech-Anbau macht sich nun selbst in der Schweiz leise
spürbar, obwohl die Schweiz genauso wie Österreich den
Gentechnik-Anbau verboten hat. Es braucht jetzt einen umso
vehementeren Einsatz von Politik und Gesellschaft

Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Herwig Schuster, Greenpeace Kampagnenleiter, 0664 431 92 14

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