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OTS0174   16. Dez. 2011, 13:18

Kinder und Jugendarmut konstant hoch: 135 000 Minderjährige in manifester Armut

Diakonie: "Wo sind die Gipfel gegen Jugendarmut und die soziale Spaltung in Europa?"


"Besonders auffällig ist die konstant hohe
Armutsbetroffenheit bei Kindern und Jugendlichen," kommentiert die
Diakonie die heute veröffentlichten Daten der Statistik Austria. Als
manifest arm können 135.000 Minderjährige bezeichnet werden, 250.000
leben in einkommensarmen Haushalten. Tendenz steigend. Weitere
Ergebnisse der Statistik Austria: 84.000 können ihre Wohnung nicht
angemessen warm halten, 58.000 sich einen notwendigen Arztbesuch
nicht leisten, über 200.000 Minderjährige müssen in feuchten und
schimmligen, oft auch überbelegten Wohnungen leben.

Armut ist kein Naturereignis - wir können etwas tun

"Wir können etwas tun", so die Diakonie. "Es gibt genügend
Instrumente und Möglichkeiten, in der Schule, in der Frühförderung,
beim Wohnen und mit sozialen Dienstleistungen gegenzusteuern. Armut
ist kein Naturereignis, das es mit jeder neuen Statistik zu bestaunen
gilt."

"Wo sind die Gipfel gegen Jugendarmut und gegen die soziale
Spaltung In Europa? Es ist für niemand einsichtig, warum zur
Reduzierung der Armut nicht dasselbe Engagement an den Tag gelegt
wird wie in Sachen Finanzmärkte", so die Diakonie.

Die Situation für Jugendliche verschärft sich in Folge der
Finanzkrise in ganz Europa. In Griechenland, Irland und den
baltischen Ländern klettert die Jugendarbeitslosigkeit auf über 30
Prozent, in Spanien ist mittlerweile nahezu jeder zweite Jugendliche
arbeitslos. Auch in Österreich ist sie - von niedrigem Niveau -
wieder stark im Ansteigen. Insgesamt weisen 11 von 27
Mitgliedsländern der EU eine Jugendarbeitslosenquote von mehr als 25
Prozent auf, 2007 war dies noch in keinem einzigen Land der Fall.

Kosten sozialer Probleme höher als Kosten für Prävention

"Mehr soziale Probleme verursachen volkswirtschaftliche Kosten",
analysiert die Diakonie. Eine höhere Schulabbrecher-Quote
beispielsweise bringt durch steigende Sozialausgaben, höhere
Gesundheitskosten und entgangene Steuereinnamen Kosten von 3
Milliarden Euro bei 10.000 Drop-Outs. Oder: wird Kinderarmut nicht
bekämpft, entstehen Kosten von 4% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro
Jahr. Ihre Bekämpfung kostet aber nur 0,4% des BIPs, also 10 mal so
wenig, wie jedes Jahr an Mehraufwand entstehen.

Angesichts der Entwicklung warnt die OECD bereits letzte Woche vor
mehrfachen Risiken: "Zunehmende Ungleichheit schwächt die
Wirtschaftskraft eines Landes, sie gefährdet den sozialen
Zusammenhalt und schafft politische Instabilität - aber sie ist nicht
unausweichlich", so OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Jugendliche ohne Zukunft? Niemand darf verloren gehen - Lesen Sie
mehr:
Diakonie-Kampagne "Hoffnungsträger"
http://www.diakonie.at/goto/de/kampagnen/hoffnungstraeger

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OTS0174 2011-12-16 13:18 161318 Dez 11 DIK0001 0408



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