- 16.12.2011, 13:05:17
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Volkshilfe zur stark gestiegenen Zahl der Armutsbetroffenen
Weidenholzer: "Solidarische Umverteilung des Reichtums, Armutsbekämpfung als Priorität"
Wien (OTS) - Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef
Weidenholzer zeigt sich anlässlich der heute veröffentlichten Zahlen
der Statistik Austria zu Armut und Armutsgefährdung alarmiert: "Die
Zahl der Menschen, die akut unter Armut leiden, war noch nie so hoch:
511.000 Menschen, das sind 6,2% der Gesamtbevölkerung sind manifest
arm. Darunter sind 133.000 Kinder und Jugendliche. Das bedeutet, seit
2005 sind fast so viele zusätzlich von Armut betroffen, wie die
gesamte EinwohnerInnenzahl von Linz, nämlich 167.000 Menschen. Das
zeigt das ganze Ausmaß dieser bedrohlichen Entwicklung."
Wenn Österreich das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der
Armutsgefährdeten bis zum Jahr 2020 um 235.000 Personen zu reduzieren
erreichen wollen, muss Armutsbekämpfung oberste Priorität werden.
Dazu gehören existenzsichernde Löhne genauso wie eine materielle
Mindestsicherung über der Armutsgefährdungsschwelle sowie leistbare
qualitätsvolle Dienstleistungen.
"Die MitarbeiterInnen der Volkshilfe wissen es schon lange, nun
ist es auch amtlich: 313.000 Menschen können ihre Wohnung nicht
angemessen warm halten, 596.000 Personen sind mit Zahlungen im
Rückstand, 914.000 können es sich nicht leisten, zumindest einmal im
Monat FreundInnen oder Verwandte zum Essen einzuladen. Die Zahlen
sind erschreckend hoch und eines reichen Landes wie Österreich
unwürdig." so Weidenholzer.
Gleichzeitig mit dem Ansteigen der Armut nimmt auch die
Ungleichheit zu. Während über zwei Drittel der österreichischen
Haushalte kein nennenswertes Geldvermögen besitzen, vereinigen die
obersten 10 Prozent einen Anteil von 54 Prozent am gesamten
Geldvermögen.
"Notwendig ist daher eine Umverteilung von Vermögen durch Anhebung
der Vermögenssteuern auf europäisches Niveau . Das wäre ein Beitrag
zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit und böte die Möglichkeit,
dringend notwendige Investitionen im sozialen Sektor zu tätigen",
bekräftigt Weidenholzer Forderungen der Volkshilfe nach einer
solidarischen Umverteilung des Reichtums.
Armut made in Austria: Neue Volkshilfe Spendenkampagne gestartet
Die Volkshilfe hat eine neue Spendenkampagne unter dem Motto
"Armut made in Austria" gestartet. Ziel ist es, auf die steigende
Armut in Österreich aufmerksam zu machen und Spenden für Menschen in
Not in Österreich zu sammeln.
Mehr Informationen und Spenden online unter www.armutmadeinaustria.at
Spendenkonto: Volkshilfe Solidarität, PSK 90.175.00 BLZ 60.000,
Spenden sind steuerlich absetzbar.
Rückfragehinweis:
Erwin Berger, MAS
Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
M: 0676 83 402 215
E-Mail: erwin.berger@volkshilfe.at
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