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OTS0042   16. Dez. 2011, 09:30

ANSCHOBER: Energiefahrplan 2050 der EU ist eine skandalöse Werbebroschüre für Atomstrom

Schweigende Antiatom-Mehrheit innerhalb der EU muss endlich aktiv werden


Seit gestern liegt der Entwurf für ein neues,
langfristiges Energiekonzept der EU vor. Zwar wird vorerst keines der
verschiedenen Szenarien ausgewählt, in den Leitlinien und
Begründungen erweist sich das Papier aber als ein skandalöses
Pro-Atom-Papier. Mit völlig falschen Behauptungen wird für eine
Fortsetzung des Einsatzes der Atomenergie geworben.
So lautet die neunte Regel für den Umbau der europäischen
Energiewirtschaft: "Die Kernenergie leistet einen wichtigen Beitrag:
Die Kernenergie wird benötigt, um einen erheblichen Beitrag zum Umbau
des Energiesystems in den Mitgliedstaaten zu leisten, in denen diese
verwendet wird. Sie bleibt weiter eine zentrale Energiequelle für die
CO2-arme Stromerzeugung..."
Und auf Seite 14: "Die Kernenergie ist eine Dekarbonisierungsoption.
(...) Die Analyse der Szenarios zeigt, die Kernenergie zu niedrigeren
Systemkosten und Strompreisen beiträgt..."
Beide Argumente sind völlig unrichtige Behauptungen der Atomlobby:
- denn vielfach - unter anderem durch die von mir in Auftrag gegebene
und von der Universität Linzer erarbeitete Studie über die
Unterversicherung der europäischen Atomreaktoren - ist mittlerweile
belegt, dass die Atomenergie die am höchsten subventionierte
Energieform ist;
- die Atomenergie als Option für den Klimaschutz zu bewerben, ist
ebenfalls falsch: denn damit wird verschwiegen, dass die Atomenergie
vom Uranabbau bis zur Endlagerung sehr wohl beträchtliche
CO2-Emissionen verursacht und darüber hinaus die für die Energiewende
zu Energieeinsparung und Erneuerbare Energie notwendigen
Investitionen bindet;
- die Tatsache des Fehlens einer Endlagerungsmöglichkeit wird im
Entwurf des Energiefahrplans einfach verschiegen;
- die seit Fukushima und Tschernobyl bekannten enormen Risken der
Atomenergie werden verharmlost.

Oberösterreichs Umwelt-Landesrat Rudi Anschober fordert daher das
rasche Bilden einer Allianz der Antiatomstaaten und der Staaten auf
Ausstiegskurs innerhalb der EU, die eine Mehrheit darstellen, mit dem
Ziel einer Verankerung eines gesamteuropäischen Atomausstiegs und 100
Prozent Erneuerbare Energie bis 2015 im Energiefahrplan. Anschober:
"Einige der im Entwurf dargestellten Szenarien beweisen sogar, dass
dies möglich ist. Die bislang schweigende Antiatom-Mehrheit innerhalb
der EU muss endlich aktiv werden und sich in die Entscheidungsfindung
über den Energiefahrplan stark einbringen. Geschieht dies nicht, dann
ist ein europaweites Volksbegehren unumgänglich."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0042 2011-12-16 09:30 160930 Dez 11 GRO0001 0366



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Rückfragehinweis: Büro Landesrat Rudi Anschober,
Mag. Rudi LEO,
Pressesprecher,
Tel: +436648299969,
rudi.leo@ooe.gv.at,
Promenade 37,
4020 Linz,
www.anschober.at

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